Urbanes Bauen – Neubau, Nachverdichtung und Sanierung
„Wir erwarten eine deutliche Zunahme der Arbeiten am Gebäudebestand“
Der Zuwachs von Wohnraumsuchenden fordert den städtischen Wohnungsmarkt enorm heraus. Denn Bauland in den Ballungsräumen ist rar und die Grundstückspreise hoch. Peter Aicher. Vorsitzender von Holzbau Deutschland, sieht gute Zeichen für mehr Holzbau.
Immer mehr Menschen leben in Städten. Schon jetzt sind es mehr als 50 Prozent der Menschen weltweit. Die Zahl der Stadtbewohner, prognostizieren die Vereinten Nationen, wird sich bis zum Jahr 2050 sogar verdoppeln. Es gilt zeitnah Wohnraum zu schaffen, ohne dabei den Klimaschutz und die Ressourcenschonung außer Acht zu lassen. Wie könnte das besser gelingen als mit Holz? Unser hohes Gut ist ein nachwachsender Rohstoff, der regional in ausreichender Menge verfügbar ist.
Zudem haben wir mit Holz einen umweltfreundlichen Baustoff, der Kohlenstoff langfristig speichert und so maßgeblich dazu beitragen kann, das Klima zu schützen. Dank der Vorfertigung im Holzbau lassen sich Bauprojekte in einem kurzen Zeitraum schnell realisieren. Und dank der Holzrahmenbauweise können wir ressourcenschonend mit Holz bauen. Gute Vorzeichen also für mehr Holzbau!
Um die Nachfrage nach Wohnraum zu stillen und die nachhaltige Stadtentwicklung voranzutreiben, bedarf es einer verlässlichen und planbaren Förderkulisse. Nur so können Bauherren motiviert werden, in das Bauen im Bestand sowie die energetische Sanierung und Modernisierung zu investieren. In vielen Städten bieten Bestandsgebäude weiterhin vielfältige Möglichkeiten, Wohnraum zu schaffen. Zusätzliche Etagen können aufgestockt, Lücken im Bestand geschlossen und alte Gebäude für eine neue Nutzung erschlossen werden.
Damit gewinnen die Gebäude nicht nur an Qualität, sondern auch an Wert. Zugleich tragen die klima- und ressourcenschonende Holzbauweise sowie die energetische Sanierung und Modernisierung dazu bei, den Gebäudebestand zu ertüchtigen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Ein wichtiger Schritt, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen.
Während die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern deutlich rückläufig ist, wird der Holzbau unter anderem durch immer mehr Modernisierungsmaßnahmen gestützt. Im Geschäftsjahr 2022 machten die Arbeiten im Gebäudebestand (siehe Lagebericht Zimmerer/Holzbau 2024 von Holzbau Deutschland, Restaurierung und Bestandsbau) 50 Prozent der Umsatzanteile der Zimmerer - und Holzbauunternehmen aus. Energetische Sanierungen, aber auch Aus- und Umbauten bestehender Gebäude prägen die Arbeit im Zimmererhandwerk seit geraumer Zeit und wir erwarten in den kommenden Jahren eine deutliche Zunahme der Arbeiten am Gebäudebestand. Eine immer größere Rolle im Holzbau wird dabei künftig auch das serielle Sanieren und modulare Bauen spielen.
Auszug aus mikado 06.2024









