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Artikel und Hintergründe zum Thema

Modulbauweise

Lisa Kattner,

Schulerweiterungsbauten: Modular gegen Mangel

Die Stadt Köln plant in den kommenden Jahren an zahlreichen Standorten Schulerweiterungsbauten in Modulbauweise. An sechs Standorten wurde Sehw Architektur zusammen mit SH Holz & Modulbau als Durchführungspartner mit der Planung von Schulerweiterungsbauten beauftragt. Drei der Schulen sind bereits fertiggestellt, die anderen befinden sich im Bau oder in der Planung bzw. der Produktion.

Das Architekturbüro berücksichtigte die Gegebenheiten der Grundstückssituationen und positioniert die Gebäude so, dass sie ihren Platz in den bereits bestehenden Schulzentren finden und gleichzeitig qualitätvolle Außenflächen geschaffen werden © Helin Bereket

Die von Sehw entworfenen und in Holzmodulbauweise errichteten Schulen für die Stadt Köln stellen eine wegweisende Lösung im Schulbau dar. Mit seinem Engagement für Nachhaltigkeit hat das Architekten-Team eine Reihe von Schulgebäuden entworfen, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch funktional und wirtschaftlich sind.

Sie zeichnen sich durch ihre Integration in den Kontext der bestehenden Schulensembles aus. Die Architekten berücksichtigten die Gegebenheiten der sehr unterschiedlichen und teilweise beengten Grundstückssituationen und positionierten und gestalteten die Gebäude so, dass sie ihren Platz in den bereits bestehenden Schulzentren finden und gleichzeitig qualitätvolle Außenflächen geschaffen werden. Im Rahmen des vorangehenden Vergabeverfahrens wurden neben der Entwicklung verschiedener Lernmodule verschiedene Fassadenmaterialien geprüft und geplant, die dann je nach Standort zum Einsatz kamen: von Holz, Klinker, Putz bis hin zu einer vorgehängten Fassade aus Plattenmaterial.

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Darüber hinaus sind alle Schulen mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Eine weitere nachhaltige Komponente ist die Dachbegrünung, die bei allen Schulen umgesetzt wird. Diese Begrünung verbessert das Mi-kroklima, erhöht die Luftqualität, fördert die Biodiversität und dient als natürlicher Klimapuffer.

Ein wichtiger Aspekt der Entwürfe von Sehw ist die Funktionalität der Schulgebäude. Die Architekten haben sich intensiv mit den spezifischen Anforderungen der Schulen und ihren pädagogischen Konzepten auseinandergesetzt und Grundrisse entwickelt, die den Bedürfnissen des modernen Unterrichts gerecht werden.

Ein weiterer Aspekt der Holzmodulschulen ist ihre Flexibilität und ihr hohes Umnutzungs- und/oder Wiederverwendungspotenzial. Die Architekten haben gemeinsam mit ihrem Durchführungspartner Module entwickelt, die skalierbar an zukünftige Bedürfnisse angepasst werden können oder im Sinne des Cradle-to- Cradle-Gedankens demontiert werden können, um an anderer Stelle ein zweites Leben als Kindertagesstätte oder Nachbarschaftstreff zu führen. Diese Flexibilität der Holzmodule bietet den Schulen langfristige wirtschaftliche Vorteile und stellt sicher, dass die Bildungseinrichtungen mit den sich ständig ändernden Anforderungen Schritt halten können.

Projekt 1: Erweiterung der Grundschule Nußbaumerstraße

Im Erdgeschoss wurden Gemeinschaftsflächen und eine großzügige Mensa geschaffen, während im Obergeschoss zwischen den Klassenräumen Zonen der Begegnung und des informellen Lernens entstehen © Helin Bereket

Die Grundschule Nußbaumerstraße in Köln Neuehrenfeld erhielt einen Neubau in Holzmodulbauweise mit einer Mensa und fünf Räumen für unterschiedliche Nutzungen im offenen Ganztagsbetrieb. Das Gebäude ist zweigeschossig und besitzt eine einfache, klare Geometrie mit zurückhaltenden Fassaden und einem hervorgehobenen Eingangsbereich.

