Roboter auf der Baustelle:
Kuka und Kleusberg automatisieren den Modulbau
Der modulare Hausbau erlebt derzeit einen Technologiesprung. KUKA, einer der weltweit führenden Automatisierungsspezialisten, und Kleusberg, Pionier im modularen Bauen, bündeln ihre Kompetenzen, um die Produktion von Raummodulen auf ein neues Niveau zu heben.
Im Werk von Kleusberg bei Halle an der Saale entsteht eine roboterbasierte Schweißanlage, die ab 2027 Boden- und Deckenrahmen für den Modulbau nahezu vollautomatisch fertigen wird.
Im Zentrum der neuen Fertigungslinie stehen fünf KUKA-Roboter, die individuell programmierbar sind und damit die flexible Produktion unterschiedlichster Rahmenkonstruktionen ermöglichen. Auf einer über 1.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche werden künftig wöchentlich mehr als 2.000 Meter Schweißnähte automatisiert ausgeführt. Diese Kombination aus Präzision, Geschwindigkeit und Reproduzierbarkeit markiert einen entscheidenden Schritt in Richtung industrieller Serienfertigung im Bauwesen.
Bauroboter für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Qualität
Neben der Effizienzsteigerung stand für Kleusberg auch die Ergonomie auf der Baustelle im Fokus. Das Schweißen von Stahlrahmen erfordert bislang körperlich anstrengende Arbeit unter teilweise ungünstigen Bedingungen. Durch die Integration der Bauroboter können Beschäftigte künftig in neuen, technisch anspruchsvollen Tätigkeitsfeldern eingesetzt werden – etwa in der digitalen Fertigungssteuerung und Qualitätskontrolle.
Die von KUKA gelieferte Anlage ist als schlüsselfertige Lösung konzipiert und nutzt modernste Sensortechnik. Eine automatische Kollisionsprüfung vor Produktionsstart sowie ein barrierefreies Datenaustauschsystem sorgen für eine reibungslose Kommunikation zwischen der Schweißanlage und anderen Fertigungssystemen. Damit wird ein kontinuierlicher, sicherer und präziser Produktionsprozess gewährleistet.
„Höchste Präzision steht bei roboterbasierter Automatisierung im Mittelpunkt“, betont KUKA. „Die Anlage positioniert die Bauteile exakt und prüft die Schweißnähte optisch auf Qualität und Vollständigkeit.“ Damit wird ein Qualitätsstandard erreicht, der im klassischen Mauerwerksbau oder manuellen Stahlbau bislang nur mit erheblichem Aufwand realisierbar war.
Modulares Bauen: Die Zukunft des Bauwesens
Das modulare Bauen – auch bekannt als System- oder serielles Bauen – gilt als eine der zentralen Antworten auf den steigenden Bedarf an Wohnraum und nachhaltiger Infrastruktur. Durch industrielle Vorfertigung von Raummodulen lassen sich Bauzeiten drastisch verkürzen und Kosten besser kalkulieren.
Im Gegensatz zum konventionellen Beton- oder Mauerwerksbau werden beim Modulbau komplette Raumeinheiten im Werk produziert, ausgestattet und anschließend vor Ort montiert. Diese Bauweise reduziert den Materialeinsatz, spart Energie und sorgt für eine gleichbleibend hohe Qualität. Die Automatisierung durch Robotertechnik wie die von KUKA ermöglicht es, Fertigungstoleranzen zu minimieren und Produktionsprozesse zu standardisieren – ein zentraler Schritt hin zu digitalisierten Bauprozessen.
Industriepartnerschaft mit Signalwirkung
Mit der Kooperation zwischen KUKA und Kleusberg wächst zusammen, was die Zukunft des Bauens prägen wird: Robotik, Digitalisierung und modulare Bauprozesse. Sie zeigen, wie sich Automatisierung nicht nur auf die Produktivität, sondern auch auf die Nachhaltigkeit und Arbeitsplatzgestaltung auswirken kann.
Das Projekt in Halle an der Saale steht stellvertretend für den Wandel im Bauwesen – weg von handwerklich geprägter Einzelproduktion, hin zu einem vernetzten, industriell gesteuerten Bauprozess. Der Einsatz der Baurobotern von Kuka im Modulbau gilt damit als richtungsweisend für eine Branche, die zunehmend digital, effizient und nachhaltig agiert.













