Baugewerbe 2024:

Kai Ingmar Link,

Herausforderungen und Chancen im Fokus des Stimmungsbarometers Hochbau

Die Bauwirtschaft steht im Jahr 2024 vor einer herausfordernden Situation, wie das Stimmungsbarometer Hochbau 2024" der Unternehmensberatung Munich Strategy zeigt. Eine Befragung von 234 Entscheidern, darunter Baustoffhersteller, Handwerksbetriebe und der Baustoffhandel, ergab, dass über 60 Prozent eine Verschlechterung der Auftragslage im laufenden Jahr erwarten.

Für das "Stimmungsbarometer Hochbau 2024” hat die Unternehmensberatung Munich Strategy über 234 Entscheider der Bauindustrie zu ihrer aktuellen Stimmungslage und ihren Erwartungen für das Jahr 2024 befragt, © Munich Strategy

Dr. Sebastian Theopold, Bauexperte bei Munich Strategy, weist darauf hin, dass viele Unternehmen, die den Einbruch 2023 erleben, noch von den Auftragspolstern der vergangenen Jahre profitieren. Diese Vorteile schwinden jedoch 2024, was zu einer insgesamt pessimistischen Stimmung in der Branche führt.

Im Jahr 2023 erlebten 70 Prozent der Bauunternehmen eine Stagnation, während 24 Prozent eine Verschlechterung der Auftragslage verzeichneten. Für 2024 erwarten nur noch 31 Prozent eine Stagnation, während 62 Prozent eine weitere Verschlechterung befürchten. Dies steht im Gegensatz zu den Prognosen des Bundesbauministeriums, das für 2024 von 265.000 neu gebauten Wohnungen ausgeht, während die Bauwirtschaft mehrheitlich nur 200.000 erwartet.

In der Heizungsbranche, die 2023 mit 356.000 verkauften Wärmepumpen ein Rekordjahr erlebte, wird für 2024 eine Ernüchterung erwartet. Aufgrund der politischen Unsicherheiten rund um das Gebäudeenergiegesetz brach die Nachfrage im zweiten Halbjahr 2023 ein und die Erwartungen der Hersteller für das neue Jahr sind gedämpft. Nur 18 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 55 Prozent mit einer Verschlechterung.

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Das Handwerk, das ebenfalls vom Einbruch des Neubaugeschäfts betroffen ist, erlebt eine deutliche Verschlechterung der Auftragslage. Acht von zehn Handwerksbetrieben geben an, dass sich ihre Lage in den letzten sechs Monaten verschlechtert hat. Dennoch rechnen 62 Prozent mit einer vorübergehenden Beruhigung und erwarten, dass sich die Auftragslage bis Mitte 2024 wieder verbessert.

Am pessimistischsten wird die Lage im Handel eingeschätzt, wo neun von zehn Handelsunternehmen eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage bis 2023 sehen. Munich Strategy erwartet, dass Übernahmen und Geschäftsaufgaben die Konzentration im Jahr 2024 verstärken werden.

Trotz der Baukrise zeigt der Munich Strategy Construction Index, dass globale Investoren verstärkt auf Bausoftware setzen, um Effizienzsteigerungen zu erzielen. Unternehmen, die sich auf Bausoftware spezialisiert haben, verzeichnen ein höheres Aktienwachstum als andere Segmente der Bauindustrie. Der Index zeigt, dass Bausoftware-Unternehmen seit Anfang 2000 um 14,6 Prozent pro Jahr gewachsen sind, während der Handel mit 8,6 Prozent, die Bauausführung mit 4,5 Prozent und die Baustoffindustrie mit 3,5 Prozent pro Jahr langsamer an Wert zulegten.

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