Im Erdgeschoss wurden Gemeinschaftsflächen und eine großzügige Mensa geschaffen, während im Obergeschoss zwischen den Klassenräumen Zonen der Begegnung und des informellen Lernens entstehen. Diese unterschiedlichen Arbeits- und Lernatmosphären fördern ein kollaboratives und inspirierendes Umfeld. Ein besonderes Highlight ist der als grünes Klassenzimmer konzipierte Terrassenbereich, der in das Gebäudevolumen eingebettet ist. Hier haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Freien zu lernen und die natürliche Umgebung zu genießen. Die Verwendung eines konsequenten Konstruktions- und Ausbaurasters, das der modularen Bauweise zugrunde liegt, schafft Klarheit und Ruhe.

Projekt 2: Erweiterung Förderschule

Im Inneren der Förderschule in Köln-Dünnwald gibt es ein breites Angebot an Begegnungs- und informellen Lernzonen © Helin Bereket

Der Schulerweiterungsbau der Förderschule in Köln-Dünnwald ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit. Aufgrund der Lage der bestehenden Schule und der umliegenden Bebauung mussten die Holzmodule mit einem Kran über die denkmalgeschützten Bestandsgebäude an ihren endgültigen Standort gehoben werden. Dies erforderte ein hohes Maß an logistischer Planung.

Der verglaste Eingangsbereich ermöglicht die Kommunikation von innen und außen, schafft Orientierung und Orte der Begegnung und Gemeinschaft. Im Inneren der Sonderschule gibt es ein breites Angebot an Begegnungs- und informellen Lernzonen. Die Klassenräume sind zurückhaltend neutral und hell gestaltet. So wird eine maximale Tageslichtnutzung erreicht, aber auch eine ruhige Arbeits- und Lernatmosphäre, die als Leinwand für kreative Entfaltung dient. Den Klassenräumen sind Differenzierungsräume angegliedert, die vom Klassenraum aus durch ein großes Fenster einsehbar sind. Diese können je nach Bedarf genutzt werden, zum Beispiel als Rückzugsorte mit Sofaecken oder Therapietieren. Das Gebäude begrüßt seine Nutzer und Besucher mit einer offenen, zweigeschossigen Schulhalle, die auch als repräsentatives Forum für Veranstaltungen der Schule fungiert. Die großzügige Treppenanlage aus Geh- und Sitzstufen ist sowohl vertikale Erschließung als auch pädagogischer Ort und schafft einen zentralen Platz im Haus.

Projekt 3: Erweiterung Gemeinschaftsgrundschule

Die Klassenräume der Gemeinschaftsgrundschule Köln-Lindweiler sind zurückhaltend neutral und hell gestaltet © Helin Bereket

Der Erweiterungsbau der Gemeinschaftsgrundschule Köln-Lindweiler, einer Offenen Ganztagsschule, wurde in neunmonatiger Bauzeit in Holzmodulbauweise errichtet. Neun Klassen können nun an diesem Standort unterrichtet werden. Der kompakte zweigeschossige Baukörper mit heller Klinkerfassade und langgestreckten Holz-Aluminium-Fensterelementen reagiert mit ruhiger und klarer Geometrie auf das bestehende Schulgebäude.

Der Eingang des Erweiterungsbaus orientiert sich zum Bestandsbau und schafft einen gemeinsamen, gefassten Vorplatz. Betritt man das verglaste Foyer des Erweiterungsbaus, wird man von einer offenen, zweigeschossigen Schulhalle empfangen, die auch als repräsentatives Forum für Schulveranstaltungen dient. Die großzügige Treppenanlage aus Geh- und Sitzstufen ist vertikale Erschließung und pädagogischer Ort zugleich und setzt mit den grünen Sitzstufen einen frischen Akzent.

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