Bagger unterstützt Forstarbeiten

Kai Ingmar Link,

Neue Baumaschinentechnik von Zeppelin und Cat im Einsatz

Förster in ganz Deutschland schlagen Alarm: Der Wald ist zu trocken. Der Klimawandel und steigende Temperaturen setzen den Bäumen immer mehr zu. Die Folge: Sie sterben ab. Auch in Mömlingen im Landkreis Miltenberg, einer Gemeinde an der bayerisch-hessischen Grenze, die als „Tor zum Odenwald“ gilt. Revierförster Marhold Graner sorgt sich um die Verkehrssicherheit der Waldwege. „Die Situation spitzt sich immer mehr zu. Jeder dritte Baum ist bedroht.

Unternehmer Volker Giegerich (Mitte) und sein Schwiegersohn Tobias Aulbach (links) wollen mit dem Cat Kettenbagger 326 und einem Woodcracker C350 in ein neues Betätigungsfeld einsteigen. Michael Stegmann (Zweiter von links) wird die Baumaschine steuern, die der leitende Verkaufsrepräsentant Bernd Weidenweber (Zweiter von rechts) und Serviceberater Werner Dölger (rechts) von der Niederlassung Hanau auslieferten. © Zeppelin

Zu Beginn meines Berufslebens machte die Verkehrssicherungspflicht jährlich drei Prozent meiner Arbeit aus. Inzwischen wende ich 30 Prozent meiner Arbeitszeit für die Kontrolle der Wege auf“, erklärt er. Lebensgefahr droht durch beschädigte Bäume und herabfallende Äste, die Wanderer oder Spaziergänger treffen können. Die Folge: Bäume müssen wegen Trockenschäden gezielt gefällt werden. Das Unternehmen von Volker Giegerich hat sich darauf eingestellt und setzt einen Cat Kettenbagger 326 mit einem Woodcracker C350 ein, um Forstverwaltungen und Waldbesitzer zu entlasten und Gefahren abzuwehren.

Ein weiterer Grund, warum Förster wie Marhold Graner nach maschineller Unterstützung suchen, ist der Fachkräftemangel. „Es gibt kaum noch Waldarbeiter, die diese Aufgaben übernehmen können“, sagt er. Diese Lücke will die Firma von Volker Giegerich schließen. „Ein Bagger ist längst nicht mehr nur für den Erdaushub, die Erdbewegung, den Abbruch oder das Recycling gemacht, sondern zu einem Multifunktionsgerät geworden, mit dem sich eine Vielzahl von Arbeiten erledigen lassen“, ist Volker Giegerich überzeugt. Das brachte ihn auf die Idee, das Einsatzgebiet um die Holzernte und das Fällen von Bäumen zu erweitern. „Derzeit ist der Wohnungsneubau rückläufig, auch wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein Sonderkonjunkturprogramm für die Bauwirtschaft in Aussicht gestellt hat. Der Abbruch wird durch die Anfang August in Kraft getretene Ersatzbaustoffverordnung immer komplexer, was die Entsorgung und den Umgang mit Schadstoffen betrifft. Da kommt uns der Einstieg in ein neues Geschäftsfeld gerade recht“, erklärt der Firmenchef, der immer wieder Einsatzmöglichkeiten rund um Bagger- und Abbrucharbeiten auslotet, um sein Unternehmen weiterzuentwickeln. Schließlich denkt er auch an die nächste Generation, wenn seine Tochter Evi und ihr Mann Tobias Aulbach, von Beruf Agraringenieur, den Betrieb in Zukunft weiterführen werden.

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Baumschnitt ist ein Saisongeschäft, das sich auf die Monate Oktober bis Februar konzentriert. Dann wird gesägt und geschnitten, was das Zeug hält. Danach muss der radikale Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern im Wald und in der freien Landschaft pausieren, so verlangt es das Bundesnaturschutzgesetz. Erlaubt sind dann nur schonende Pflegeschnitte oder wenn akute Schäden an Bäumen beseitigt werden müssen, weil Gefahr im Verzug ist. „In den Wintermonaten ist es auf den Baustellen ohnehin etwas ruhiger. Dann können wir unseren Bagger mit der Ernte von Bäumen und Sträuchern auf Waldflächen auslasten oder Pflegemaßnahmen entlang von Verkehrswegen und Trassen übernehmen“, erklärt Volker Giegerich. Geplant ist der Einsatz in Hanglagen. Deshalb wurde das neue Arbeitsgerät mit einem Abstützplanierschild ausgerüstet, um auch an steilen Hängen sicher arbeiten zu können.

Ein neuer Cat Kettenbagger 326, den der leitende Verkaufsrepräsentant Bernd Weidenweber von der Zeppelin Niederlassung Hanau zusammen mit einem 30-Tonner der neuen Cat Baumaschinengeneration an das Unternehmen lieferte, ist auf das neue Aufgabengebiet abgestimmt. Mit dem Woodcracker C350 können Stammdurchmesser von bis zu 40 Zentimetern Weichholz und bis zu 35 Zentimetern Hartholz verarbeitet werden. Der Greifer hält den Baum während des Schneidvorgangs sicher fest, so dass eine stehende Entnahme von Bäumen oder Baumteilen möglich ist. Während des Schneidens wird der Greifer aktiv mit Druck beaufschlagt, so dass der Greifer „nachgreifen“ kann, wenn sich die Lage des Stammes während des Schneidens verändert. Diese Zusatzfunktion gewährleistet ein Höchstmaß an Arbeitssicherheit. Das Gerät, das als Trägergerät an einen Bagger angebaut wird, entfernt mühelos ganze Bäume, vor allem wenn diese zu dicht an unzugänglichen Böschungen stehen oder eine Gefahr für den Verkehr darstellen. Der Woodcracker, der in der Komplettausstattung aus Greifer, Auffangbehälter und Stahlmesser (Schere) sowie einer Schwenkeinheit besteht, greift in Sekundenschnelle einen Baum am unteren Stamm, Gehölze sowie Sträucher und schneidet diese ab. Ähnlich einem Blumenstrauß wird das geschnittene Material parallel gehalten. Beim Ablegen öffnet zuerst das Schneidwerk, dann der Greifer. Beim Schneiden ist die Reihenfolge umgekehrt. „Wir stehen erst am Anfang.

