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Artikel und Hintergründe zum Thema

Vollholzbau

Jessica Stütz,

Heil- und Seminarzentrum baut auf reinstoffliche Vollholzelemente von Holzius

Das Nördlinger Ries zwischen der Schwäbischen und Fränkischen Alb ist seit jeher eine außergewöhnliche Region mit besonderer Energie. Die tieferliegende Beckenlandschaft wurde vor rund 15 Millionen Jahren durch einen massiven Asteroiden-Einschlag gebildet. Die Überreste keltischer Kultur gelten bis heute als Kraftplätze für die Bewohner des Umlands und Besucher von außerhalb. Das Ehepaar Helen und Adolf Zwölfer, das selbst seit vielen Jahren im Ries verwurzelt ist, verfolgt seit langem mit großer Leidenschaft eine Vision für diese einzigartige und kraftvolle Region: Einen professionellen und sicheren Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenfinden, die sich gegenseitig inspirieren, austauschen und unterstützen sowie nach ganzheitlicher Heilung streben.

Das nach den Prinzipien des Vaastu ausgerichtete Heil- und Seminarzentrum „Einklang im Ries“ in Reimlingen im Geopark Nördlinger Ries wurde mit reinstofflichen Vollholzelementen von Holzius realisiert © bauoptimum und 3D HOLZBAU GMBH

Helen Zwölfer erklärt: „Ich arbeite als systemischer Coach mit den Schwerpunkten Familienaufstellungen, Energie- und Regressionsarbeit. Nach Jahren an verschiedenen internationalen Standorten war es mein Wunsch und Ziel, in dieser Region Räume zu finden, die gute Energie haben. Und zwar stabile, energetisch stimmige Räume, statt wechselnder, ungeeigneter Orte in Form von tageweise gemieteten Praxen.“ Adolf Zwölfer ergänzt: „Schließlich haben wir ein Grundstück im Ries gefunden, das sowohl von der Lage als auch preislich gepasst hat. So, als wollte das Zentrum gebaut werden. Hier soll ein Gemeinschaftsort entstehen, wo wir Menschen einen niederschwelligen Zugang zu energetischen und alternativen Therapien erleichtern sowie neue Möglichkeiten der Gesamtheitlichkeit und des Miteinanders aufzeigen wollen.“

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Vollholz als Ausdruck gemeinsamer Werte

Nach rund 20 Jahren, in denen das Konzept heranreifen konnte, sollte das Projekt mit dem Erwerb des Grundstücks endlich Realität werden. Helen und Adolf Zwölfer haben Rainer und Laurin Hobmaier von der 3D Holzbau GmbH über einen Holzius-Mitarbeiter kennengelernt.

Rainer Hobmaier und sein Sohn Laurin von der 3D Holzbau GmbH: „Für das Zentrum ‚Einklang im Ries‘ haben wir die spezielle, erstmals von Holzius patentierte und uns sehr vertraute Bauweise empfohlen, also die Verwendung von leim- und metallfreien Vollholzelementen. Darüber hinaus bietet Holzius an, ausgewähltes Mondphasenholz bei Kundenwunsch zu verarbeiten.“ Das Holzius-Funktionsprinzip nutzt die natürlichen Eigenschaften des Holzes bewusst. Dabei werden das Schwinden und Quellen des Holzes nicht unterbunden, sondern respektiert und gezielt eingesetzt. Mittels Gratleistenverbindung lassen sich stabile Wandelemente ohne Leim und Metall herstellen. Sämtliche Wand-, Decken- und Dachelemente werden bei Holzius werksseitig vorgefertigt, sodass keine zusätzliche Bearbeitung auf der Baustelle erforderlich ist. Das spart Zeit, senkt die Kosten und reduziert den Koordinationsaufwand mit weiteren Gewerken. Der Großteil der Wandelemente im Zentrum ‚Einklang im Ries‘ ist in Sichtqualität ausgeführt, sodass die unbehandelte Oberfläche in den Räumen auch optisch ihre Stärken ausspielen kann.

Vollholzbauweise auch für außergewöhnliche Dimensionen

Rainer und Laurin Hobmaier waren vom ersten Moment an in das Projekt involviert, insbesondere bei der Entwurfsplanung und der Erstellung der weiteren Pläne. Das Projekt begann als langjährig gereifter Gedanke und die Bauleute suchten jemanden, der die Vision aufs Papier bringt und mit ihnen bis ins Detail durchdenkt. „Das Spannende an diesem neuen Zentrum ist seine Dimension. Aufgrund der Spannweiten im großen Seminarraum war es nötig, die Vollholzelemente sinnvoll mit anderen Baumaterialien zu kombinieren. In diesem Fall haben wir eine Holzbetonverbunddecke eingeplant. ‚Einklang im Ries‘ ist nun das bisher größte, gemeinsam mit Holzius umgesetzte Projekt der 3D Holzbau GmbH“, fasst Laurin Hobmaier zusammen.

