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Forschung im Baugewerbe

Kai Ingmar Link,

Heidelberg Materials legt Grundstein für Erforschung von CO2-reduziertem Beton

Mit dem Projekt „catch4climate“ haben sich die vier Zementhersteller Heidelberg Materials, Dyckerhoff, Schwenk und Vicat das Ziel gesetzt, die Abscheidung von CO2 und dessen industrielle Nutzung aktiv anzugehen. © Heidelberg Materials

Die Matthäus Schmid Bauunternehmen GmbH & Co. KG aus Baltringen, Oberschwaben, wird in den kommenden sieben Monaten Teil eines bedeutenden Forschungsprojekts der Zementindustrie sein. Unter dem Namen "catch4climate" haben sich die vier Zementhersteller Heidelberg Materials, Dyckerhoff, SCHWENK und Vicat zusammengeschlossen, um die Abscheidung von CO2 und dessen industrielle Nutzung aktiv anzugehen. Ein entscheidender Schritt hierfür ist die Errichtung einer Forschungs- und Entwicklungsanlage im halbindustriellen Maßstab, die das innovative Oxyfuel-Verfahren von thyssenkrupp zur CO2-Abscheidung nutzt.

Die Verantwortung für den Bau dieser Anlage auf dem Gelände des Zementwerks in Mergelstetten liegt bei der thyssenkrupp Business Unit Polysius, die gemeinsam mit dem Bauunternehmen Kurt Motz aus Illertissen die Rohbauarbeiten an die Matthäus Schmid Bauunternehmen GmbH & Co. KG vergeben hat. Die Investitionssumme für dieses Projekt beläuft sich auf rund 6 Millionen Euro, und der Startschuss erfolgte bereits im Juni 2023. Voraussichtlich wird der Rohbau bis Ende Januar 2024 fertiggestellt sein, einschließlich eines etwa 60 Meter hohen Vorwärmerturms, der im Gleitbauverfahren errichtet wird. Die Arbeiten umfassen insgesamt rund 22 Einzelbauwerke, darunter Klinkersilo und -kühler, eine Silomischkammer sowie der Kohlenstaubsilo.

Geschäftsführer Felix Schmid betont die Verantwortung des Bauunternehmens in der Bekämpfung des Klimawandels und zeigt sich erfreut über die Möglichkeit, ein wegweisendes Nachhaltigkeitsprojekt in der Baubranche zu unterstützen. Beton, einer der weltweit wichtigsten Baustoffe, bietet zahlreiche Vorteile, darunter relative Kostenersparnis, Formbarkeit, Langlebigkeit und Verfügbarkeit der Rohstoffe. Allerdings geht die Herstellung von Beton mit erheblichen CO2-Emissionen einher, allein in Deutschland etwa 20 Millionen Tonnen jährlich, wie das Umweltbundesamt berichtet. Daher setzen führende Unternehmen der Zementindustrie in Deutschland die Dekarbonisierung der energie- und emissionsintensiven Produktion von Zement ganz oben auf ihre Agenda. In diesem Zusammenhang arbeiten Heidelberg Materials, Dyckerhoff, SCHWENK und Vicat im Rahmen der Forschungsgesellschaft "CI4C" (Cement Innovation for Climate) zusammen.

Das Oxyfuel-Verfahren von thyssenkrupp, bei dem reiner Sauerstoff anstelle von Luft im Zementofen verwendet wird, hat das Potenzial, nahezu 100 Prozent der CO2-Emissionen eines Zementwerks kosteneffizient abzuscheiden. Das hochkonzentrierte CO2, das dabei entsteht, kann im Rahmen von CCU oder CCS weiterverwendet werden. Diese Technologie könnte der europäischen Zementindustrie helfen, die prozessbedingten CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren und somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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