Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 4\2020
Digitale Transformation und „Legal Tech“
Die digitale Transformation ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, wodurch die Nachfrage von Unternehmen nach Rechtsberatungsprodukten, sogenannten Legal Techs, steigt.
Bis 2030 werden in Deutschland voraussichtlich 70 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz nutzen, wodurch bis zu vier Millionen neue Jobs durch den technologischen Fortschritt entstehen. Demgegenüber wird voraussichtlich jeder fünfte konventionelle Arbeitsplatz durch die technische Automatisierung verloren gehen. Auch die Bauwirtschaft sucht nach Orientierung innerhalb der digitalen Welt.
Der Begriff "Legal Tech" setzt sich aus „legal services“ und „technology“ zusammen und bezeichnet die Digitalisierung der juristischen Arbeit. Legal Tech geht Hand in Hand mit der Automatisierung und Entwicklung neuer Arbeitsprozesse im Kanzlei- und Unternehmensalltag einher. Rechtsanwälte und Sachbearbeiter in Bau-Unternehmen haben somit die Möglichkeit, sich neue „Werkzeuge“ zu erschließen.
War der Jurist noch vor einigen Jahren meist nur im eigenen Büro in der Lage, sicher und schnell auf sämtliche Datensätze zuzugreifen, so ist es durch intelligente Softwarelösungen ohne weiteres möglich, auch von unterwegs umfassenden Zugriff auf Akten, Schriftsätze und Projektmanagement-Tools zu haben. Das Spektrum in diesem Bereich ist breit: Es beinhaltet sowohl Software, um die Büroorganisation von Anwälten und Unternehmen im Bereich Buchhaltung, Dokumentenverwaltung oder Rechnungswesen zu unterstützen, als auch Online-Dienste, die immer häufiger standardisierte Rechtsfragen übernehmen.
Building Information Modeling
In der Bauwirtschaft ist besonders das Building Information Modeling (BIM) von entscheidender Relevanz. Durch diese Methode können Bauwerke anhand eines konsistenten, digitalen Gebäudemodells über ihren gesamten Lebenszyklus mit allen relevanten Informationen abgebildet werden. Ein solches Gebäudemodell lässt sich über den gesamten Planungs- und Bewirtschaftungsprozess von allen Projektbeteiligten mit Informationen anreichern. So ist frühzeitig feststellbar, ob das Projekt in Bezug auf Konstruktion, Zeit-, Material- und Kostenplanung realistisch und effizient verwirklicht werden kann. Durch das BIM ist es möglich, entscheidende Informationen zu konsolidieren, was dazu führt, dass weniger Mängel in der jeweiligen Projektphase entstehen. Hierdurch lassen sich (juristische) Mängel minimieren.










