Jahresbilanz
Schmitz Cargobull zeigt sich im Geschäftsjahr 2024/25 widerstandsfähig
Trotz eines herausfordernden Marktumfelds mit rückläufigem Umsatz und Ergebnis behauptet sich Schmitz Cargobull im Geschäftsjahr 2024/25 als resilienter und zukunftsorientierter Trailer-Hersteller. Der Konzern investiert gezielt in Zukunftstechnologien, den Ausbau seiner Produktionskapazitäten und stellt mit der neuen Strategie 2030 die Weichen für nachhaltiges, profitables Wachstum.
Marktanteil in Europa weiter ausgebaut
Im Zeitraum vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 sank die Produktionsmenge im Vergleich zum Vorjahr um rund 6,5 Prozent auf 42.353 Einheiten (Vorjahr: 45.340 Einheiten). Die Ursachen lagen in einer anhaltenden Investitionszurückhaltung, einem Überangebot am Markt sowie einem zunehmenden Kosten- und Regulierungsdruck. Dennoch gelang es Schmitz Cargobull, seinen Marktanteil im rückläufigen europäischen Trailer-Gesamtmarkt auf 25 Prozent auszubauen und damit die Marktführerschaft zu festigen. Der Konzern beschäftigt rund 6.400 Mitarbeitende.
Rückgang bei Umsatz und Ergebnis
Der Umsatz sank um 10,2 Prozent auf rund 2,16 Milliarden Euro. Belastet wurde das Konzernergebnis insbesondere durch gestiegene Energie- und Personalkosten sowie erhöhte regulatorische Anforderungen. Das Ergebnis lag bei rund einer Million Euro.
„Trotz des erheblichen wirtschaftlichen Drucks haben wir gezielt in Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität sowie in Forschung und Entwicklung investiert. Unser Ziel ist es, unseren Kunden zuverlässige und wirtschaftliche Transportlösungen bereitzustellen, die ihnen helfen, profitabel zu wirtschaften“, erklärt Andreas Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Schmitz Cargobull AG. „Unsere Produkte und Dienstleistungen müssen die Antwort auf die Herausforderungen sein, denen sich unsere Kunden im täglich Transportalltag stellen müssen.“
Investitionen in Zukunftstechnologien und Kapazitätsausbau
Im Geschäftsjahr 2024/25 investierte Schmitz Cargobull über 73 Millionen Euro in die Produktentwicklung, das Produktionsnetzwerk, Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit. Allein über 50 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in den Ausbau der Produktionskapazitäten für Kühlauflieger und Kofferfahrzeuge am Standort Vreden.
Ein zentrales Projekt ist der Bau einer neuen Fertigungshalle mit modernster Technologie und automatisierten Prozessen. Diese ermöglicht eine Produktionskapazität von bis zu 40 Kühlfahrzeugen pro Schicht. Gleichzeitig reduziert sich die Taktzeit pro Trailer von 15 auf 10 Minuten – ein Effizienzgewinn von etwa einem Drittel. Zusätzlich werden rund 13 Millionen Euro in die Modernisierung des Schäumwerks investiert.
Strategie 2030 aufgesetzt
Mit dem Abschluss der bisherigen Strategie 2025 hat Schmitz Cargobull zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 die Grundlagen für eine weiterführende strategische Neuausrichtung gelegt. Die neue Strategie 2030 verfolgt ambitionierte Ziele unter dem Leitmotiv „Wir liefern profitables Wachstum. Gemeinsam. Fokussiert. Nachhaltig.“. Der Fokus liegt auf der weiteren Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität, der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen und einer engen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Kunden. Werte wie Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und unternehmerisches Handeln stehen dabei im Mittelpunkt.
Internationale Partnerschaften stärken Wettbewerbsfähigkeit
Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie baut Schmitz Cargobull gezielt strategische Partnerschaften aus, um lokal angepasste, wirtschaftliche und langlebige Transportlösungen mit hohem Wiederverkaufswert bereitzustellen.
Seit Januar 2024 ist der Leichtbau-Trailer BERGERecotrail über das europaweite Vertriebsnetz des Unternehmens inklusive der Schmitz Cargobull Services verfügbar. Weitere Kooperationen bestehen mit Atlantis Global System zur Erweiterung der Telematiklösungen für die Kühlkette sowie mit GT Trailers im Bereich Curtainsider-Aufbauten für Motorwagen, Anhänger und Projektgeschäfte.
Darüber hinaus hat Schmitz Cargobull gemeinsam mit dem Partner GRW die Tankfahrzeugsparte des belgischen Herstellers Van Hool übernommen.
Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat
Im Vorstand wurde Ralph Kleideiter zum 1. April 2025 offiziell zum Vertriebsvorstand (CSO) berufen. Das Ressort leitete er bereits seit August 2024 kommissarisch. Das Mandat für Marnix Lannoije, verantwortlich für Forschung und Entwicklung (CTO), wurde vorzeitig um fünf Jahre verlängert. Lannoije spielte unter anderem eine zentrale Rolle bei der Übernahme der Tankfahrzeugsparte von Van Hool sowie beim Einstieg in den Telematikmarkt durch die Kooperation mit Atlantis Global System.
Im Aufsichtsrat wurde am 24. September 2024 Bernhard Schmitz als neues Mitglied aufgenommen. Er ist Shareholder und Mitglied des Familienrats von Schmitz Cargobull und gilt als erfahrener Branchenkenner.












