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Artikel und Hintergründe zum Thema

Baugewerbe EXKLUSIV

Dr. Eva Reuter,

Porr - Auf dem Vormarsch

An dieser Stelle erklärt Dr. Eva Reuter, warum sich digitale Werkzeuge bei der Planung und Durchführung von Projekten als besonders nützlich erwiesen haben.

Mit BIM wurden die drei klassischen Dimensionen Breite, Höhe und Tiefe um zwei weitere erweitert – nämlich Zeit und Kosten. © Porr

Bereits 2016 haben die internationalen Unternehmensberatungen McKinsey & Company und Roland Berger diverse Studien zur Digitalisierung innerhalb der Baubranche veröffentlicht. Die Quintessenz lautet: Die verstärkte Nutzung digitaler Werkzeuge bietet zahlreiche Vorteile. Neben den bereits erwähnten Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen kann Digitalisierung dabei helfen, Arbeitsaufträge, Materialverfolgung, Disposition, Terminplanung und Produktivitätsmessung zu verbessern. Außerdem können digitale Lösungen die Umweltauswirkungen von Bauprojekten reduzieren sowie die Sicherheit auf Baustellen erhöhen.

Bei der Porr Gruppe hat sich vor allem das Tochterunternehmen pde Integrale Planung auf den Aspekt "Digitalisierung in der Baubranche" spezialisiert. Dabei kommen unter anderem Methoden wie Building Information Modeling (BIM) und Lean Construction zum Einsatz. Letztere basiert im Wesentlichen auf dem betriebswirtschaftlichen Konzept des Lean Management, wobei Planung stets die Basis für erfolgreiche Bauprojekte bildet. Dabei gilt: je größer das Projekt, desto wichtiger die Planung.

Mit BIM wurden die drei klassischen Dimensionen Breite, Höhe und Tiefe um zwei weitere erweitert – nämlich Zeit und Kosten. Die Software zeichnet sich etwa dadurch aus, dass sämtliche Daten über das zu erstellende Bauwerk in ein digitales Modell integriert werden. Auf diesen sogenannten "digitalen Zwilling" können dann alle Projektbeteiligten wie zum Beispiel Bauherren, Architekten, Handwerker oder Baufirmen zugreifen.

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Durch die Nutzung von BIM werden die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Koordination sowie die Kommunikation gefördert. Außerdem entsteht durch die Visualisierung mehr Transparenz, was zu einem noch effizienteren Projektmanagement führt. Durch die frühzeitige Erkennung von Engpässen und Kollisionen innerhalb des Modells können Fehler während der Bauphase minimiert beziehungsweise verhindert werden.

Besonders nützlich wird BIM aber vor allem durch die Kombination mit Lean. Dadurch lässt sich nämlich die Wertschöpfung maximieren, indem überflüssige Tätigkeiten und Verschwendungen eliminiert werden. Außerdem hilft Lean, bestehende Prozesse zu optimieren, Durchlaufzeiten zu verkürzen und Ressourcen effizienter zu nutzen. Die kontinuierliche Suche nach Wegen, um die Qualität zu steigern, führt zu verbesserten Ergebnissen – und das bei deutlich geringeren Gesamtkosten.

Weitere Tools mit digitalem Touch

Doch die Digitalisierung hat auch andere nützliche Anwendungsbereiche geschaffen. So leisten zum Beispiel Drohnen wertvolle Dienste beim Vermessen von Baustellen, beim Verbessern von Sicherheitsstandards sowie bei der Dokumentation von Baufortschritten – Zeit- und Kostenvorteile inklusive. Große Baustellen bedeuten aber auch: Big Data, schließlich erfordern enorme Datenmengen über unzählige Baumaterialen und -komponenten hinsichtlich ihrer Beschaffenheit, Qualität, Lieferbarkeit beziehungsweise Preise eine sichere Verwahrung und Übertragung sowie eine sinnvolle Verarbeitung und Bewertung. Auch hier steht das Streben nach höchstmöglicher Effizienz mit Blick auf Zeit und Kosten eindeutig im Vordergrund.

Selbst der Bereich Robotik hat im Bausektor erheblich an Bedeutung gewonnen. Bei Porr werden Roboter beispielsweise beim Heben schwerer Lasten als kooperative Roboter (Cobots) oder beim Steuern aus sicherer Entfernung eingesetzt. Exoskelette kommen auf einigen Baustellen von Porr ebenfalls zum Einsatz. Dabei handelt es sich um mechanische Strukturen, die dem menschlichen Körper Unterstützung bieten und seine Bewegungen verstärken. Ihr Ziel besteht darin, die Belastung für Rücken, Schultern und Arme zu verringern und dadurch die langfristige Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu fördern.

Die Baustelle der Zukunft wird noch digitaler

Um bei der Digitalisierung in der Baubranche stets up to date zu sein, ist Porr in einer Partnerschaft mit der RWTH Aachen. Dabei entstand in Zusammenarbeit mit dem Center Construction Robotics und weiteren Partnern aus der Industrie eine 10.000 m² große Referenzbaustelle, um unter Realbedingungen neue Ideen zu realisieren. Die Ergebnisse von Forschung und Lehre werden unter realen Baustellenbedingungen getestet, um traditionelle Baumethoden in eine neue digitale Bauumgebung zu transformieren.

Übrigens: Porr Deutschland wurde von Focus-Money und Deutschland Test in den vergangenen Jahren mehrfach als "Digital Champion" ausgezeichnet. Diese Analyse wird jährlich vom IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt und ermittelt Unternehmen, die bei der Digitalisierung ihrer Prozesse eine Vorreiterrolle einnehmen. Nicht zuletzt damit ist der Baukonzern für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet.

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 10_2024.

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