digitalBAU 2026
Graphisoft - KI und vernetzte Planung prägen die Zukunft
Die digitalBAU 2026 verdeutlicht, wie KI und integrierte Planungssysteme den Digitalisierungsgrad und die Effizienz im Bauwesen erhöhen.
Die Bauwirtschaft steht unter wachsendem Effizienz- und Wettbewerbsdruck. Auf der digitalBAU 2026 wurde deutlich, dass Automatisierung, Künstliche Intelligenz und vernetzte Planung zunehmend zum entscheidenden Faktor für Produktivität und Zukunftsfähigkeit werden.
digitalBAU 2026: Gradmesser für den digitalen Reifegrad der Branche
Mit rund 300 ausstellenden Unternehmen und etwa 11.000 Besuchern hat sich die digitalBAU 2026 in Köln erneut als zentrale Plattform für die Digitalisierung der Bauwirtschaft etabliert. Für Branchenakteure ist die Messe längst mehr als eine Produktschau – sie fungiert als Indikator für den technologischen Fortschritt und die tatsächliche Umsetzungsreife in der Praxis.
Auch Graphisoft nutzte die Veranstaltung im Umfeld der Nemetschek Group gezielt, um aktuelle Entwicklungen einzuordnen und mit Anwendern in den direkten Austausch zu treten. Gerade dieser Dialog zeigt, wo die Branche aktuell steht – und wo sie unter Druck gerät.
Zwischen Anspruch und Realität: Effizienz wird zur zentralen Herausforderung
Steigende Anforderungen an Bauprojekte, zunehmende Komplexität und ein anhaltender Fachkräftemangel zwingen Unternehmen dazu, ihre Planungs- und Ausführungsprozesse neu zu denken. Die Gespräche auf der Messe verdeutlichten, dass viele Büros und Projektbeteiligte gezielt nach Lösungen suchen, die Planungsabläufe strukturieren und gleichzeitig beschleunigen.

Wechsel in der Geschäftsleitung
Daniel Csillag ist neuer CEO bei Graphisoft
Graphisoft, Entwickler von BIM-Softwarelösungen für Architektur-, TGA- und interdisziplinäre Planung, hat Daniel Csillag mit sofortiger Wirkung zum Gesamtgeschäftsführer (CEO) ernannt. Huw Roberts, der seit 2019 an der Spitze des Unternehmens stand, verlässt Graphisoft im gegenseitigen Einvernehmen.
„Die digitalBAU 2026 ist für uns ein wichtiges Stimmungsbarometer für den aktuellen Digitalisierungsstand der Baubranche“, erläutert Holger Kreienbrink, Director Product Intelligence & Partnerships bei Graphisoft, und führt fort: „Wir erfahren, wo die aktuellen Herausforderungen in den Architektur- und Planungsbüros liegen und welche digitalen Strategien und Lösungen in der Praxis funktionieren. Die Messe zeigt uns: Der Bedarf an einer strukturierten, fachübergreifenden Planung und an KI-gestützten Prozesswerkzeugen wächst – unter anderem, um den wirtschaftlichen Herausforderungen und dem steigenden Mangel an Fachleuten, auch auf den Baustellen, begegnen zu können.“
Vernetzte Planung als Schlüssel: Weg von isolierten Systemen
Ein zentrales Signal der digitalBAU 2026 ist die klare Abkehr von isolierten Softwarelösungen hin zu integrierten Plattformen. Im Fokus stehen Systeme, die Architektur, TGA und Ingenieurwesen miteinander verknüpfen und Daten entlang des gesamten Projektlebenszyklus nutzbar machen.
Graphisoft präsentierte hierzu ein Lösungsportfolio rund um Archicad, MEP Designer und DDScad, das genau diese Schnittstellen adressiert. Der Anspruch: Planungsprozesse nicht nur digital abzubilden, sondern intelligent miteinander zu vernetzen.
Dabei wird deutlich, dass Interoperabilität zunehmend zur Voraussetzung für wirtschaftlich erfolgreiche Projekte wird – insbesondere in komplexen Bauvorhaben mit vielen Beteiligten.
KI als Produktivitätstreiber – mit klaren Grenzen
Künstliche Intelligenz war eines der dominierenden Themen der Messe. Der Einsatz von KI zielt vor allem darauf ab, repetitive Aufgaben zu automatisieren und Planungsprozesse effizienter zu gestalten.
Mit Ansätzen wie der Design Intelligence Strategy und Projekten wie der cloudnativen Plattform „Projekt Aurora“ zeigt sich, wohin die Entwicklung geht: datenbasierte Entscheidungen bereits in frühen Planungsphasen, kombiniert mit automatisierten Prozessen im weiteren Projektverlauf.
Gleichzeitig wurde in den Fachgesprächen deutlich, dass der Einsatz von KI differenziert betrachtet wird. Fragen der Datensicherheit und der Schutz geistigen Eigentums stehen im Zentrum vieler Diskussionen. Die Nemetschek Group betont in diesem Zusammenhang, dass Projektdaten der Nutzer nicht für das Training eigener KI-Modelle verwendet werden.
Neue Rollenbilder auf der Baustelle und im Planungsbüro
Die Digitalisierung verändert nicht nur Prozesse, sondern auch die Anforderungen an Fachkräfte. KI-gestützte Werkzeuge und automatisierte Abläufe verschieben Tätigkeiten weg von manuellen Routinen hin zu stärker steuernden und überwachenden Aufgaben.
Das Bild vom Planer oder Bauleiter wandelt sich damit spürbar: Digitale Kompetenz, Verständnis für Datenflüsse und interdisziplinäre Zusammenarbeit werden zunehmend zur Schlüsselqualifikation.
Ein zentraler Aspekt ist dabei die Integration der TGA in die Gesamtplanung. „Nur durch den gemeinsamen Schulterschluss aller Disziplinen lässt sich die technische Komplexität moderner Gebäude beherrschen“, resümiert Kreienbrink und ergänzt: „Wir als Graphisoft sind Teil der Nemetschek Gruppe und eines kompletten Ökosystems, in dem wir mit integralen Planungslösungen und KI-Anwendungen unseren wichtigen Beitrag leisten.“
Digitalisierung wird zur strategischen Kernkompetenz
Die digitalBAU 2026 zeigt deutlich: Der digitale Reifegrad der Branche wächst – aber mit ihm auch die Anforderungen. Automatisierung, KI und vernetzte Planung sind keine optionalen Technologien mehr, sondern entwickeln sich zur Grundlage wirtschaftlichen Bauens.
Für Entscheider bedeutet das: Investitionen in digitale Prozesse und Systeme, wie die von Graphisoft, sind längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern eine unmittelbare strategische Notwendigkeit. Offen bleibt, wie schnell Unternehmen diese Transformation in ihre tägliche Praxis integrieren – und wer daraus nachhaltige Wettbewerbsvorteile generiert.











