Innovation von Voxeljet und Parastruct
Nachhaltiger Formenbau mit 3D-Druckbeton und Baustoff-Recycling
Die Baubranche erlebt durch die erfolgreiche Zusammenarbeit von voxeljet und Parastruct eine innovativen Schub. In einem wegweisenden Proof of Concept wurde der 3D-Druck von recyclingfähigen, aufbereiteten Bauschuttmaterialien aus der Bauindustrie erfolgreich getestet. Diese zukunftsweisende Technologie verspricht nicht nur eine nachhaltige Lösung für den Formenbau, sondern hat auch das Potenzial, den Verbrauch von Primärressourcen deutlich zu reduzieren.
Die von Parastruct entwickelte Aufbereitungs- und Bindertechnologie ermöglicht die Verarbeitung von recycelten, biogenen und mineralischen Reststoffen mittels Binder Jetting 3D-Druck. Dieses vollständig recycelbare System hat das Potenzial, den Primärressourcenverbrauch um bis zu 90% zu reduzieren und die Entsorgungskosten in der Bauindustrie deutlich zu minimieren. Insbesondere im Formenbau für Kaltguss- und Laminieranwendungen eröffnen sich vielversprechende Perspektiven.
Das getestete Material, das Ecomould Materialset von Parastruct, besteht aus biogenen Produktionsabfällen aus der Bauindustrie und einem mineralischen Binder. Mit der Binder Jetting 3D-Drucktechnologie von voxeljet wurden Formteile hergestellt, die sich ideal für den Kaltguss von Beton und Keramik oder für Laminierverfahren eignen. Zum Einsatz kam die VX200, ein 3D-Drucksystem von voxeljet, das speziell für Forschungs- und Entwicklungszwecke entwickelt wurde.
Parastruct, mit Sitz in Innsbruck, Österreich, bietet mit seiner Technologie und dem Ecomould Materialset eine nachhaltige Lösung für den recyclingfähigen Formenbau. Die jährliche Wachstumsrate des Marktes für recycelte Überschussmaterialien wird bis 2025 auf 7-9% geschätzt. Das steigende Interesse an nachhaltigen Lösungen resultiert aus gesetzlichen Auflagen und Kundenanforderungen im Rahmen von Corporate Social Responsibility (CSR) Strategien.
Der Nutzen für die Unternehmen ist vielfältig. Durch den Wegfall von Entsorgungskosten, die bei Bauschutt und Holz erheblich sein können, ergibt sich ein erhebliches Einsparpotenzial. Gleichzeitig optimiert der Einsatz von Ecomould die Gesamtwirtschaftlichkeit durch einen reduzierten Ressourcenaufwand. Ecomould ermöglicht eine einfachere Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen, insbesondere vor dem Hintergrund verschärfter Richtlinien wie dem EU Green Deal.
Die CO2-Bilanz von Ecomould liegt mit -108,3 kg CO2 pro 1 m² Formoberfläche deutlich unter der von konventionell hergestellten Sand-Phenolharz-Formen. Dies trägt erheblich zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei. Die mit Ecomould hergestellten Formen können am Ende ihrer Lebensdauer zerkleinert und dem 3D-Drucker wieder zugeführt werden. Eine Kunststoffbeschichtung, die nach der Lebensdauer entfernt werden kann, trägt zusätzlich zur Nachhaltigkeit bei.
Die Binder Jetting 3D-Drucktechnologie von voxeljet, insbesondere auf den Open Source Systemen, bietet ideale Voraussetzungen für die Verarbeitung von Ecomould. Die flexible Anpassung der Druckparameter ermöglicht den effizienten Einsatz unterschiedlicher Materialsätze. Mit einem breiten Druckerportfolio und großen Baugrößen verspricht voxeljet eine einfache Skalierung der erzielten Ergebnisse auf größere, produktivere 3D-Drucker. Für die Weiterentwicklung dieses bahnbrechenden Verfahrens werden interessierte Parteien gesucht, um gemeinsam die Transformation zu einer nachhaltigeren Bauindustrie voranzutreiben.













