Bund stellt 13-Punkte-Plan vor:

Kai Ingmar Link,

So sollen Baukosten sinken und Investitionen steigen

Ein neuer Aktionsplan mit 13 Maßnahmen soll Baukosten senken, Genehmigungen beschleunigen und Investitionen in den Wohnungsbau stärken.

Bauministerin Verena Hubertz will den Bau in Deutschland sprübar beschleunigen. © BMWSB

Bezahlbarer Wohnraum gehört weiterhin zu den größten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Gleichzeitig bremsen steigende Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren und zurückhaltende Investitionen den dringend benötigten Wohnungsbau. Vor diesem Hintergrund setzt die Bundesregierung auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Politik, Immobilienwirtschaft und Kapitalmarkt.

Auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt am Main haben Bundesbauministerin Verena Hubertz sowie Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil im Juni 2026 Vertreter aus Politik, Immobilienwirtschaft und Investmentbranche zusammengebracht. Ziel der Veranstaltung war es, privates und institutionelles Kapital stärker für den Wohnungsbau zu mobilisieren. Im Mittelpunkt stand der neue Aktionsplan zur Senkung der Baukosten.

Baukosten als zentrales Hemmnis für den Wohnungsbau

Nach Einschätzung des Bundesbauministeriums zählen die kontinuierlich gestiegenen Baukosten zu den wesentlichen Ursachen dafür, dass in Deutschland zu wenig Wohnraum entsteht. Die Entwicklung belastet private Bauherren ebenso wie Investoren und die öffentliche Hand. Mit dem vorgestellten Aktionsplan sollen die wichtigsten Kostentreiber systematisch angegangen und Investitionen wieder attraktiver werden.

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Das Maßnahmenpaket umfasst insgesamt 13 kurz- und mittelfristig angelegte Instrumente. Dazu gehören die Digitalisierung des Bauens, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, der Gebäudetyp E, ein zentrales Förderprogramm für den Neubau sowie verbesserte steuerliche Anreize. Ziel ist es, Effizienzpotenziale entlang des gesamten Bauprozesses zu erschließen und den Wohnungsbau wirtschaftlicher zu gestalten.

Digitalisierung und schnellere Verfahren als zentrale Hebel

Aus Sicht von Bundesbauministerin Verena Hubertz liegt ein wesentlicher Schlüssel zur Senkung der Baukosten in einer grundlegenden Modernisierung der Planungs- und Genehmigungsprozesse.

„Wenn wir im Wohnungsbau wirklich durchstarten wollen, müssen wir uns vom Ballast der zu hohen Baukosten befreien. Und genau dazu dient der Aktionsplan zur Senkung der Baukosten mit insgesamt 13 verschiedenen Maßnahmen. Wir setzen dabei auf Digitalisierung mit der verbindlichen Einführung des digitalen Bauantrags bis 2028. Wir führen einen Planungstakt ein, der dafür sorgt, dass Planverfahren nicht mehr 15, sondern nur noch 2 Jahre dauern sowie ein Bonus-System für verkürzte Bauzeiten. Und wir wollen mit dem Aktionsplan auch neue finanzielle Anreize setzen: Ich setze mich für weitere steuerliche Erleichterungen ein, wie zum Beispiel die degressive Abschreibung zu verlängern. Ich danke Finanzminister Lars Klingbeil, dass wir zudem bei meinem Herzensprojekt auf die Zielgerade einbiegen: Ein Wohnungsbaumodul für den Deutschlandfonds, der privates Kapital mobilisieren soll.

Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und der Wirtschaft. Denn der Wohnungsmarkt bietet langfristig gute Perspektiven für nachhaltige und rentable Investitionen. Wir müssen sie nur anstoßen.“

Mit dem verpflichtenden digitalen Bauantrag bis 2028, deutlich verkürzten Planungsverfahren und zusätzlichen finanziellen Anreizen verfolgt das Bundesbauministerium das Ziel, Investitionshemmnisse abzubauen und Planungsprozesse spürbar zu beschleunigen.

