Nutzdach

Jessica Stütz | Jessica Stütz,

Grüne Fassade aus 8000 m Hecke

In Düsseldorfs Innenstadt wurden in der Nähe zur Königsallee in den vergangenen Jahren eine Reihe neuer Gebäude für Einzelhandels-, Büro- und Gastronomienutzung errichtet. Das in einem Viertelkreisbogen angelegte städtebauliche Projekt erhielt daher den Namen „Kö-Bogen“. Im zweiten Bauabschnitt, dem sogenannten KII, entstand auch ein Geschäfts- und Bürohaus nach den Plänen von Ingenhoven Architects. Das international tätige Architekturbüro mit Hauptsitz in Düsseldorf entwickelt und realisiert Projekte nach den höchsten Green-Building-Standards wie DGNB, LEED, Green Star und BREEAM. Die mit 30 000 Hainbuchen bepflanzte Grünfassade des Neubaus am KII verbessert das städtische Mikroklima in Zeiten des Klimawandels. Mit der insgesamt 8 km langen Hecke ist sie derzeit die größte ihrer Art in Europa.

Kö-Bogen II mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus

Eine sichere Lösung

Die einzigartige Architektur stellte hohe Anforderungen an die Ausführung der Abdichtung auf der 4000 m2 großen Dachfläche. Die größten Schwierigkeiten: eine Neigung von bis zu 65 Grad sowie Hunderte Durchdringungen zur Befestigung der Metallfassade mit den Pflanztrögen. „Die Ausführung der ursprünglich ausgeschriebenen zweilagigen Bitumenabdichtung hielten wir aus diesen Gründen für nicht praktikabel“, erklärt Marcel Heinze, Projektleiter des beauftragten Dachdeckerbetriebs Over Dach GmbH. „Problematisch wäre es bei diesem Gebäude mit der vorgebauten Grünfassade auch, die Bitumenabdichtung nach ihrer Nutzungsdauer zu erneuern.“ Als langfristig sicherste Lösung kam deshalb die Kunststoffabdichtungsbahn Sarnafil TS 77-20 E von Sika zum Einsatz. Die Bahn wurde speziell für Dächer mit einer Neigung von mehr als 20 Grad entwickelt, ist mit einem Polyestergelege und einer Glasvlieseinlage ausgerüstet und zudem auf erhöhten Brandschutz geprüft.

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Mechanische Fixierung

Die Mitarbeiter des Dachdeckerunternehmens aus Kerpen reinigten zunächst den Stahlbetonuntergrund und applizierten danach einen Bitumenvoranstrich. Anschließend verlegten die Handwerker eine selbstklebende Elastomer-Bitumendampfsperrbahn und eine 180 mm dicke Mineralwolledämmung. Zur Abdichtung des Dachs wurde dann die Kunststoffbahn aufgebracht und mit speziellen Befestigungsprofilen mechanisch fixiert.

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