Nachhaltigkeit

Max Kandler,

Nürnberg setzt auf CO₂-freien Gebäudeabbruch mit Volvo Trucks

Der Rückbau von Bestandsgebäuden gewinnt im Zuge der nachhaltigen Stadtentwicklung zunehmend an Bedeutung. Während sich die öffentliche Diskussion häufig auf klimafreundliche Neubauten konzentriert, rückt inzwischen auch die emissionsarme Abwicklung von Abbruchmaßnahmen in den Fokus. In Nürnberg wird dieser Ansatz derzeit praktisch umgesetzt: Beim Rückbau der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey entsteht eines der ersten kommunalen Projekte in Bayern, das im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vollständig auf einen CO2-freien Baustellenbetrieb ausgerichtet ist. Dabei kommen ausschließlich elektrischen Baumaschinen sowie ein Volvo Trucks FM Electric zum Einsatz, die direkt über den vorhandenen Baustellenstrom versorgt werden.

Vor Ort arbeiten ein Volvo Raupenbagger EC230 Electric, ein Kompaktbagger ECR18 Electric, ein kompakter Radlader L20 Electric sowie der Volvo Trucks FM Electric mit Hakenlift. © Volvo Construction Equipment

Elektrifizierung erreicht den kommunalen Rückbau

Das Projekt im Nürnberger Westpark verdeutlicht, dass die Elektrifizierung von Baustellen längst nicht mehr auf Pilotversuche einzelner Unternehmen beschränkt ist. Erstmals wurde in Bayern ein kommunaler Gebäudeabbruch mit der Vorgabe ausgeschrieben, die Arbeiten emissionsfrei durchzuführen. Für öffentliche Auftraggeber ist dies ein wichtiger Schritt, da Nachhaltigkeitsziele zunehmend auch in Vergabeverfahren berücksichtigt werden.

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Die praktische Umsetzung übernimmt Metzner Recycling mit Unterstützung von Robert Aebi Nürnberg. Zum Maschinenpark gehören ein Volvo EC230 Electric Raupenbagger, ein ECR18 Electric Kompaktbagger, ein L20 Electric Radlader sowie der Volvo Trucks FM Electric mit Hakenlift. Sämtliche Maschinen werden während des laufenden Baustellenbetriebs über die vorhandene Stromversorgung geladen und betrieben. Zusätzliche Ladeinfrastruktur oder mobile Energiecontainer sind nach den vorliegenden Projektinformationen nicht erforderlich.

Baustellenstrom als Schlüssel für den Praxiseinsatz

Die technische Besonderheit des Projekts liegt weniger in den eingesetzten Maschinen als vielmehr in deren Integration in den regulären Baustellenablauf. Die Energieversorgung erfolgt über den üblichen Baustellenanschluss. Damit zeigt das Vorhaben, dass der Einsatz von elektrischen Baumaschinen unter geeigneten Rahmenbedingungen ohne komplexe Sonderlösungen realisiert werden kann.

Gerade für Bauunternehmen und kommunale Auftraggeber besitzt dieser Aspekt hohe Relevanz. Die Frage nach der Energieversorgung gilt häufig als eine der größten Herausforderungen bei der Elektrifizierung von Baustellen. Das Projekt in Nürnberg zeigt, dass vorhandene Infrastruktur unter bestimmten Voraussetzungen bereits ausreichen kann, um einen vollständig elektrifizierten Rückbau wirtschaftlich und organisatorisch umzusetzen.

Neben dem Wegfall lokaler Abgasemissionen reduziert der Einsatz elektrischer Maschinen auch die Geräuschentwicklung auf der Baustelle. Insbesondere in innerstädtischen Bereichen oder in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten können dadurch Belastungen für Anwohner deutlich verringert werden.

Nachhaltiger Rückbau als Bestandteil der Kreislaufwirtschaft

Beim Rückbau der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey setzt die Stadt Nürnberg erstmals in Bayern eine öffentliche CO₂-freie Ausschreibung für einen Gebäudeabbruch um. © Volvo Construction Equipment

Der Gebäudeabbruch bildet zugleich den Auftakt für die Erweiterung und Neugestaltung des Westparks. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Gelände entsiegelt und als öffentliche Grünfläche entwickelt. Parallel dazu erfolgt eine konsequente Trennung der anfallenden Baustoffe, um geeignete Materialien möglichst in den Stoffkreislauf zurückzuführen.

Damit verbindet das Vorhaben zwei zentrale Entwicklungen der Bauwirtschaft. Zum einen steht die Reduzierung von CO2-Emissionen während der Bauausführung im Mittelpunkt, zum anderen gewinnt die Wiederverwendung von Baustoffen im Sinne des Urban Mining weiter an Bedeutung. Der Rückbau wird dadurch nicht ausschließlich als Abriss verstanden, sondern als erster Schritt einer ressourcenschonenden Bauprozesskette.

Referenzprojekt für zukünftige Ausschreibungen

Für Kommunen besitzt das Projekt eine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung. Die öffentliche Ausschreibung zeigt, dass Anforderungen an einen emissionsarmen Baustellenbetrieb bereits heute in Vergabeverfahren integriert werden können. Gleichzeitig liefert das Vorhaben praktische Erfahrungen für Bauunternehmen, Maschinenhersteller und öffentliche Auftraggeber, wie sich elektrische Baustellentechnik in bestehende Abläufe einbinden lässt.

Auch aus Sicht der Bauwirtschaft ist der Rückbau in Nürnberg ein wichtiger Praxisnachweis. Der kombinierte Einsatz von elektrischen Baumaschinen und dem Volvo Trucks FM Electric verdeutlicht, dass lokal emissionsfreie Baustellen nicht ausschließlich unter Laborbedingungen funktionieren, sondern im kommunalen Alltag umgesetzt werden können. Damit liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Bau- und Rückbauvorhaben, bei denen Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und eine Reduzierung von CO2-Emissionen zunehmend Bestandteil der Projektplanung werden.

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