Baumaschinen
Alpiner Spezialtiefbau am Wurtenspeicher mit Liebherr-Maschinen
Der Wurtenspeicher ist ein wesentlicher Bestandteil der Kraftwerksgruppe Fragant und übernimmt eine Schlüsselrolle in der alpinen Energieinfrastruktur. Um den steigenden Anforderungen an flexible Energieerzeugung gerecht zu werden, wird der bestehende Staudamm umfassend ertüchtigt. Ziel ist es, das Speichervolumen signifikant zu erhöhen und damit die betriebliche Effizienz nachhaltig zu verbessern.
Im Zuge der Maßnahme wird der Damm angehoben und verbreitert, während der Speicher vollständig entleert wird. Diese Rahmenbedingungen schaffen die Grundlage für anspruchsvolle Arbeiten im Spezialtiefbau, die höchste Präzision und eine exakt abgestimmte Bauablaufplanung erfordern.
Logistik im Hochgebirge als Schlüsselherausforderung
Die Baustelle auf rund 1.700 Metern Höhe stellt alle Beteiligten vor erhebliche logistische Herausforderungen. Enge Zufahrtswege, Tunnelpassagen und begrenzte Flächen verlangen nach durchdachten Transport- und Gerätekonzepten. Das Bauunternehmen Züblin setzt hier gezielt auf technische Lösungen, die speziell für solche Einsatzbedingungen entwickelt wurden.
Das eingesetzte Bohrgerät LB 45 von Liebherr verfügt über einen Klappmäkler, der die Transportlänge reduziert und damit den Einsatz in schwer zugänglichen Regionen ermöglicht. Gerade bei alpinen Infrastrukturprojekten zeigt sich, dass nicht nur Leistungsdaten, sondern auch Transportfähigkeit und Flexibilität entscheidend für den Projekterfolg sind.
Präzision im Spezialtiefbau unter extremen Bedingungen
Im Zentrum der Arbeiten steht die Herstellung einer überschnittenen Pfahlwand zur Untergrundabdichtung. Das Kellybohrverfahren kommt dabei gezielt zum Einsatz, um Bohrpfähle mit variierenden Tiefen und konstantem Durchmesser herzustellen. Die geologischen Bedingungen am Wurtenspeicher – geprägt von abrasiven Materialien und hochfestem Fels – erfordern eine exakt gesteuerte Bohrtechnik.
Die zulässige Toleranz ist minimal: Abweichungen von mehr als einem Prozent sind nicht vorgesehen. Diese Anforderungen machen deutlich, wie entscheidend die Kombination aus Maschinenleistung und Bedienpräzision ist. Das LB 45 liefert hierfür das notwendige Drehmoment und ermöglicht zugleich flexible Anpassungen an wechselnde Baugrundverhältnisse.
Zusätzliche technische Features wie der Überlastschutz der Kellywinde oder die Seillängenmessung unterstützen die Ausführung komplexer Arbeitsschritte und erhöhen die Prozesssicherheit. Gerade bei der Herstellung tiefreichender Gründungselemente sind solche Systeme ein wesentlicher Faktor für Qualität und Effizienz.
Unterstützung durch leistungsstarke Hebetechnik
Parallel zu den Bohrarbeiten kommt der Seilbagger HS 8070 HD zum Einsatz. Der Seilbagger übernimmt zentrale Aufgaben bei Hebe- und Logistikprozessen auf der Baustelle und ergänzt das Bohrgerät optimal. In Kombination ermöglichen beide Maschinen einen kontinuierlichen Baufortschritt auch unter beengten und anspruchsvollen Bedingungen.
Zeitfenster und Witterung als kritische Faktoren
Der Bauablauf am Wurtenspeicher ist eng getaktet. Die Arbeiten im Spezialtiefbau müssen innerhalb klar definierter Zeitfenster abgeschlossen werden, da die Witterungsbedingungen im Hochgebirge nur begrenzte Bauzeiten zulassen. Früh einsetzende Winterperioden können den Baufortschritt erheblich beeinflussen und erfordern eine präzise Terminplanung.
Einordnung für die Praxis
Das Projekt am Wurtenspeicher zeigt exemplarisch, wie moderne Spezialtiefbautechnologie im Zusammenspiel mit durchdachter Logistik komplexe Infrastrukturmaßnahmen ermöglicht. Der Einsatz von Liebherr-Geräten unterstreicht die Bedeutung leistungsfähiger und zugleich anpassungsfähiger Technik im Bauwesen.
Für Entscheider im Baugewerbe wird deutlich: Gerade bei Projekten in exponierten Lagen sind integrierte Lösungen aus Maschinenkonzept, Bauverfahren und Projektsteuerung der Schlüssel zum Erfolg.









