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Artikel und Hintergründe zum Thema

Heiztechnik

Martin Henze/Marion Paul,

Infrarotheizung im Feuerwehr-Neubau

In Feuchtwangen-Krapfenau wurde Ende 2024 ein neues Feuerwehrhaus inklusive Gemeinschaftsräumen für die Evangelische Landjugend eingeweiht. Der zweigeschossige Holzständer-Neubau erfüllt den KfW-Effizienzhaus-40-Standard. Herzstück der Wärmeversorgung ist ein elektrisches Infrarotheizsystem.

Feuerwehrhaus Feuchtwangen-Krapfenau: Der zweigeschossige Holzständer-Neubau erfüllt den KfW-Effizienzhaus-40-Standard © Vitramo GmbH, Tauberbischofsheim

Energieeffizienz ohne Komplexität

Der Neubau bietet auf einer Nutzfläche von rund 487 m² Platz für die Freiwillige Feuerwehr Krapfenau-Wehlmäusel und die Landjugend. Neben der Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen sind Schulungs- und Aufenthaltsräume, eine Teeküche sowie Sanitäreinrichtungen vorhanden. Der Entwurf folgt dem Prinzip des energieeffizienten, technisch reduzierten Bauens: Statt wassergeführter Zentralheizung entschied sich das Planungsteam des Kommunalunternehmens Stadtentwicklung Feuchtwangen für ein elektrisches Direktheizkonzept. Die PV-Anlage auf dem Dach liefert bis zu 25 kWp Leistung und deckt damit über das Jahr hinweg bilanziell einen Großteil des Heizstroms. Die Holzständerbauweise mit Dämmung führt zu einer Heizlast von nur 35 W/m². Zusammen mit der Infrarotheiztechnik ermöglicht sie ein emissionsfreies, wartungsarmes und langfristig kosteneffizientes Wärmekonzept – ohne Heizraum, ohne Hydraulik, ohne Schornstein.

Strahlungswärme für angenehmes Raumklima

Insgesamt wurden 35 Decken-Infrarotheizelemente installiert. Heizmedium ist hier ein in Kunststoffmasse eingebetteter glasfaserverstärkter Heizmäander. Die wärmeemittierende Oberfläche besteht aus satiniertem Weißglas, das bei 20 °C Umgebungstemperatur eine Oberflächentemperatur von maximal 190 °C erreicht. In den Räumen mit glatten Deckenflächen, etwa Schulungs-, Aufenthalts- und Büroräumen, kommen acht dezent wirkende Deckenelemente der Serie VH mit 260 und 550 W zum Einsatz. In den Umkleiden und Technikräumen mit Rasterdecken sind 27 Rasterdeckenheizelemente mit je 810 W integriert.

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In der Fahrzeughalle, wo bei größerer Raumhöhe Robustheit und schnelle Aufheizzeiten gefragt sind, übernehmen vier Infrarot-Dunkelstrahler mit jeweils 1800 W die Beheizung. Auch sie arbeiten weitgehend konvektionsfrei und sind damit ideal für Räume mit hoher Staubbelastung oder empfindlicher Technik. In ein Aluminiumprofil eingelegte Rohrheizkörper bringen die eloxierte Aluminiumoberfläche auf eine maximale Temperatur von 360 Grad. Die flachen Infrarotheizelemente sind unauffällig in die Decken integriert, was dem klaren architektonischen Erscheinungsbild des Neubaus zugutekommt. Während die Feuerwehr vor allem die Schulungs- und Umkleideräume nutzt, dient das Obergeschoss der Landjugend als Treffpunkt und Veranstaltungsraum.

Nachhaltig im Betrieb: Strom aus eigener PV-Anlage

Im Umkleideraum sind Deckenheizelemente in Aufputzversion montiert © Vitramo GmbH, Tauberbischofsheim

Das Heizkonzept setzt konsequent auf lokale Energieerzeugung und Verbrauch: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert im Jahresmittel mehr elektrische Energie, als das Gebäude für Heizung, Beleuchtung und Warmwasser benötigt. Der Überschuss wird ins Netz eingespeist oder für den Eigenbedarf der Gemeinde genutzt. Dank des geringen spezifischen Heizbedarfs von rund 20 kWh/m²a bleibt der Anteil des Netzstrombezugs niedrig. So erreicht das Gebäude eine CO₂-Bilanz, die deutlich unter der vergleichbarer konventioneller Neubauten liegt.

Planung und Bau als Gemeinschaftsprojekt

Die Planung des Gebäudes lag in den Händen des Kommunalunternehmens Stadtentwicklung Feuchtwangen, die bauliche Umsetzung übernahm Stark Holzbau aus Zumberg, für die technische Ausstattung und Inbetriebnahme zeichnete der Elektromeisterbetrieb Johannes Beck aus Beyerberg verantwortlich. „Das Feuerwehrhaus Krapfenau zeigt beispielhaft, wie moderne Bauphysik, einfache Energietechnik und lokale Wertschöpfung zusammenpassen“, stellt Vitramo-Geschäftsführer Bernd Morschhäuser fest. „Unsere Infrarotheizsysteme fügen sich ideal in das Konzept eines hocheffizienten Gebäudes ein. Die Heizelemente reagieren schnell und eignen sich damit für kommunale Nutzungen mit wechselnden Belegungszeiten.“

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