Der Betrieb will Aufgaben rund um die Holzernte und das Baumfällen übernehmen. © Zeppelin

Vielleicht wählen wir in Zukunft ein größeres Gerät“, sagt der Firmenchef. Grundsätzlich legt er Wert darauf, dass seine Arbeitsgeräte möglichst flexibel sind und von verschiedenen Baumaschinen genutzt werden können. Da kommt ihm das vollhydraulische Variolock-Schnellwechselsystem VL 210-2 von Lehnhoff entgegen, das er bereits an einem 20-Tonnen-Cat-Bagger eingesetzt hat und nun auch am Cat 326 nutzen kann, um Anbaugeräte wie Schwenklöffel, Böschungslöffel, Gitterlöffel, Brecherlöffel, Sortiergreifer, Betonschere und Hammer oder eben den neuen Woodcracker, die häufig gewechselt werden, per Knopfdruck aus der Kabine heraus zu wechseln. So steht auch bei kürzeren Arbeitszyklen immer das richtige Werkzeug zur Verfügung.

Auf Messen wie der bauma informiert sich der Firmenchef regelmäßig, was es Neues gibt und wie er seinen Maschinenpark anpassen kann. Um effizienter zu werden, setzt Volker Giegerich auf Technologien, mit denen er Arbeitsschritte produktiver ausführen kann. Dabei unterstützt ihn die neue Generation von Baumaschinen, in die er bereits 2020 investiert hat. Seitdem sind seine sieben Fahrer mit der Hub- und Schwenkbegrenzung des Cat 320 vertraut. Sie ermöglicht einen sicheren Rückbau, da sich kein Teil des Baggers außerhalb der vom Fahrer vorgegebenen Sollwerte bewegt. Diese Funktion kommt den Maschinisten auch beim Cat 326 entgegen. Denn wenn Baumfällarbeiten entlang von Oberleitungen durchgeführt werden müssen, ist keine Streckensperrung notwendig. „Wir können auf einen zusätzlichen Kran verzichten, was die Baggerarbeiten um die Hälfte günstiger macht, weil wir die Bäume im laufenden Betrieb fällen“, zählt der Unternehmer die Vorteile auf. Dass das neue Arbeitsgerät schneller agieren kann, zeigte sich auch im Königswald, durch den ein stark frequentierter Weg führt.

Um die Verkehrssicherungspflicht aufrechtzuerhalten und Gefahren durch umstürzende Bäume zu vermeiden, entfernte das Unternehmen 14 Bäume am Wegesrand. „Dafür haben wir nicht einmal zwei Stunden gebraucht. Das hat unser Mitarbeiter Michael Stegmann mit dem Bagger und dem Woodcracker alleine geschafft“, sagt Volker Giegerich. Normalerweise ist das Fällen von Bäumen eine umständliche Prozedur, die viel Zeit in Anspruch nimmt und Personal bindet. Nicht so mit dem Woodcracker. Aufwändige Kletterarbeiten oder zusätzliche Sicherungsmaßnahmen gehören der Vergangenheit an. Und wenn es doch einmal zu eng wird und der Kettenbagger kein Durchkommen mehr hat, kann er auf einen Cat M318D zurückgreifen. Der Mobilbagger ist trotz seines Alters gut in Schuss - dafür hat auch die Zeppelin Niederlassung Hanau mit ihrem Service gesorgt. Im Maschinenpark mischt sich neue mit alter Technik. Ein Cat Raupenlader 953, Baujahr 1985, ist immer noch einsatzbereit.

Die Cat-Baumaschinen, mit denen das Unternehmen seit rund 30 Jahren arbeitet, sind für Abbruch-, Erd- und Außenarbeiten im Umkreis von 50 Kilometern rund um den Firmensitz im Rhein-Main-Gebiet bestimmt. Eine neue Aufgabe kommt mit den Forstarbeiten hinzu. Die gefällten Bäume und Sträucher müssen zu Hackschnitzeln verarbeitet werden. Um daraus Bioenergie zu gewinnen, will Volker Giegerich auf seinem Betriebsgelände eine Hackschnitzelheizung installieren, die den eigenen Wärmebedarf deckt. Das passt in die nachhaltige Linie, die er seit Jahren verfolgt. So achtet er darauf, alternative Energien nutzen zu können. Derzeit bezieht der Bauunternehmer seine Wärme aus Pellets und Scheitholz, das bei Baumfällarbeiten anfällt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt nicht nur zehn Kilowatt Strom für den Eigenbedarf, 30 Kilowatt Überschuss werden auch ins öffentliche Netz eingespeist. Auf den Dächern seines Betriebes hat er eine Solaranlage installiert. Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und zur Bewässerung genutzt. Auch hier ist er vielen anderen Betrieben einen Schritt voraus.

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