Digitalisierung im Straßenbau

Marvin Meyke,

Mit digitaler Unterstützung verdichten

Im Straßen- und Erdbau geht es bei den Walzenzügen nicht mehr nur um Motorenleistung oder die Gewichtsklasse, intelligente Systeme werden immer wichtiger. So kann man Bauunternehmer mit digitaler Unterstützung die fachgerecht ausgeführte Verdichtung nachvollziehbar nachweisen.

© Ammann Verdichtung

Auch im Straßen- und Erdbau ist BIM (Building Information Modelling) längst angekommen und stellt Planer und ausführende Unternehmen vor neue Herausforderungen: Die gesamte Straßenbaulogistik muss durchgeplant sein. Von den Produktionsrhythmen der Asphaltmischanlagen über die minutiös pünktlichen LKW-Anlieferungen bis hin zu den eingesetzten Straßenbaumaschinen: Deren Steuerungen lenken und dokumentieren mithilfe satellitengestützter Daten und unter Einsatz von Sensoren alle Arbeitsschritte lückenlos – so auch die Verdichtung. Walzen und Walzenzüge, die auf einer solchen Baustelle zum Einsatz kommen, müssen daher mit Verdichtungskontrollsystemen ausgestattet sein. Mit dem Ammann Compaction Expert (ACE) bietet der Schweizer Hersteller eine etablierte Verdichtungskontrolle an. Das in den Walzen integrierte, dynamische Mess- und Dokumentationssystem dient der Qualitätssicherung und erfüllt die Spezifikationen der europäischen Richtlinie CEN 17006.

In zwei Varianten ist das ACE-System für alle Walzenzüge der ARS-Reihe, die ARX-Tandemwalzen, sowie für die schemelgelenkte ARP-Reihe erhältlich. Das ACEforce-System misst die Steifigkeit und zeigt den Wert neben der Fahrgeschwindigkeit, der Frequenz und bei Asphaltwalzen die Oberflächentemperatur im Display an. Die Variante ACEpro reagiert zudem auf die erfassten Messwerte und passt die Vibrationsparameter automatisch an. Sämtliche Messwerte, inklusive den Parametern zu Tragfähigkeit, Anzahl der Überfahrten sowie Frequenz- und Amplitudenwerte werden kontinuierlich in Echtzeit angezeigt und gespeichert. Beide ACE-Systeme bieten außerdem eine ADS-Dokumentationssoftware mit Office-Analysefunktion zur  Kontrolle der geleisteten Überfahrten.

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"Die Nachfrage nach einer GPS-gestützten Dokumentation wird immer größer", bestätigt Willi Reutter, Application Manager Heavy Equipment bei der Ammann Verdichtung GmbH. "Zunehmend ist diese bereits Teil der Ausschreibung. Unsere ACE-Systeme sind daher mit allen gängigen GPS-Produkten kombinierbar." Die Verdichtungskontrolle mit GPS-Funktion fügt sich gut in diese digitalen Prozesse auf der Baustelle. Noch während der Fahrer seine Bahnen zieht, senden die ACE-Systeme bereits den Verdichtungsfortschritt an die Planungsstelle. Mit den aufbereiteten Daten aus dem elektronischen Protokoll werden Telematiksysteme aller beteiligten Gewerke gespeist, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der durchgeführten Arbeiten ermöglichen.

Wer zu stark verdichtet, macht schnell die gesamte Arbeit zunichte. Daher zeigen die ACE-Systeme die Walzübergänge direkt mit Farbcodes auf dem Display an. Ist die geforderte Bodensteifigkeit erreicht, kann der Fahrer den nächsten Bereich ansteuern. Übermäßige Verdichtung wird sovermieden, Maschinenverschleiß und Treibstoffkosten minimiert.

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