Vorproduktion, Präzision und Logistik als Schlüssel zum Erfolg

Die Baustellenlogistik stellte bei der Realisierung des Projekts eine besondere Herausforderung dar. Gerade bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung, das weit über den Rahmen eines klassischen Einfamilienhauses hinaus geht, war eine präzise Planung der Bauausführung entscheidend. Das Projekt wurde in unterschiedliche Bauabschnitte und Baulose gegliedert, gleichzeitig mussten Faktoren wie Witterung, Zeitfenster und zahlreiche weitere Variablen laufend berücksichtigt werden. Umso wichtiger war es, dass Logistik, Abläufe und die Reihenfolge der Anlieferungen perfekt aufeinander abgestimmt waren. „Die termingerechte Vorproduktion sowie die präzise Just-in-time-Anlieferung sämtlicher Bauelemente durch holzius bildeten dabei eine wesentliche Grundlage für den reibungslosen und effizienten Ablauf der Baustelle“, so Laurin Hobmaier. Für die Montage regendicht waren ursprünglich sechs Wochen geplant, tatsächlich wurden von den lediglich vier Monteuren nur fünf Wochen benötigt.

Vaastu – nach indischer Architekturlehre geplant

Zusätzlich zur Vollholzbauweise von Holzius haben sich Helen und Adolf Zwölfer von Anfang an zum Ziel gesetzt, das neu errichtete Zentrum „Einklang im Ries“ nach der indischen Architekturlehre „Vaastu“ zu konzipieren. Vaastu bedeutet „wohnen“ und „leben“ und hat sich zu einer in Indien und China anerkannten Lehre entwickelt. Sie gestaltet Wohn- und Arbeitsräume nach den ewigen Gesetzen der Natur und achtet die innere Struktur der elementaren Kräfte, welche der Schöpfung zugrunde liegen. „Mit Hilfe von Vaastu lässt sich ein Lebensraum gestalten, der wahres Gleichgewicht und Harmonie aufweist, den Menschen auf tiefer Seelenebene heilt und ihn in seiner Lebensaufgabe grundlegend unterstützt“, fasst Helen Zwölfer zusammen. „Das Mondphasen-Vollholz ergänzt diese indische Architekturlehre und bildet den perfekten Rahmen, unser ‚Einklang im Ries‘ mit Leben zu füllen“, ergänzt Adolf Zwölfer. Wesentliche Merkmale der Vaastu-Lehre besagen, dass Begrenzungen im Süden und Westen erhöht und geschützt sein sollen. Der gewählte Ort in Reimlingen erfüllt dies aufgrund des Riesrandes im Rücken (an der Südseite des Gebäudes) und einer erhöhten, geschützten Süd- und Westseite.

Energieeffizienz und Wohngesundheit

Die insgesamt 891 m² Nutzfläche des Zentrums werden durch ein energiesparendes und vor allem flexibles Heizsystem temperiert. Dies wird durch das Zusammenspiel zweier natürlicher Materialen ermöglicht: naturbelassenes Holz und Lehm. Holz speichert bezogen auf seine Masse viel Wärme und lässt diese aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit aber nicht schnell tief eindringen. Zudem fühlen sich Holzoberflächen warm an. Lehm hingegen wirkt als massiver Puffer. Er nimmt die Umgebungstemperatur und -feuchtigkeit langsam auf, speichert sie tief ein und gibt sie zeitversetzt wieder ab. Das schützt Räume im Sommer effektiv vor Überhitzung. Somit ist kurzfristiges Temperieren möglich, da die Temperatur nicht künstlich gehalten werden muss, was wiederum Energie spart. Helen Zwölfer über die Atmosphäre in den Praxis- und Seminarräumen: „Ich genieße wirklich jede Ecke dieses Hauses, jeden einzelnen Raum und all die kleinen besonderen Bereiche. Überall liegt dieser wunderbare Duft des Holzes in der Luft – warm, intensiv und unglaublich wohltuend. Ganz egal, wo man gerade ist oder woran man sich anlehnt: Sobald man die Augen schließt, fühlt man sich einfach angekommen und zuhause.“

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