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Artikel und Hintergründe zum Thema

Infrastrukturprojekt

Max Kandler,

Wunderline-Ausbau: terra infrastructure liefert Spundbohlen für den neuen Bahnhof Ihrhove

Die Modernisierung der Bahnverbindung zwischen Bremen und Groningen, bekannt als Wunderline, zählt zu den bedeutendsten grenzüberschreitenden Infrastrukturvorhaben im nordwestdeutschen Raum. Seit 2023 wird die rund 173 Kilometer lange Strecke schrittweise ausgebaut, um Reisezeiten zu verkürzen und die Leistungsfähigkeit des Schienennetzes nachhaltig zu erhöhen. Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist der neue Bahnhof Ihrhove, der im Auftrag der Deutschen Bahn AG entsteht und künftig eine wichtige Funktion für die regionale Anbindung übernimmt.

Der neue Bahnhof entsteht direkt an einem Biotop. © Heisig Spezialtief- und Wasserbau GmbH

Der Neubau des Haltepunkts steht exemplarisch für die technischen und logistischen Anforderungen moderner Bahnprojekte, bei denen Baugrund, Umweltauflagen und betrieblicher Eisenbahnverkehr gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.

Spundbohlen als tragendes Element im Bahnhof Ihrhove

Für die bauliche Umsetzung des neuen Haltepunkts kamen Spundbohlen der terra infrastructure zum Einsatz. Insgesamt wurden auf einer Länge von rund 350 Metern Stahlkonstruktionen eingebracht, die sowohl als Stützwand dienen als auch den sensiblen Naturraum am Standort schützen.

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Die eingesetzten Doppelbohlen vom Typ tkI 603 wurden teilbeschichtet geliefert und speziell für die Anforderungen im Wasser- und Verkehrswegebau vorbereitet. Damit stellen die Spundbohlen eine technisch robuste Lösung dar, die sowohl statische Anforderungen erfüllt als auch Korrosionsschutz in besonders exponierten Bereichen gewährleistet.

Die Entscheidung für diese Bauweise war eng mit den örtlichen Gegebenheiten verknüpft, da der neue Bahnhof Bahnhof Ihrhove direkt an ein Biotop mit angrenzendem Gewässer grenzt.

Bauen im sensiblen Umfeld zwischen Bahntrasse und Biotop

Die Lage des neuen Haltepunkts stellte hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Anders als bei Modernisierungen im Bestand wurde der Standort vollständig neu entwickelt. Dadurch konnten zwar moderne Anforderungen an Barrierefreiheit und Betrieb erfüllt werden, gleichzeitig musste jedoch ein unmittelbarer Eingriff in ein ökologisch sensibles Umfeld vermieden werden.

Besonders kritisch war die Nähe des Gewässers zum späteren Bahnsteigbereich. Eine konventionelle Böschungslösung war nicht möglich, weshalb eine Spundwand als dauerhaft tragendes Element der Hinterkante des Bahnsteigs ausgeführt wurde. Ergänzt wurde diese Konstruktion durch einen Betonkopfbalken sowie ein Geländersystem zur dauerhaften Sicherung.

Die Teilbeschichtung wird mittels Spritzpistole gleichmäßig aufgetragen. © terra infrastructure GmbH

Die Spundwand wurde zudem um zusätzliche Abschnitte entlang der Zuwegung erweitert, um eine klare Trennung zwischen Verkehrsflächen und Naturraum dauerhaft sicherzustellen.

Präzision bei engem Baufeld und laufendem Zugverkehr

Die Umsetzung erfolgte unter außergewöhnlich beengten Bedingungen. Für den Einbau der Spundbohlen stand lediglich ein etwa vier Meter breiter Arbeitsstreifen zur Verfügung. Gleichzeitig blieb die Bahnstrecke während der Bauarbeiten in Betrieb, wodurch der Bauablauf eng mit dem Zugverkehr abgestimmt werden musste.

Der Einbau der Spundbohlen erfolgte mit erschütterungsarmer, hochfrequent arbeitender Technik. Diese Vorgehensweise reduzierte Einwirkungen auf Gleise, Baugrund und angrenzende Umweltbereiche deutlich. Besonders im Bereich der teilbeschichteten Elemente war ein sorgfältiger Materialumgang erforderlich, um die Schutzschicht nicht zu beschädigen und aufwendige Nacharbeiten zu vermeiden.

Die Logistik spielte eine entscheidende Rolle: Materialanlieferungen, Zwischenlagerung und tägliche Einbauleistung mussten exakt synchronisiert werden, um den Baufortschritt trotz begrenzter Flächen sicherzustellen.

Schutz des Biotops als integraler Bestandteil der Bauausführung

Ein zentrales Ziel der Maßnahme war der Schutz des angrenzenden Biotops. Neben der baulichen Trennung durch die Spundwand wurde auch während der Bauphase konsequent auf emissionsarme und bodenschonende Verfahren gesetzt.

Der Einsatz von bioölbetriebenen Maschinen sowie temporären Baustraßen aus Baggermatratzen reduzierte den ökologischen Eingriff zusätzlich. Diese Konstruktionen verteilten Lasten gleichmäßig und verhinderten eine übermäßige Bodenverdichtung im sensiblen Umfeld.

Die Kombination aus technischer Präzision, abgestimmter Logistik und umweltgerechter Bauweise zeigt exemplarisch, wie moderne Infrastrukturprojekte heute umgesetzt werden müssen, wenn Verkehrsinfrastruktur und Naturschutz in direkter Nachbarschaft stehen.

Effiziente Umsetzung als Teil der Wunderline-Strategie

Nach rund vier Wochen Bauzeit konnte die Spundwand erfolgreich fertiggestellt werden. Damit ist ein wesentlicher Abschnitt des neuen Bahnhofs Ihrhove abgeschlossen und ein wichtiger Baustein für die zukünftige Bahnverbindung Bremen–Groningen gesichert.

Das Projekt verdeutlicht, welche Bedeutung spezialisierte Bauverfahren und hochwertige Materialien im Spezialtiefbau haben. Insbesondere die Kombination aus präziser Ausführung und angepasster Produktlösung von terra infrastructure zeigt, wie Infrastrukturprojekte im Spannungsfeld zwischen Zeitdruck, Sicherheit und Umweltanforderungen realisiert werden können.

Mit dem Fortschritt am Bahnhof Ihrhove gewinnt die Wunderline weiter an Kontur und stärkt langfristig die grenzüberschreitende Mobilität im nordwestdeutschen Raum.

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