Ortbeton
Uni Regensburg – Neues Werkstattgebäude mit Sichtbetonfassade
An der Universität Regensburg entsteht derzeit ein neues Werkstattgebäude für die naturwissenschaftlichen Fachbereiche. Das in Ortbetonbauweise ausgeführte Gebäude mit Sichtbetonfassade greift gestalterisch die Architektursprache des Campus aus den 1970er Jahren auf, setzt jedoch gleichzeitig auf eine ressourcenschonende und nachhaltige Bauweise. Eine wesentliche Rolle dabei spielt der Einsatz von Schöck Isolink Typ C, der eine nahezu wärmebrückenfreie Befestigung der vorgehängten Vorsatzschale ermöglicht. Die dünnere Ausführung der Schale spart Material und erfüllt hohe bauphysikalische Anforderungen – unterstützt durch die spezifischen Eigenschaften des verwendeten Glasfaserverbundwerkstoffs.
Funktionale Neuordnung des Campus
Der L-förmige Neubau bündelt zukünftig sämtliche bisher dezentral auf dem Universitätsgelände verteilten Werkstätten und Lagereinheiten an einem Ort. Die Planung übernahm das Stuttgarter Architekturbüro hammeskrause architekten im Auftrag des Staatlichen Bauamts Regensburg. Ziel war ein Gebäude in Sichtbeton, das sowohl funktionale als auch ästhetische Anforderungen erfüllt. „Architekten lieben Beton“, so Rainer Jöst, verantwortlicher Architekt des Projekts. „Aber man baut nicht mehr wie früher. Heute sind Umweltaspekte, also Themen wie CO2-Abdruck oder Nachhaltigkeit ein wichtiger Bestandteil der Planung."
Sichtbeton als gestalterisches Leitmotiv
Statt auf vorgefertigte Betonbauteile zu setzen, entschieden sich die Planer für eine Ortbetonbauweise. So konnte die charakteristische Materialität der benachbarten Bestandsgebäude aufgegriffen werden. Die Fassadenbereiche wurden mit möglichst großformatigen Vorsatzschalen ausgeführt, um Fugen zu minimieren. Als Schalungsmaterial kamen keine Matrizen zum Einsatz, sondern Holzbretter, die im wilden Verband zusammengesetzt wurden. Ziel war eine handwerklich anmutende Oberfläche, die Unregelmäßigkeiten nicht kaschiert, sondern als Qualitätsmerkmal sichtbar macht.
Ressourcenschonung durch Schöck Isolink
Ein zentrales Ziel war die Einsparung von Ressourcen und Baustoffen. So kam bei 99 Prozent des eingesetzten Betons Recyclingmaterial zum Einsatz – auch bei der Sichtbetonfassade. In die Betondecken wurden Plastikhohlkörper zur weiteren Materialreduktion integriert. Für die wärmebrückenfreie Befestigung der Vorsatzschalen entschieden sich die Architekten für Schöck Isolink Typ C. Dieser aus dem Glasfaserverbundwerkstoff Combar gefertigte Anker ist korrosionsbeständig, zugfest und thermisch hoch wirksam. Aufgrund seiner Materialeigenschaften genügt eine geringe Betondeckung, was die Ausführung dünner Bauteile ermöglicht. Das System ist Passivhaus-zertifiziert und in allen gängigen Dämmstoffen einsetzbar.
Flexible Anwendung im Ortbeton
Im Gegensatz zu seiner typischen Verwendung im Betonfertigteilbau, konnte Schöck Isolink Typ C auch im Ortbetonverfahren genutzt werden. Die bauaufsichtliche Zulassung für nachträgliches Einkleben ermöglichte es, die Anker nach dem Austrocknen der tragenden Schale zu setzen. Bohrlöcher wurden eingebracht, gereinigt, mit Verbundmörtel gefüllt und die Ankerstäbe bis zum Anschlag eingeführt. So ließ sich die Vorsatzschale in einer Stärke von nur zwölf Zentimetern ausführen – im Vergleich zu den sonst üblichen 20 bis 22 Zentimetern ein deutlicher Materialgewinn.
Kombination von Horizontal- und Diagonalankern
Für die Befestigung der freihängenden Fassaden wurden der Horizontalanker Schöck Isolink Typ C-SH mit dem Diagonalanker Typ C-SD kombiniert. Die Montage gilt als unkompliziert, da kein Ausgleich oder Unterlegen erforderlich ist. Die vormontierten Stäbe mit Tiefenbegrenzer sorgen für eine gleichmäßige Setztiefe, was den Einbauprozess beschleunigt und vereinfacht.
Planungssicherheit durch Herstellerservice
Für das Bauvorhaben wurden rund 10.000 Schöck Isolink Anker verbaut. Die Vorplanung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Hersteller: Schöck übernahm die Bemessung aller Bauteile und lieferte Verlegepläne gemeinsam mit dem Material. Vor Ort wurden die Bohrpunkte mithilfe eines Lasermessgeräts millimetergenau positioniert. Zusätzlich wurde das Baustellenteam durch Anwendungstechniker eingewiesen. Regelmäßige Auszugstests sicherten die korrekte Montage und die erforderliche Tragfähigkeit ab.
Nach der Verankerung folgte das Aufbringen der 16 Zentimeter dicken Dämmung, danach der Einbau der Bewehrung und das Einbringen des Ortbetons in den Zwischenraum zwischen Dämmung und Schalung.
Energetische Zielwerte erreicht
Neben gestalterischen und konstruktiven Anforderungen legten die Planer großen Wert auf die energetische Qualität des Neubaus. Die angestrebte Verbesserung der EnEV 2009 um mindestens 30 Prozent wurde erreicht. Dazu trugen unter anderem die thermisch optimierten Fassadenbefestigungen mit Schöck Isolink bei. Weitere Maßnahmen wie PV-Anlagen auf Biodiversitätsdächern, eine moderne Lüftungstechnik mit Rückkühlung sowie dreifach verglaste Fenster mit Prallscheiben unterstützten dieses Ziel.
„Wir wollten die Verarbeitung von Beton anders und sparsamer angehen und es hat funktioniert. Die Auszugstests waren besser als gefordert. Dank Schöck Isolink haben wir das erreicht, was wir wollten, und freuen uns über das gute Ergebnis", resümiert Architekt Rainer Jöst.
Optimale Nutzung und Aufenthaltsqualität
Auch die Nutzerfreundlichkeit und Aufenthaltsqualität des Gebäudes wurden bei der Planung berücksichtigt. Am zentralen Knotenpunkt des Gebäudes befindet sich ein kommunikativ angelegtes Treppenhaus. Zur akustischen Entkopplung kam auch hier ein Schöck-Produkt zum Einsatz: Die Fertigteiltreppen wurden mit der Trittschalldämmung Schöck Tronsole Typ F an die Podeste angebunden. Dies reduziert Schallübertragungen und sorgt für eine angenehme Arbeitsumgebung in den angrenzenden Räumen.