Öffentliches und privates Kapital gemeinsam mobilisieren

Neben regulatorischen Maßnahmen setzt die Bundesregierung auf eine stärkere Verzahnung öffentlicher Investitionen mit privatem Kapital. Der Wohnungsbau soll dabei von mehreren Finanzierungsinstrumenten profitieren.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte die Bedeutung langfristiger Investitionen und vereinfachter Rahmenbedingungen: „Wir wollen ein Land sein, das baut und auf das man bauen kann. Wir wollen schneller bauen und günstiger bauen. Denn wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen überall im Land. Dafür bringen wir öffentliches und privates Kapital zusammen. Mit unseren Rekordinvestitionen setzen wir Impulse: In den sozialen Wohnraum und die Städtebauförderung investieren wir bis 2029 insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Mit dem Deutschlandfonds hebeln wir privates Kapital. Auch das wird dem Wohnungsbau zugutekommen. Wir setzen auf vereinfachte Verfahren und weniger Bürokratie. Wir wollen außerdem, dass auch der Bund zukünftig Wohnungen in großem Stil bauen kann. Daher haben Bauministerin Verena Hubertz und ich die Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft vorgeschlagen.“

Im Mittelpunkt stehen dabei Investitionen in den sozialen Wohnungsbau und die Städtebauförderung ebenso wie der geplante Deutschlandfonds, über den privates Kapital für den Wohnungsbau mobilisiert werden soll. Ergänzend wurde die Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft vorgeschlagen.

Aktionsplan soll Investitionen langfristig attraktiver machen

Der vorgestellte Aktionsplan verfolgt sowohl kurzfristige als auch strukturelle Ziele. Neben einer schnelleren Umsetzung von Bauprojekten sollen insbesondere die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden. Dazu gehören steuerliche Anreize, vereinfachte Förderstrukturen sowie effizientere Planungs- und Genehmigungsprozesse.

Nach Auffassung des Bundesbauministeriums kann eine nachhaltige Senkung der Baukosten jedoch nur gelingen, wenn Bund, Länder, Kommunen sowie die Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Der Aktionsplan soll hierfür den politischen und regulatorischen Rahmen schaffen.

Neue Wege aus der Baukrise

Deutschland steht im Jahr 2025 vor einer seiner tiefgreifendsten wirtschaftlichen Herausforderungen: der anhaltenden Baukrise. Was sich schon in den Vorjahren abzeichnete, hat sich nun zu einem Flächenbrand entwickelt – mit dramatischen Folgen für Wohnungsbau, Infrastrukturprojekte und den sozialen Zusammenhalt. Bauunternehmen bremsen Investitionen, Projekte werden gestrichen, Mieter suchen vergeblich nach bezahlbarem Wohnraum. Die Krise ist nicht länger ein Problem einzelner Branchen – sie ist ein gesamtgesellschaftliches Thema geworden.

Chancen für die Bauwirtschaft

Die Baubranche durchlebt derzeit eine ungewöhnlich Krise, die viele Unternehmen mit Sorgen und Unsicherheit erfüllt. Die Ursachen sind vielfältig: Angefangen bei einer schwächelnden Konjunktur bis hin zu politischen Unsicherheiten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Mitarbeitenden zu sichern. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, den Unternehmen ein Forum zu bieten, um ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu kommunizieren.

Die Zukunft der Baubranche: Elektrische Antriebe und innovative Lösungen

Alternative Antriebe sind nur eine Initiative der Baubranche, trotz Krise neue Wege für eine nachhaltige Zukunft zu finden. Elektro-Motoren, Wasserstoffmotoren und Hybridantriebe werden immer mehr entwickelt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und CO2-Neutralität zu erreichen. Doch damit stößt der Innovationsgeist der Branche noch lange nicht am Ende.

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