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Artikel und Hintergründe zum Thema

Aktion BauZukunft:

Alexander Görbing,

Warum der Tiefbau zur Konjunktur-Lokomotive und zum M&A-Hotspot wird

Der deutsche Bausektor befindet sich in einer Phase der tiefgreifenden Transformation.

Holger Fries, Partner bei Walter Fries Corporate Finance. © Walter Fries Corporate Finance

Während das konjunkturelle Umfeld im Hochbau weiterhin von einer starken Volatilität und Unsicherheit geprägt bleibt, hat sich der Bereich Infrastruktur- und Tiefbau zur stabilen Konjunktur-Lokomotive der gesamten Bauwirtschaft entwickelt. Diese fundamentale Verschiebung der Marktgewichte schlägt sich laut der aktuellen Analyse „Branchen-Insights Bau“ von Walter Fries Corporate Finance nun verstärkt in den Unternehmensbewertungen und einer deutlich gestiegenen Transaktionsdynamik nieder.

Der Tiefbau als neuer Wachstumsmotor

Ein Blick auf die ökonomischen Kennzahlen verdeutlicht die neue Dominanz dieses Sektors: Seit dem Jahr 2023 wird mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes der Baubranche im Tiefbau erwirtschaftet. Für das laufende Jahr 2026 prognostiziert die Analyse ein preisbereinigtes Wachstum des Bauvolumens von 1,7%. „Der öffentliche Tiefbau ragt dabei mit einem erwarteten Zuwachs von nahezu 10 % besonders hervor“, erklärt Holger Fries, Partner bei Walter Fries Corporate Finance.

Diese Entwicklung wird maßgeblich durch die politische Priorisierung des Infrastrukturausbaus getrieben. Ob die Sanierung des Schienennetzes, der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur oder die Ertüchtigung von Energie- und Versorgungsnetzen: Der gewaltige Investitionsbedarf sorgt für eine im Baugewerbe seltene, langfristige Planungssicherheit. Diese Stabilität bildet das Fundament für das aktuelle Marktgeschehen und macht spezialisierte mittelständische Unternehmen zu begehrten Objekten für strategische Investoren.

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Signifikante Steigerung der Multiplikatoren

Die positive Entwicklung am Markt führt zu einer messbaren Wertsteigerung gut aufgestellter mittelständischer Betriebe. Die Daten der Studie von Walter Fries Corporate Finance belegen eine signifikante Aufwärtsbewegung bei den Transaktionspreisen. „Die EBIT-Multiplikatoren für kleine und mittlere Unternehmen sind im Jahresvergleich deutlich angestiegen. Von dem vierten Quartal 2024 auf das vierte Quartal 2025 betrug das Plus beachtliche 17,6 %“, berichtet Fries.

Aktuell bewegen sich die Multiplikatoren im Bereich Tiefbau und Rohrleitungsbau konstant in einem Korridor zwischen 5x und 10x EBIT. Diese Bandbreite reflektiert nicht nur die hohe Nachfrage, sondern auch eine veränderte Marktlogik: Der Markt belohnt derzeit nicht zwangsläufig die schiere Größe eines Betriebes. Vielmehr ist der optimale Zeitpunkt für einen Verkauf entscheidend für den Erfolg. Investoren richten ihren Fokus dabei insbesondere auf spezialisierte mittelständische Betriebe in den Segmenten Verkehrswegebau sowie Rohrleitungsbau.

M&A als Instrument der Nachfolgeregelung und Konsolidierung

In der täglichen Beratungspraxis von Walter Fries Corporate Finance zeigt sich ein deutlicher Wandel bei strategischen Entscheidungen. M&A-Prozesse werden heute von Inhabern als bewusst genutztes Instrument der unternehmerischen Gestaltung verstanden, um das Lebenswerk zu sichern oder Wachstumschancen durch anorganisches Wachstum zu realisieren. Ein zentraler Auslöser für Übernahmen sind derzeit oft ungelöste Nachfolgesituationen im Mittelstand.

Wie dynamisch sich diese Konsolidierung vollzieht, belegen aktuelle Transaktionsbeispiele aus dem Portfolio von Walter Fries Corporate Finance. So wurde im Juni 2025 das Ingenieurbüro Becker & Partner erfolgreich an die Treysta Ingenieure Holding übergeben, was den Trend zur Stärkung von Planungs- und Ingenieurskapazitäten unterstreicht. Ein weiterer relevanter Referenzfall ist die Übergabe der Wachenfeld Gruppe (Verkehrswegebau) an die Bickhardt Bau SE im November 2025 im Rahmen einer Nachfolgeregelung.

Diese Entwicklung setzte sich Anfang 2026 fort: Ein prominentes Beispiel für die strategische Neuordnung ist der Verkauf der Hermanns AG (Hoch-/Tiefbau) im Januar 2026 an die familiengeführte Depenbrock Gruppe. „Solche Deals zeigen den Trend zur Konsolidierung und das hohe Käuferinteresse an qualitativ hochwertigen Targets deutlich auf“, so Fries.

Die Branche befindet sich in einer Phase der strategischen Neuordnung. Für Unternehmer im Infrastruktur- und Tiefbau bietet das aktuelle Marktumfeld außergewöhnliche Chancen. Die Kombination aus stabilen bis steigenden Bewertungen, einer exzellenten Auftragslage und langfristiger Planungssicherheit macht den jetzigen Zeitpunkt für strategische Unternehmensverkäufe oder Nachfolgelösungen besonders günstig. Strategische Klarheit und ein professionell strukturierter Prozess sind dabei die Schlüssel, um in einem komplexen Umfeld den maximalen Transaktionswert zu realisieren.

Über Walter Fries Corporate Finance

Walter Fries Corporate Finance ist ein auf Unternehmenstransaktionen spezialisiertes Beratungshaus mit Sitz in Aschaffenburg. Seit über 25 Jahren begleitet das Team um Partner Holger Fries inhabergeführte mittelständische Unternehmen bei Verkaufs- und Kaufmandaten sowie komplexen Nachfolgelösungen. Mit über 150 erfolgreich abgeschlossenen Unternehmensverkäufen und einem Transaktionsvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro verfügt das M&A Beratungshaus über eine tiefe Expertise in der Bauwirtschaft.
Aktuelle Transaktionen (Auszug):

  • Hermanns AG (Hoch-/Tiefbau) an die Depenbrock Gruppe (Januar 2026)
  • Wachenfeld Gruppe (Verkehrswegebau) an die Bickhardt Bau SE (November 2025)
  • Ingenieurbüro Becker & Partner an die Treysta Ingenieure Holding (Juni 2025)
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