Umweltentlastung

Ingrid Wutz,

Mit weniger mehr erreichen: Textil-Dienstleister Mewa setzt auf nachhaltige Verfahren

Wenn es darum geht, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, wächst die Verantwortung für die Wirtschaft, denn Kunden bevorzugen verantwortungsvolle Anbieter. In diesen Megatrend passt das Mehrweg-Konzept des Textildienstleisters Mewa genau: Mewa bietet B2B-Kunden einen Rundum-Service für Betriebstextilien, ganz nach dem Prinzip „Nutzen statt Besitzen“. Nachhaltig machen dieses Geschäftsmodell das Mehrwegprinzip, langlebige Produkte im Kreislaufsystem sowie eine durchdachte Prozesstechnik und Distribution. Um den eigenen ökologischen Fußabdruck bei Betriebsabläufen Schritt für Schritt zu verkleinern, konzentriert Mewa sich auf umweltentlastende Technik.

Mit automatisierten Dosier- und Steuerungssystemen wäscht Mewa umweltschonender. © Mewa

Waschen mit minimalem Ressourceneinsatz
Bei Mewa wird gespart, erklärt Matthias Zoch, Leiter Umwelt- und Verfahrenstechnik bei Mewa: „In einem Betrieb von Mewa werden bis zu 350 Tonnen Putztücher pro Monat gewaschen. Nur zum Vergleich: In eine normale Haushaltswaschmaschine passen gerade mal rund sieben Kilo Wäsche. Es liegt also auf der Hand, welchen Umwelteffekt jede prozentual auch noch so kleine Reduzierung von Frischwasser, Energie oder Waschmittel bei uns hat.“ Um weniger Frischwasser zu verbrauchen, wird Wasser aus vorherigen Waschprozessen möglichst mehrfach eingesetzt. Dafür wird verwertbares Waschwasser aus Hauptwäsche und Spülvorgang gefiltert, aufbereitet und in einem mehrstufigen Kreislauf im Waschprozess wiederverwendet. Diese Kreislaufführung verringert den Frischwasserbedarf gegenüber haushaltsüblichen Verfahren um bis zu 50 %.

Anzeige

Ebenfalls bei Wasch- und Waschhilfsmitteln ist Mewa extrem sparsam. In die Maschinen kommt nur genau so viel, wie es braucht, um die Textilien sauber und hygienisch zu waschen. „Wir arbeiten mit speziellen automatisierten Dosier- und Steuerungssystemen. Im Vergleich mit haushalts-üblichen Waschverfahren und Dosierungen reduzieren wir damit die Umweltbelastung um bis zu 85 %“, fährt Matthias Zoch fort. Diese Systeme werden kontinuierlich verbessert: So verbraucht Mewa heute ein Viertel weniger Waschmittel als noch im Jahr 2010. Allein von 2021 auf 2022 reduzierte man den Verbrauch um weitere 1,5%.

Taugt das Wasser schließlich nicht mehr zum Waschen, wird es in die firmeneigenen Abwasseraufbereitungssysteme geleitet und in mehreren Stufen vom Schmutz befreit. „Wir erreichen einen Reinigungsgrad von 99,8 %. Das ist mehr, als die behördlichen Vorgaben fordern“, sagt Matthias Zoch. Dazu durchläuft das Abwasser zuerst einen chemisch-physikalischen Prozess. Der trennt Schmutzstoffe und Wasser weitestgehend voneinander. Den Restschmutz im Wasser zersetzen anschließend Mikroorganismen in einer biologischen Reinigungsstufe. Erst danach wird das Abwasser – zu 99,8 % sauber und zu 100 % umweltverträglich – an die kommunale Aufbereitung weitergeleitet.

In der Abwasseraufbereitung erreicht Mewa einen Reinigungsgrad von 99,8 %. © Mewa

Und was passiert mit dem ausgewaschenen Schmutz? Dem Mehrweg-Grundsatz des Unternehmens folgend, verwendet das Unternehmen einen Teil davon wieder. Mewa decke rund 80 % des Energiebedarfs für das Waschen und Trocknen mit Ölen und Fetten, die aus den Putztüchern ausgewaschen wurden, berichtet der Experte für Umwelttechnik bei Mewa: „Unsere Kunden putzen ihre Maschinen mit unseren Tüchern. Wenn die Tücher bei uns zum Waschen ankommen, sind sie voller Schmiere und Öl. Diesen Schmutz waschen wir aus, sammeln ihn und bereiten ihn in umweltverträglichen Verfahren zum Sekundärrohstoff auf. Wir heizen damit.“

Umweltentlastende Konzepte verfolgt Mewa auch bei der nächsten Stufe im Kreislauf, beim Abholen und Anliefern der Textilien bei den Kunden. Durch ein modernes und auf Mewa angepasstes Tourenmanagement-Tool werden die Lieferwege optimiert. Zudem ist Mewa Vorreiter bei alternativen Antrieben in der Branche: Neben wasserstoffbetrieben Lkw, die bereits im dritten Jahr Mewa-Kunden beliefern, setzt Mewa in seinem Fuhrpark elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge und Lasten-Fahrräder mit Container-Aufbau in Ballungsgebieten ein. „Wir wollen uns auf eine Zukunft weitestgehend ohne Verbrennungsmotor vorbereiten“, so Martin Mühling, Leitung Distributionslogistik bei Mewa, „Das ist sicher ein langfristiges Ziel. Aber: Je früher wir damit anfangen, umso besser“.

In der Distributionslogistik nutzt Mewa nachhaltige Verfahren. © Mewa

Mewa
Die Mewa-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Wiesbaden gehört zu den führenden Anbietern für Betriebstextilien im Rundum-Service in Europa und ist in Deutschland Marktführer. Schwerpunkt des Angebots sind Putztücher sowie Berufs- und Schutzkleidung für Industrie, Handwerk, Gastronomie und den Gesundheitssektor. Die B2B-Dienstleistung umfasst die Beratung, Bereitstellung, Pflege, Reparatur und den Austausch der Textilien nach zertifizierten Qualitäts-, Hygiene- und Sicherheitsstandards. Europaweit tragen mehr als 1,1 Millionen Beschäftigte Berufskleidung von Mewa, rund drei Millionen nutzen zum Reinigen von Anlagen und Maschinen Mewa-Mehrwegtücher. Mit 47 Standorten und rund 5.700 Mitarbeitenden versorgt das Familienunternehmen mehr als 200.000 B2B-Kunden. Der Umsatz lag 2022 bei 829 Millionen Euro.

Mewa wurde 1908 gegründet und ist Pionier des nachhaltigen Textil-Service. Die Unternehmensstrategie ist konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Für seine Kundenorientierung sowie sein Qualitäts- und Ressourcenmanagement wurde Mewa mehrfach ausgezeichnet.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren