Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 4\2020
Anspruchsvolle Entwässerung
Im Logistikpark GG RheinMain erfolgt die Regenwasserbehandlung und -bewirtschaftung mit Produkten der Fränkischen Rohrwerke: Sedipipe-Anlagen reinigen die Niederschläge auf den Verkehrsflächen, über Kunststoff-Halbblöcke versickert das gesäuberte Regenwasser von den Dachbereichen.
Für die Verkehrsflächen im Logistikpark GG RheinMain in Groß-Gerau war eine Regenwasserbehandlung und -versickerung erforderlich, die dem hohen Verkehrsaufkommen mit schweren Fahrzeugen auf großen Flächen gerecht wird. Hier erwiesen sich Sedipipe-Anlagen und die Halbblöcke Rigofill inspect des Unternehmens Fränkische Rohrwerke aus dem bayrischen Königsberg als passende Lösung. Besonderen Reinigungsbedarf gab es für die 52.000 Quadratmeter stark belasteten und verschmutzten Verkehrsflächen auf dem Areal, auf dem Tag und Nacht Lkw zu den Logistikhallen unterwegs sind. Zur Behandlung der Niederschläge wurden hier sieben Sedipipe-XL-plus-Anlagen 600/24 parallel angeordnet. Diese Systeme halten über zwei Strömungstrenner Grob- und Feinstoffe zurück und scheiden gleichzeitig Leichtflüssigkeiten ab – sogar im Havariefall bei Regen.
Bausteine für die kontrollierte Versickerung
Das Regenwasser von den knapp 48.000 Quadratmeter großen Dachflächen reinigen zunächst zehn Sedipipe level 400/6 und zwölf Sedipipe level 600/6. Bei diesem Anlagentyp liegen Zu- und Ablauf auf demselben Höhenniveau, sodass die Ablaufleitung oder die nachfolgende Rigole mit der geringstmöglichen Einbautiefe umgesetzt werden können. Hier sind insgesamt 2.971 Rigofill-inspect-Halbblöcke verbaut, die für eine kontrollierte Versickerung sorgen. Für den hohen Grundwasserstand waren diese 350 Millimeter hohen Universalbausteine aus langlebigem Kunststoff die geeignete Lösung. Sie lassen sich problemlos unter Verkehrsflächen einbauen.
Regenwasserreinigung und Ölabscheidung kombiniert
Das patentierte Reinigungsprinzip der Sedipipe-Anlagen basiert auf der Strömungstrenner-Technologie: Verschmutzungen werden entlang der Sedimentationsstrecke durch den eingebauten Strömungstrenner vom durchfließenden Regenwasser getrennt. Sedimente im Regenwasser setzen sich unterhalb des grünen Gitters ab und sammeln sich im strömungsberuhigten Raum im unteren Rohrquerschnitt. Der Strömungstrenner verhindert, dass sich die Partikel bei Regen remobilisieren.
Durch einen zweiten Strömungstrenner und das Tauchrohr im Zielschacht hält Sedipipe XL plus im Havariefall Leichtflüssigkeiten, zum Beispiel Öl, zurück – auch bei Regenwetter. Selbst wenn ein Starkregenereignis nachfolgen sollte, speichert die Regenwasserreinigungsanlage die abgeschiedenen Schadstoffe sicher und schützt das Grundwasser. Dabei basiert das System, das durch TÜV-Rheinland LGA Products geprüft worden ist, auf dem Koaleszenzprinzip nach DIN EN 858-1. Sedipipe XL Plus schließt auch große Flächen an und hat ein umfangreiches Speichervolumen für Sedimente und Leichtflüssigkeiten bis fünf Kubikmeter pro Anlage. Aufgrund der objektspezifischen Planung, der Vorfertigung der einzelnen Module sowie der leichten Bauweise lassen sich die Sedipipe-XL-plus-Systeme innerhalb kürzester Zeit einbauen. Die komplett unterirdischen Sedimentationsanlagen lassen sich – wie am Beispiel Logistikpark Groß-Gerau – problemlos auch unter Verkehrsflächen positionieren und halten dem Schwerlastverkehr (SLW 60) stand. Der große, durchgehende Inspektionstunnel macht sie gut kontrollier- und spülbar.
Quader beliebig anzuordnen
Der Halbblock Rigofill inspect hat ein Speichervolumen von mehr als 94 Prozent und nimmt 211 Liter Regenwasser auf, da der Säulenhohlraum zu 100 Prozent als Speicherplatz dient. Durch die Quaderform der einzelnen Bausteine lassen sich die Blöcke zu einer Anlage in beliebiger Größe und Form anordnen. Das geringe Gewicht von zwölf Kilo pro Block ermöglicht eine einfache Handhabung und einen leichten Einbau. Rigofill inspect hat die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt).
Der Einbau der umfangreichen Entwässerungssysteme im Logistikpark dauerte nur rund drei Monate, obwohl die Baustelle erschwerte Bedingungen bot. Beim Verbauen war Sorgfalt und Fingerspitzengefühl wichtig, weil die Sedipipe-Anlagen und Rigolen teilweise dicht an die Logistikhallen gesetzt werden mussten, da eine ausreichende Einbautiefe nur direkt an den Gebäuden gegeben war. Das zuständige Bauunternehmen Quakernack konnte die Anlage exakt ausrichten und einbauen.









