Baugewerbe EXKLUSIV:
Cradlepoint: Besserer Informationsfluss auf dem Bau dank 5G
Neuer Mobilfunkstandard 5G macht Arbeit auf Baustellen effizienter: Kabellos Informationen tauschen – nirgendwo ist das so notwendig wie auf Baustellen, das wissen auch die Experten von Cradlepoint. Nicht nur am Telefon; heutzutage wollen Beteiligte in Echtzeit digitale Pläne, Fotos und Videos austauschen. Unternehmen und Planer benötigen die neuesten Daten von Kameras und Sensoren. Es stellt sich die Frage, wie Daten zwischen Bauplatz und Zentrale übertragen und Handwerker und beteiligte Unternehmen intensiver kooperieren können.
Die Antwort ist eine Breitband-Internetverbindung. Üblicherweise richtet man dafür vor Ort einen Festnetzanschluss ein und baut darauf ein WLAN-Netzwerk auf. Was in anderen Branchen auch für temporäre Standorte funktioniert, ist auf dem Bau häufig zum Scheitern verurteilt: Denn die Infrastruktur fehlt. Bleiben also nur drahtlose Technologien, um während einer Baustelle große Mengen an Daten zu übermitteln. Dafür eignen sich die neueste Generation der Mobilfunktechnologie, 5G, und drahtlose Wide Area Networks (WWANs).
Ein gemeinsamer Zugriff auf andere zentral bereitgestellte Ressourcen wie Dienste und Anwendungen wird durch ein Unternehmens-WAN (Wide Area Networks) möglich. Ist das WAN drahtlos (Wireless WAN), verwendet es öffentliche oder private Mobilfunk-Router und -Adapter. So kann es verschiedene lokale Netzwerke untereinander, mit der Zentrale, Cloud-Servern und anderen Stellen verknüpfen. Außerdem sorgt WWAN für die Verknüpfung kritischer Systeme, wo sich keine Kabel legen lassen oder nur temporär notwendig sind.
LTE der Gigabit-Klasse und 5G machen auch komplexere Einsatzszenarien attraktiv, da die Verbindungen immer schneller werden und dank Flatrate-Preisen WWAN mit 5G auch etablierten Standorten der kabelgebundenen Breitbandkonnektivität gewachsen ist. Schon 2021 ist der Prozentsatz der Unternehmen, die 4G oder 5G für WWAN nutzen, laut des Analystenhauses IDG auf 67 % angewachsen. Darafu baut auch der Service von Cradlepoint auf.
Für eine schnellere Datenübertragung nutze 5G mehr Kanäle als 4G, so die Experten von Cradlepoint. Zudem kann 5G mehrere Geräte zeitgleich verarbeiten und eignet sich besser für die Verwaltung vieler Sensoren und Geräte auf Baustellen. Wegen der geringeren Latenz ist 5G reaktionsschneller. Wichtig: Die 5G-Spezifikation beinhaltet nicht nur Low-Band-Frequenzen, die fast so schnell sind wie 4G, sondern auch Mid-Band- und High-Band-Frequenzen, die bis zu zehnfache Geschwindigkeit bieten. Sie halten auch mit Glasfaserverbindungen mit.
Die Baustelle von morgen
Um kabelgebundene Verbindungen einzurichten, benötigt man einen Vertrag mit einem Provider. Das dauert oft Monate. Zudem ist es teuer, im Laufe eines Bauprojekts Kabel immer wieder neu zu verlegen. 5G kann dagegen schnell mit wenig Hardware eingerichtet werden. Sobald ein Unternehmen 5G als Konnektivitätslösung gewählt hat, kann die Einrichtung von einer zentralen Stelle aus an einem Tag stattfinden.
5G und WWAN kommen in vielen Bereichen zur Anwendung. Drohnen beispielsweise benötigen die hohe Bandbreite und geringe Latenz von 5G. Mit ihnen können auf Baustellen visuelle Informationen auch an unzugänglichen Orten gesammelt werden.
Intelligente IoT-Sensoren, die an Bewehrungsstäben befestigt und in Betonzusatzstoffe integriert sind, senden Daten in die Cloud. Sobald die Sensoren melden, dass der Beton ausgehärtet ist, können Folgearbeiten beginnen.
Für die digitale Verwaltung von Informationen nutzen Bauleiter Baumanagement-Software: So können sie mithilfe von Tablets überall in Echtzeit auf Zeichnungen, Projektspezifikationen, BIM-Dokumente und Arbeitspläne zugreifen.
Anforderungen für ein WWAN auf Baustellen
Es gibt einige Punkte bei der Einrichtung eines WWAN zu beachten:
1. Standortbeschaffenheit: Welche Lösung geeignet ist, hängt immer vom Standort ab. Wie die Konnektivität am besten erreicht werden kann, können Bauunternehmen mit Anbietern von Unternehmensnetzwerklösungen klären. Sind die Verbindungsgeschwindigkeit und die lokale Abdeckung gut, spricht das häufig für einen 5G-optimierten Router mit robusten 5G-Breitbandadapter, der für eine Platzierung im Freien geeignet ist.
2. Geeignete Signale und Frequenzen: 5G-Signale verhielten sich wegen des Charakters der Hochbandfrequenzen anders als 4G-Signale, so die Cradlepoint-Experten. Die größte Bandbreite und die höchsten Geschwindigkeiten bieten die höheren Frequenzen der Millimeterwellen (mmWave). Die Reichweite beträgt etwa 500 Meter. Gedämpft wird das Signal durch Zement, Ziegel und menschliche Körper. Weniger betroffen von Signaleinschränkungen sind Low-Band- und Mid-Band-5G-Frequenzen, die im 5G-Standard integriert sind und hohe Geschwindigkeiten und geringe Latenzzeiten bieten.
3. Welche Rolle Sicherheit spielt: 5G bietet verbesserte Sicherheit. So verschlüsselt 5G die Kommunikation zwischen Gerät und Mobilfunkmast. Außerdem können mit 5G verschiedene Netze dieselbe Infrastruktur benutzen und trotzdem getrennt voneinander sein ("Network Slicing"). Dadurch können Firmen Subunternehmern über ihre Hardware ein bestimmtes Netzwerk vor Ort zugänglich machen, aber gleichzeitig den Zugang zu einem anderen Netzwerk sperren. Allerdings ist die Nutzung von 5G auch komplexer. So gibt es immer mehr IoT-Geräte, die gehackt werden könnten. Kommt es dazu, können Cyberkriminelle Daten schneller als früher auslesen. Bauunternehmen begegnen dieser Gefahr mit bewährten Sicherheitsmaßnahmen. Zum Beispiel Zero-Trust-Network-Authentifizierung (ZTNA), automatisierter Aktualisierung mit der neuesten Software, Sicherungskopien der Daten, die an einem separatem Ort aufbewahrt werden und Sicherheitskonfigurationen, die etwa nur das Herunterladen von Dateien aus bekannten Quellen zulassen.
Die Bauwirtschaft setzt immer mehr auf digitale Daten und die Kommunikation mit Sensoren, Geräten und Drohnen in Echtzeit vor Ort. Deshalb sind Hochgeschwindigkeits-Internetverbindungen auf dem Bau nötig. Dadurch kann das Baugewerbe Geräte und Anwendungen einsetzen, um Projektmanagement, Qualitätskontrolle, Baustellensicherheit und Fortschrittsverfolgung zu verbessern.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 12_23.













