Straßen- und Verkehrswegebau
Nachhaltige Brückeninstandsetzung
Auf der BAU 2023 hat Sika die Brückenabdichtungstechnologie Sika HANV Rapid vorgestellt. Zusammen mit den Fugenbandsystemen kam die Abdichtungstechnologie nun zum Einsatz.
Brücken sind durch das Verkehrsaufkommen und insbesondere durch den Schwerlastverkehr kontinuierlich großen Belastungen ausgesetzt. Notwendige Instandsetzungsmaßnahmen sind oft langwierig – Staus, Straßensperrungen und Umleitungen sind die Konsequenz und belasten die Umwelt durch den erhöhten CO2-Ausstoß beim Verkehrsinfarkt zusätzlich. Mit HANV Rapid hat Sika eine wirtschaftliche Lösung entwickelt. Durch die besonders kurze Ausführungszeit der innovativen Abdichtung kann eine raschere Verkehrsfreigabe erfolgen, was die Emissionen, Kosten sowie die Gesamtbauzeit um bis zu 80 % senkt.
Bei der HANV-Methode (Hohlraumreiches Asphalttraggerüst mit nachträglicher Verfüllung) wird in nur einem Arbeitsgang ein Asphalttraggerüst (ATG) auf die vorbereitete Betonkonstruktion aufgebracht. Nachdem diese Schicht auf maximal 60 °C abgekühlt ist, wird das Asphalttraggerüst bis zur Verfüllung mit Sika Ergodur-1000 HANV getränkt. Um einen optimalen Verbund des Systems mit den Asphaltschichten zu erreichen, wird das Einstreuen des Schmelzklebergranulats Sikalastic-827 HT empfohlen. Durch den Wärmeeintrag des Asphalts expandiert das Granulat, verflüssigt sich und garantiert nach Erkalten eine sichere und dauerhafte Verklebung zwischen der Abdichtung HANV und der nachfolgenden Asphaltdeckschicht.
Busbuchten Flughafen Berlin-Brandenburg (BER)
Das Abdichtungssystem wurde bereits in diversen Bauvorhaben umgesetzt. Bei einer Bushaltestelle im Ankunftsbereich von Terminal 1 des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) wurde das Epoxidharz Sika Ergodur-1000 HANV verwendet. Bei diesem Bauvorhaben kam aufgrund der enorm hohen Belastungen ein besonderer Aufbau zum Einsatz: ein zweilagig verfülltes Asphalttraggerüst. Im beschädigten Bereich mit einer Größe von etwa 290 m2 wurde eine gut 9 cm dicke Schicht komplett bis auf den Konstruktionsbeton abgetragen. Im nächsten Arbeitsgang konnte die erste Schicht des Asphalttraggerüsts mit einem Fertiger eingebaut werden. Anschließend wurde die Fläche mit einer vibrationsfreien Walze geglättet. Nach rund einer Stunde hatte sich der eingebaute Asphalt bis auf die notwendige Temperatur von 60 °C abgekühlt, um den nächsten Arbeitsschritt mit dem Verfüllharz Sika Ergodur-1000 HANV durchführen zu können. Dieses wurde händisch mit einem Gummischieber auf die erste Asphaltschicht gleichmäßig bis zur Sättigung verteilt. Daraufhin folgte die zweite circa 4 cm dicke Schicht aus Asphalttraggerüst, die analog der ersten ATG-Schicht erneut mit Sika Ergodur-1000 HANV bis zur Sättigung verfüllt wurde. Anschließend wurde mit einem weißen, unbehandelten Splitt abgestreut, um die Temperatur auf der Fläche bis zu 10 % zu reduzieren. Bereits am nächsten Tag konnte die Bushaltestelle wieder befahren werden.
Zentraler Omnibusbahnhof Bergedorf
Beim ZOB im Hamburger Stadtteil Bergedorf kam bei der umfassenden Sanierung der 5.800 m2 großen Fläche des Busbahnhofs ebenfalls die HANV-Methode zum Einsatz. Da die Fahrbahn stark beschädigt war, musste zuerst der Altbelag in unterschiedlichen Dicken von 5 bis 16 cm entfernt werden. Das Bauwerk wurde bis auf den Konstruktionsbeton freigelegt und für den nächsten Bauabschnitt vorbereitet. Nach einer Egalisierung der Höhenunterschiede im Untergrund durch eine Ausgleichsschicht wurde die gesamte Fläche im Kreuzgang kugelgestrahlt und der Einbau des Fahrbahnbelags nach der HANV-Methode konnte beginnen. Für die Abdichtung der Betonfahrbahntafel wurde auch hier Sika Ergodur-1000 HANV verwendet. Das ATG wurde mit dem Einbaufertiger in den einzelnen Bauabschnitten Zug um Zug in einer Dicke von 2,5 cm eingebaut. Nach Abkühlung auf rund 60 °C wurde die Fläche mit dem Verfüllharz geflutet und dieses gleichmäßig mit dem Gummischieber verteilt. Im Anschluss wurde als Deckschicht erneut ein Asphalttraggerüst in derselben Dicke eingebaut und wieder mit dem Verfüllharz geflutet.
Referenz Wallstraßenbrücke Ulm
Auch die Wallstraßenbrücke in Ulm wurde mit Sika HANV Rapid schnell und sicher instandgesetzt, um die geplante Restnutzungsdauer bis zum Ersatzneubau zu gewährleisten. Ins Gewicht fielen sowohl die deutliche Lastenreduzierung durch den dünneren neuen Schichtenaufbau als auch die enorme Zeitersparnis bei der Umsetzung der Baumaßnahme. Im Laufe der Jahre mussten immer wieder Belagsschäden ausgebessert werden, sodass sich auf dem Brückenbauwerk bis zu 18 cm Asphalt aufgebaut haben. Zudem war die dünne Mastix-Abdichtung aus den 1980er/90er Jahren unterläufig und verlor die Haftung zum Untergrund. Deshalb wurde entschieden, den gesamten Fahrbahnbelag zu erneuern. Durch den im Vergleich zum Bestand dünneren neuen Schichtenaufbau wurde mit der HANV-Methode eine Gewichtsreduzierung von etwa 1.000 t erreicht und damit die Lebenserwartung des Bauwerks erhöht. Außerdem war die Zeitersparnis immens und der Eingriff in den Verkehr minimal. Die Sanierung des Fahrbahnbelags erfolgte in zwei Bauabschnitten an jeweils drei Arbeitstagen pro Fahrtrichtung. Nach nur sechs Wochen Bauzeit in den Sommerferien konnte die Wallstraßenbrücke wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden.
Eigener CAD-Service für Fugenbänder
Bauwerksabdichtung ist anspruchsvoll und benötigt durchdachte Lösungen. Sika bietet in diesem Bereich Service und Sicherheit: von der Planung und Auswahl der Produktsysteme über die Fertigung bis hin zum Einbau begleiten Sika-Experten die Kunden mit individuellen Serviceleistungen und persönlicher Beratung. Beispielsweise werden für die Konfektionierung und Herstellung von Fugenbandformteilen in der hauseigenen CAD-Abteilung auf Basis von Planunterlagen Fertigungszeichnungen erstellt, anhand derer die Systeme in einer eigenen Fugenbandwerkstatt individuell nach Maß erarbeitet werden.










