Baugewerbe 360° - mit Umfrage
OEMs zwischen Wachstum und Gegenwind
Zwischen ambitionierten Prognosen, schwächelnden Teilmärkten und strukturellen Veränderungen entsteht ein Spannungsfeld.
Die Zahlen zeichnen zunächst ein Bild von Stabilität und Wachstum für Original Equipment Manufacturers (OEM). Der weltweite Markt für Baumaschinen im Jahr 2024 wird laut Statista auf rund 180 bis 220 Milliarden US-Dollar geschätzt, mit einer Prognose von über 300 Milliarden US-Dollar bis 2030. Gleichzeitig wird erwartet, dass in den kommenden fünf Jahren jährlich rund eine Million Baumaschinen auf dem Globus abgesetzt werden.
An der Spitze dominiert Caterpillar mit einem Marktanteil von 15,9 %, gefolgt von Komatsu mit 11,2 %. Hinter diesen Kennzahlen verbirgt sich eine ungleiche Marktdynamik. Während China und die USA lange als wichtigste Absatzmärkte galten, entwickeln sich andere Regionen verhaltener – Wachstum ist vorhanden, aber ungleichmäßig verteilt. Rückläufige Frachtvolumina und hohe Zinsen ließen 2025 auch die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen um 6,2 % auf 307.460 Einheiten sinken.
Während die globalen Absatzprognosen positiv bleiben, steigen die Anforderungen an Flexibilität, Lieferketten und Produktstrategien. Anpassungsfähigkeit und regionale Differenzierung gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Während in China regierungsgetriebene Programme heimische Hersteller stärken, können sich die Amerikaner auf einen höheren Grad an Standardisierung und Industrialisierung verlassen. Europäische Hersteller kämpfen zunehmend mit strukturellen Herausforderungen.
Parallel dazu verändert sich die Rolle der OEMs. Ein Treiber ist die Regulierung. Emissionsstandards wie EU Stage V und Euro VI sowie kommende CO2-Flottenregulierungen erhöhen den Druck erheblich. Diesel bleibt relevant, während Elektro- und Wasserstofflösungen kommen. Der Parallelbetrieb mehrerer Technologieplattformen ist nun der neue Normalzustand. So wächst die Komplexität in der Fertigung, und Skaleneffekte werden schwerer.
Der Blick auf die Märkte zeigt, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen sind. In Europa ist der Markt stark reguliert. Innovation ist vorhanden, aber oft fragmentiert. Die USA zeichnen sich durch schnellere Projektumsetzung aus und China setzt Automatisierung und staatliche Steuerung.












