Forschungsforum

Ingrid Wutz,

Bauforschung: Sachsen als Globalplayer

Am 27. August 2024 trafen sich international führende Vertreter der Bauforschung zu einem wegweisenden Forum über die Zukunft des Bauens in Dresden. Veranstaltungsort war das markante CUBE im Campusbereich der TU Dresden, das als weltweit erstes Gebäude aus Carbonbeton ein Sinnbild für die Errungenschaften moderner Bauforschung in Sachsen ist. Neben den Teilnehmern vor Ort waren internationale Teilnehmer digital zugeschaltet.

v.l.n.r: Staatsminister Thomas Schmidt, Prof. Edeltraud Günther, Prof. Manfred Curbach © Technische Universität Dresden, Thato Masir

Mit dem Treffen wollten die Veranstalter, die Universität der Vereinten Nationen (UNU) und die TU Dresden, über ihre ehrgeizigen Ziele zur Weiterentwicklung der Bauforschung im globalen Kontext informieren. Das Treffen zeigte auf beeindruckende Weise, welchen Stellenwert die Bauforschung für die globale Klimawende und das ressourcenschonende Bauen hat.

Sachsens Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt brachte zum Ausdruck, dass es für den Freistaat Sachsen eine zentrale Aufgabe ist, mit exzellenter Forschung und zeitnaher Überführung der Ergebnisse in die Praxis eine Revolution im Bauwesen zielstrebig voranzutreiben. Er machte deutlich, dass es dabei darauf ankommt, regional zu handeln und global zu denken. Der für Bau zuständige Minister warb dafür, die Chancen der internationalen Zusammenarbeit konsequent zu nutzen. Er sagte: „Alle Menschen wohnen, viele Menschen bauen. Unsere Baukulturen verbinden uns. Deshalb ist es so wichtig, dass wir in der Bauforschung international zusammenarbeiten. In einer Zeit, in der Entfernungen kaum noch ein Hindernis darstellen, weil es digitale Technologien gibt, die sie in Sekunden überwinden, bietet die globale Zusammenarbeit enorme Perspektiven. Wir sind in Sachsen in diesem Forschungsbereich bereits hervorragend aufgestellt. Wenn wir diese Kompetenzen weiter ausbauen, sichert das die Zukunft von Generationen.“

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Für die Vereinten Nationen sprach, aus Tokio zugeschaltet, kein Geringerer als der zweite Mann nach dem UNO Generalsekretär. Prof. Tshilidzi Marwala ist als UNO-Untergeneralsekretär aber nicht nur Politiker und Diplomat, sondern in Personalunion als Rektor der Universität der Vereinten Nationen auch ein ausgewiesener Wissenschaftsexperte. In seinem Redebeitrag verdeutlichte er, dass die Bauforschung insbesondere für den stark wachsenden globalen Süden von ausschlaggebender Bedeutung für die soziale, wirtschaftliche und auch politische Entwicklung ist. Er unterstrich, dass Sachsen mit seinen herausragenden Forschungseinrichtungen z. B. der Exzellenzuniversität TU Dresden, weltweit eine der ersten Adressen für die globale Zusammenarbeit bei der Bauforschung ist. Er sagte: „37% der CO2-Emissionen und 38% des Abfalls entstehen durch die Bauwirtschaft. In den Ländern des Globalen Südens fand im Jahr 2022 über 80 % der Zementproduktion statt.“

Publikum © TU Dresden

Die in Sachsen entstandenen Innovationen für das Bauwesen können einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, die Treibhausgasemissionen massiv einzudämmen und die Kreislaufwirtschaft umzusetzen. Die Bauforschung kann von den Ländern des Globalen Südens die Materialeinsparung, die Nutzung von Abfällen und die Einsparung von Flächen lernen.
Im Anschluss sprachen Vertreter des Initiatoren-Teams, das unter der Federführung von Professor Manfred Curbach (TU Dresden) bereits vor drei Jahren die Grundlagen für ein internationales Bauforschungszentrum - LAB (Living Art of Building) gelegt hat. Auf Grundlage dieses Konzeptes hat das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gemeinsam mit den Initiatoren sowie dem Land Sachsen und dem Land Thüringen ein Etablierungskonzept für das Bundesforschungszentrum erarbeitet und der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestag stellt für die weitere Planung und Errichtung 3,6 Mio. Euro zur Verfügung.

Neben Prof. Manfred Curbach sprachen: Prof. Konrad Bergmeister (ehemaliger CEO Brenner Basistunnel), Prof. Jan Wörner (Präsident acatech), Prof. Edeltraud Günther (Direktorin UNU-FLORES). Zitate aus den Redebeiträgen der genannten Personen sind am Ende dieser Mitteilung aufgeführt.

Udo Witschas, Landrat des Landkreises Bautzen, der die Arbeiten zum Bauforschungszentrum LAB von Anfang an positiv begleitet hat, brachte zum Ausdruck, dass die Lausitz als Standort für das Bauforschungszentrum ideale Voraussetzungen bietet und alle Beteiligten bereit sind, sich an der Etablierung des Bauforschungszentrums zu beteiligen.

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