Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 4\2020

Frederick Brüning, Stefan Brenner,

Digitale Transformation und „Legal Tech“

Die digitale Transformation ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, wodurch die Nachfrage von Unternehmen nach Rechtsberatungsprodukten, sogenannten Legal Techs, steigt.

Frederick Brüning ist Rechtsanwalt und spezialisiert auf Bau- und Immobilienrecht. Er ist Autor und als freier ­Lehrbuchautor für den Bereich Recht und Rechtsphilosophie tätig. www.kanzlei-bruening.com © Fotostudio Nina

Bis 2030 werden in Deutschland voraussichtlich 70 Prozent der Unternehmen Künst­liche Intelligenz nutzen, wodurch bis zu vier ­Millionen neue Jobs durch den technologischen Fortschritt entstehen. Demgegenüber wird voraussichtlich jeder fünfte konventionelle Arbeitsplatz durch die technische Automatisierung verloren gehen. Auch die Bauwirtschaft sucht nach Orientierung innerhalb der digitalen Welt.

Stefan Brenner ist Diplom Physiker und seit 1983 in der Softwarebranche tätig. 1994 hat er Brenner die ClassiX Software GmbH gegründet, die unter anderem für Konzerne wie die Deutsche Telekom AG tätig ist. © privat

Der Begriff "Legal Tech" setzt sich aus „legal ­services“ und „technology“ zusammen und bezeichnet die Digitalisierung der juristischen Arbeit. Legal Tech geht Hand in Hand mit der Automatisierung und Entwicklung neuer Arbeitsprozesse im ­Kanzlei-­ und Unternehmensalltag einher. Rechts­anwälte und Sachbearbeiter in Bau-Unternehmen haben somit die Möglichkeit, sich neue „Werkzeuge“ zu ­er­schließen.

War der Jurist noch vor einigen Jahren meist nur im eigenen Büro in der Lage, sicher und schnell auf sämtliche Datensätze zuzugreifen, so ist es durch intelligente Softwarelösungen ohne weiteres möglich, auch von unterwegs umfassenden Zugriff auf Akten, Schriftsätze und Projekt­management-Tools zu haben. Das Spektrum in ­diesem Bereich ist breit: Es beinhaltet sowohl Software, um die Büroorganisation von Anwälten und Unternehmen im Bereich Buchhaltung, Dokumentenverwaltung oder Rechnungswesen zu unter­stützen, als auch Online-Dienste, die immer ­häu­figer standardisierte Rechtsfragen übernehmen.

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Building Information Modeling
In der Bauwirtschaft ist besonders das Building Information Modeling (BIM) von entscheidender Relevanz. Durch diese Methode können ­Bau­werke anhand eines konsistenten, digitalen Gebäude­modells über ihren gesamten Lebenszyklus mit allen relevanten Informationen abgebildet werden. Ein solches Gebäudemodell lässt sich über den gesamten Planungs- und Bewirtschaftungs­prozess von allen Projektbeteiligten mit Informationen ­anreichern. So ist frühzeitig feststellbar, ob das ­Projekt in Bezug auf Konstruktion, Zeit-, ­Material- und Kosten­planung realistisch und ­effizient ­verwirklicht werden kann. Durch das BIM ist es möglich, entscheidende ­Informationen zu konsolidieren, was dazu führt, dass weniger Mängel in der jeweiligen Projektphase entstehen. Hierdurch lassen sich (juristische) Mängel minimieren.

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