Kalksandstein

Kai Ingmar Link,

Anforderungen erfüllt

Eine aktuelle Studie belegt, dass es hinsichtlich der Nachhaltigkeit keine signifikanten Unterschiede zwischen Gebäuden aus Kalksandsteinmauerwerk und solchen aus Holz gibt.

Das Typengebäude im EH-40-Standard aus Kalksandsteinmauerwerk erfüllt die QNG-Anforderungen und ist somit über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bzw. Klimafreundlicher Neubau (KFN) förderfähig. Über einen Zeitraum von 50 Jahren weisen die Kalksandstein- und Holzkonstruktion hinsichtlich CO2-Emissionen und der nicht erneuerbaren Primärenergie auf Gebäudeebene nahezu identische Werte auf. Das belegt die "Ökobilanzstudie eines Mehrfamilienhauses gemäß Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) - Kalksandstein und Holz im Vergleich", sie steht unter www.kalksandstein.de zum Download bereit. © Bundesverband Kalksandsteinindustrie

Am Beispiel eines dreigeschossigen Mehrfamilienhauses mit 17 Wohneinheiten wurde untersucht, wie beide Bauweisen abschneiden. Die Ergebnisse zeigen, dass Kalksandstein die gleichen Anforderungen wie Holz erfüllt und somit ebenso förderfähig ist.

Für Architekten, Planer und Projektentwickler gibt es häufig Unsicherheiten, wenn es um die Nachhaltigkeit und Fördermöglichkeiten im Wohnungsbau geht. Roland Meißner, Geschäftsführer des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie e.V., beschreibt die Situation: "Ganz konkret erreichen unsere Berater immer wieder die Fragen: Kann ich auch Fördermittel beantragen, wenn ich bei meinem Projekt auf mineralische Baustoffe setzen möchte? Und kann man eigentlich sagen, Baustoff X ist nachhaltiger als Baustoff Y?"

Um diese Fragen fundiert zu beantworten, hat der Verband eine vergleichende Ökobilanzstudie erstellt. Untersucht wurde ein Gebäude im Effizienzhaus-40-Standard, das sowohl in Kalksandstein- als auch in Holzbauweise betrachtet wurde. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass das Mehrfamilienhaus aus Kalksandstein den Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) entspricht und daher im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sowie des Programms Klimafreundlicher Neubau (KFN) förderfähig ist.

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Die Studie zeigt zudem, dass die durch Kalksandstein verursachten CO2-Emissionen lediglich 8 Prozent der gesamten CO2-Emissionen des Gebäudes ausmachen. Über einen Lebenszyklus von 50 Jahren sind die gesamten CO2-Emissionen und der Verbrauch nicht erneuerbarer Primärenergie bei Kalksandstein und Holz nahezu identisch.

Neben der Ökobilanz verweist Roland Meißner auf weitere Kriterien. Dazu gehören Aspekte wie Regionalität, Langlebigkeit, Tragfähigkeit und akustischer Komfort. Er ergänzt: "Einen überaus wichtigen Aspekt haben wir ökobilanziell noch gar nicht berücksichtigt, denn Kalksandstein kann der Umgebungsluft CO2 entnehmen und dauerhaft einlagern. Durch die sogenannte Recarbonatisierung bindet jede Tonne Kalksandsteinmauerwerk im Laufe von 50 Jahren 50 kg Kohlendioxid. Das bleibt, anders als bei Holz, auch nach dem Abriss eines Hauses gebunden. In Verbindung mit einer klimaneutralen Baustoffherstellung und einer klimaneutralen Wärme- und Energieversorgung des Gebäudes werden Häuser aus Kalksandstein so zu einer echten CO2-Senke."

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 01-02_2025.

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