Baukrise 2024
Mit Digitalisierung und Proemion aus der Baukrise
Wie Baumaschinenhersteller mit modernen Technologien helfen, die Heraus- forderungen der Bauindustrie zu meistern, erklärt Philipp Maul von Proemion.
Die Bauwirtschaft steht vor enormen Herausforderungen, die auf den gesamten Sektor wirken – von der Materialbeschaffung bis zur Fertigstellung von Projekten. Die steigenden Kosten für Materialien und Energie sowie fehlende Fachkräfte belasten Bauunternehmen stark. Hinzu kommen neue Umweltauflagen und Rohstoffengpässe, die die Lage weiter verschärfen.
Um diesen Problemen zu begegnen, setzen viele Unternehmen auf innovative Technologien und die Digitalisierung, um ihre Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Erfolgsbeispiele führender Baumaschinenhersteller wie Bergmann, CIFA und Doppstadt zeigen, wie der Einsatz von Telematik-Lösungen nicht nur die Kosten in der Baukrise senkt, sondern auch die Produktivität nachhaltig verbessert.
Bergmann: Neue Märkte durch Remote Service erschließen
Bergmann, ein Familienunternehmen, das auf die Herstellung von Kompaktdumpern spezialisiert ist, nutzte die Digitalisierung, um in neue Märkte vorzudringen und seinen Service global zu skalieren. Mit zunehmender Expansion in Regionen wie Nord- und Südamerika, Australien und Europa entstand der Bedarf an einer effizienten, standortunabhängigen Lösung zur Wartung und Diagnose der Maschinen.
Durch die Integration modernster Telematiklösungen können Bergmann-Techniker nun aus der Ferne auf Maschinendaten zugreifen, Probleme diagnostizieren und wichtige Einblicke in die Maschinennutzung gewinnen. Das ermöglicht eine schnellere Fehlerbehebung, reduziert Ausfallzeiten und verbessert den Service signifikant. Das b.Connect-Portal bietet eine zentrale Plattform, über die Wartungshistorien und Servicedaten dokumentiert werden. Kunden können Ersatzteile über das b.Parts-Portal bestellen oder Servicefälle direkt über das b.Support-System melden. Besonders vorteilhaft ist die Möglichkeit, Software-Updates aus der Ferne durchzuführen, was teure und zeitaufwendige Vor-Ort-Besuche überflüssig macht. Die Digitalisierung spart nicht nur Kosten und Zeit, sondern trägt auch zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei – ein wichtiger Faktor in Zeiten steigender Umweltauflagen.
CIFA: Smarte Telematik für globale Effizienz und Wettbewerbsvorteile
Für CIFA, einen weltweit tätigen Hersteller von Betonmaschinen, stand fest: Die bestehende Telematiklösung reichte nicht mehr aus. Angesichts der steigenden Anforderungen an Effizienz und Kostenkontrolle in der Bauwirtschaft musste eine flexiblere und leistungsstärkere Lösung her, die Maschinen weltweit präzise überwachen und verwalten kann. CIFA konnte dank der Implementierung einer fortschrittlicheren Telematiklösung seine Maschinen mit einer TCU ausrüsten, die direkt in das zentrale System der Maschinen integriert wurde. Diese Lösung ermöglicht eine bidirektionale Kommunikation und maschinennahes Computing, was zu geringeren Kosten und einer verbesserten Diagnosefähigkeit führt.
Die Vorteile dieser Lösung sind weitreichend: CIFA kann nun seinen Kunden weltweit eine professionelle Fernüberwachung und vorbeugende Wartung bieten, was Ausfallzeiten reduziert und die Produktivität steigert. Die Flexibilität der Lösung ermöglicht es CIFA zudem, zukünftige Anforderungen, wie die Einbeziehung von Wartungsplänen und Ferndiagnosen, zu erfüllen. Diese Digitalisierungsmaßnahme hilft CIFA, sich von der Konkurrenz abzuheben und die Effizienz in der Baukrise zu maximieren.
Doppstadt: Optimierter Service durch Echtzeit-Wartungsdaten
Auch Doppstadt, führender Hersteller von Recyclingmaschinen, hat die Digitalisierung genutzt, um seinen Kundenservice signifikant zu verbessern. Durch die Integration einer neuen Telematikplattform in das bestehende Ticketsystem konnte Doppstadt die Erfassung von Betriebsstunden und Wartungsinformationen automatisieren und somit den Service effizienter gestalten.
Statt wie früher manuell Wartungstermine zu organisieren, werden heute Maschinendaten in Echtzeit erfasst und automatisch in das Wartungssystem übertragen. Sobald eine vorgegebene Betriebsstundengrenze erreicht wird, wird ein neues Wartungsticket erstellt und sowohl der Kunde als auch die Servicetechniker werden benachrichtigt. Diese proaktive Planung sorgt dafür, dass Wartungen rechtzeitig durchgeführt werden, was das Risiko von Maschinenausfällen deutlich verringert.
Die Vorteile der Digitalisierung bei Doppstadt sind zahlreich: Durch die vorausschauende Planung konnten mehr Maschinen gewartet und der Verkauf von Ersatzteilen gesteigert werden. Die optimierte Routenplanung der Servicetechniker führte zudem zu einer höheren Auslastung und einer verbesserten Kundenzufriedenheit. Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, Serviceinformationen in Echtzeit über ein Datenportal mit den Kunden zu teilen, was für eine hohe Transparenz sorgt. Servicetechniker können weiterhin in ihrem gewohnten Ticketsystem arbeiten, ohne sich in neue Tools einarbeiten zu müssen – eine wichtige Zeitersparnis im Tagesgeschäft.
Die Bauwirtschaft steht vor Herausforderungen, doch durch die Digitalisierung der Maschinen und von Arbeitsprozessen eröffnen sich neue Wege, um diese zu meistern. Die Beispiele von Bergmann, CIFA und Doppstadt zeigen, wie der gezielte Einsatz von Telematik und digitaler Konnektivität zu erheblichen Effizienzsteigerungen, Kosteneinsparungen und einer verbesserten Servicequalität führt.
Durch den Einsatz von Telematiklösungen können Baumaschinenhersteller nicht nur die Auslastung ihrer Maschinen optimieren, sondern auch Ausfallzeiten minimieren und ihre Kunden proaktiv betreuen. Dies führt nicht nur zu einer höheren Kundenzufriedenheit, sondern auch zu einem Wettbewerbsvorteil in einer Branche, die zunehmend auf Effizienz und Nachhaltigkeit angewiesen ist.
Dieser Gastbeitrag erschien zuerst in Ausgabe 11_2024













