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Schwerpunkt

Betriebs- und Bürogebäude für Tyrolit Maisach

Jessica Stütz,

Mitarbeiterorientierte Arbeitswelt

Schon während der Bauphase machte das neue Betriebs- und Bürogebäude von Tyrolit in Maisach von sich reden und lockte zahlreiche potenzielle Mitarbeiter an, die das Gebäude von der Bahn oder der Schnellstraße aus sahen. Begeistert von dem naturbelassenen Fassadendesign mit den zahlreichen Holzelementen und offenen, transparenten Strukturen, kamen schon vor Fertigstellung die ersten Bewerbungen ins Haus.

Mit knapp 1816 m² Fläche ist das Betriebs- und Bürogebäude zwar relativ klein, umfasst aber dennoch mit Werkstatt, Lager und Büro vielfältige Bereiche, die in der Planung gleichermaßen berücksichtigt werden mussten

© ATP/Becker

Das Betriebs- und Bürogebäude von Tyrolit ist ganz nach dem New-Work-Prinzip geplant und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und deren individuelle Arbeitsabläufe zugeschnitten. Darüber hinaus erfüllt der integral geplante Neubau ganz im Sinne des ATP Green Deals modernste Ansprüche an Nachhaltigkeit und ist nach Effizienzhaus-40-Plus-Standard ausgeführt. Für die Fassade, die Tragwerkskonstruktion und die Innenräume wurden einheimische Holzarten verwendet. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt das Gebäude mit ausreichend Strom, wobei überschüssig erzeugte Energie über ein Heizelement in den Heizungskreislauf eingespeist wird. Als erstes Gebäude im neuen Industriegebiet nimmt das Gebäude somit in mehrfacher Hinsicht eine Vorreiterrolle ein.

Holz, wohin man auch schaut

Den natürlichen Rohstoff Holz setzte das ATP-Planungsteam im Innen- und Außenraum gekonnt in Szene. Die Fassade ist ein Holzriegelbau mit einer Holzlattung als äußerste Schicht. Auch im Innenraum befindet sich viel heimisches Holz. Das Obergeschoss mit den Büroräumlichkeiten ist in Holzbauweise realisiert. Das Dach besteht aus Brettsperrholzplatten, die zwischen den Multifunktionssegeln sichtbar bleiben und zusammen mit den ebenso sichtbaren Holzstützen und -trägern eine angenehme und heimelige Arbeitsatmosphäre schaffen. Die Wände der Dachterrasse bestehen aus großformatigen Mehrschichtplatten aus Lärche, auf dem Boden liegen Kieferdielen. Nördlich der Dachterrasse liegt der offene Technikbereich, über diesen wurde die Lärchenfassade hochgezogen, um die klare Form des Baukörpers zu behalten.

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Durch ein durchgängiges Fensterband werden die Büros über Ost-, Süd- und Westseite mit ausreichend natürlichem Tageslicht belichtet

© ATP/Becker

Fassade

Das markante Erscheinungsbild wird durch die hölzerne Fassade erzeugt. Diese besteht aus einem Holzriegelbau mit einer Holzlattung als äußerste Schicht. Die positive Wirkung auf das Raumklima bei einer Holzfassade und der nachhaltige Gedanke bei der Verwendung von einheimischen Hölzern hat zu dieser Fassadenlösung geführt. Zusammen mit den edlen Alu-Eloxal-Elementen bei den Fensterprofilen und -blechen sowie in der Attika und bei der Blende des Vordaches ist diese ein weithin sichtbarer Blickfang und unterstreicht die klaren Linien des Baukörpers. Im Bereich der Anlieferung im Süden wählte man aufgrund des besseren Anfahrtschutzes eine Sichtbetonfassade. Ebenfalls findet sich Sichtbeton beim – teilweise recht nassen – Waschplatz im Norden. 

Die Außenhaut sorgt insgesamt für ausreichend Schallschutz gegen den Lärm der Gleisanlagen der Deutschen Bahn, zukünftig soll diese mit pflegeleichtem Wald-Geißblatt begrünt werden.

Integrale Planung mit BIM

Die von ATP architekten ingenieure seit mehr als 45 Jahren gelebte Integrale Planung bot auch bei diesem Projekt einen großen Mehrwert. Unterstützt durch das digitale Planungstool Building Information Modeling (BIM), konnte ATP ein besonders ökologisches Gebäude entwerfen und die Verschwendung von Ressourcen vermeiden. Wie ein „digitaler Zwilling“ des zukünftigen Hauses bildet das zentrale Datenmodell alle architektonischen, technischen, physikalischen und funktionalen Eigenschaften in Echtzeit ab. Das ATP-Planungsteam kann damit das Gebäude von Planungsbeginn bis zum Betrieb genauestens simulieren, analysieren, optimieren und dokumentieren. Das Modell entspricht so über alle Disziplinen immer dem aktuellen Planungsstand – von der Baustelle bis hin zum fertigen Gebäude. 

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