Holzrahmenbauweise und Brettschichtholzemente

Jessica Stütz,

Wald und Holz NRW baut klimafreundliches Forstamtsgebäude

Für den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen hat Nachhaltigkeit oberste Priorität – in der Waldbewirtschaftung, aber auch in allen anderen Bereichen. Dementsprechend wurde nun auch das neue Forstamtsgebäude für das Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland am Standort Olpe in nachhaltiger Holzbauweise errichtet.

Blick aus dem Foyer auf die in Brettsperrholzbauweise gefertigten Treppen und die Pfosten-Riegel-Fassade

© Wald und Holz NRW / pk-Media

Mit dem entstehenden Gebäude in Holzbauweise wird nicht nur zukunftsorientiert und klimafreundlich gebaut, sondern auch ein Gebäude errichtet, welches für alle Mitarbeitenden eine angenehme Arbeitsumgebung schaffen soll. 

Mit einem Wärmebedarf von 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr unterschreitet das Holzgebäude das geltende Gebäudeenergiegesetz um 25 Prozent. In Bezug auf den gesamten Lebenszyklus ergeben sich weitere Klimaschutzeffekte. In dieser Bilanz finden auch die „graue Energie“, die CO2-Bilanz der für die Herstellung des Gebäudes eingesetzten Baustoffe sowie des Rückbaus und der Wiederverwertung der eingesetzten Materialien, Berücksichtigung. Der geringe Wärmebedarf für das neue Forstamtsgebäude wird durch eine moderne Biomasseheizanlage mit Wärme aus Holzhackschnitzeln bereitgestellt.

Außenansicht des noch eigerüsteten neuen Forstamtsgebäudes. Auf dem in mineralischer Bauweise erstellten und in den Hang eingebetteten Untergeschoss wurden das Erd-, Ober- und Dachgeschoss in moderner Holzrahmenbauweise errichtet

© Wald und Holz NRW / pk-Media

Der in Hanglage oberhalb der Stadt Olpe verwurzelte Baukörper des neuen Forstamtsgebäudes weist vier Ebenen mit einer Nutzungsfläche von 1150 m² auf. Die erdberührten Gebäudeteile wurden in mineralischer Bauweise ausgeführt. Alle weiteren Teile des Baukörpers wurden in Holzbauweise erstellt, für die eine Kombination aus einer Vielzahl von Holzbausystemen und -produkten genutzt wird.

Marlon Ohms, Leiter des Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland betont: „Es kommen überwiegend Bauprodukte zum Einsatz, die von holzverarbeitenden Betrieben in der Region gefertigt wurden“. Zudem habe man sich bewusst dazu entschieden, optische Holzfehler an sichtbaren Holzelementen, wie z.B. Verfärbungen durch Bläue oder Rotstreifigkeit zu zeigen. „Diese durch Pilzbefall an lagerndem Rundholz entstandenen Verfärbungen haben nach Einschnitt des Rundholzes, Trocknung und weiterer Verarbeitung der Schnittholzlamellen keinen Einfluss auf die Festigkeitseigenschaften der Bauprodukte“, so Marlon Ohms.

Die tragenden Wände des Gebäudes wurden in Holzrahmenbauweise, die Decken aus massiven Brettschichtholzementen und klassischen Holzbalkendeckenelementen errichtet. Die Dämmung der Gebäudehülle erfolgte durch Zellulose-Einblasdämmung. In dem Foyer, welches sich über drei Geschosse erstreckt, kamen Stützen sowie unterspannte Träger aus Brettschichtholz zum Einsatz. In derselben Bauweise wurde der für bis zu 200 Personen geplante Sitzungs- und Veranstaltungsbereich im Obergeschoss des Gebäudes konstruiert. Eine Pfosten-Riegel-Fassade aus Brettschichtholz und Glas sorgt für die Lichtdurchflutung von Foyer, Treppenhaus und Veranstaltungsraum. 

„Alle Wand- und Deckenelemente, die Pfosten-Riegel-Fassade sowie Dachkonstruktion und flächigen Dachelemente wurden in der Werkhalle vorgefertigt und auf der Baustelle zu einem Gebäude zusammengefügt. Dadurch ergibt sich ein hoher Qualitätsstandard, der u.a. durch die RAL-Gütesicherung Holzrohelementherstellung dokumentiert und gewährleistet wird“, erklärt Peter Greitemann vom ausführenden Holzbauunternehmen Holztechnik Greitemann in Eslohe.

Ein besonderes Highlight ist der Aufzugschacht aus Brettsperrholzelementen, der die Gebäudeebenen miteinander verbindet. Der Aufzugsschacht ist im Erd- und Obergeschoss einseitig verglast und lässt so den Blick „nach Draußen“ frei.

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