Einsatz in sakralem Raum

Kai Ingmar Link,

Ein Liebherr-Kran im Dom

Inmitten der laufenden Generalsanierung der Orgel im Dom St. Stephan in Passau hat ein ungewöhnlicher Gast seinen Einsatz: Ein Liebherr-Kran L1-24 aus dem Beutlhauser-Mietpark hebt die etwa 15.000 Pfeifen unterschiedlicher Größe von der Empore. Einige dieser Pfeifen sind bis zu acht Meter lang und wiegen bis zu 300 Kilogramm.

Der Kran wurde mit einem Elektrostapler X50 von Linde durch das enge Portal in den Dom gezogen. © pbp/Markus Kornexl

Ursprünglich war geplant, für diese Aufgabe ein Gerüst mit Brückenkran und Laufkatze zu verwenden. Dies hätte jedoch bedeutet, dass das Gerüst für mehrere Jahre im Dom stehen bleiben müsste, bis die restaurierten Pfeifen wieder an ihren Platz zurückkehren. Die Fertigstellung der Maßnahme ist für 2027 geplant. Ein solches Gerüst hätte den Dom dauerhaft eingeschränkt und laufende Kosten verursacht. Doch Beutlhauser hatte eine Lösung.

Der Kran wurde mit einem Elektrostapler X50 von Linde durch das enge Portal in den Dom gezogen. © pbp/Markus Kornexl

Architekt Zdenek Svarc vom Architekturbüro Schwetz hatte die Idee, stattdessen einen Kran zu verwenden. Dompropst Dr. Michael Bär erklärt: "Ein Kran erfüllt punktuell genau den Zweck, für den er benötigt wird. Er ist die kosteneffiziente Alternative zu einem Gerüst." Dies führt zu erheblichen Kosteneinsparungen im sechsstelligen Bereich. Die Herausforderung bestand darin, den Kran in den Dom zu bringen und ihn so aufzustellen, dass er die Pfeifen sicher heben konnte. Beutlhauser führte Testläufe auf ihrem Betriebsgelände durch und arbeitete eng mit der Liebherr-Abteilung Tower Crane Solutions zusammen. Im Dom selbst wurden Bodenproben genommen, um die Tragfähigkeit des Bodens sicherzustellen.

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Der Liebherr-Kran L1-24 aus dem Beutlhauser-Mietpark übernimmt eine wichtiger Aufgabe im Dom St. Stephan in Passau: Er hebt die Pfeifen von der Empore © pbp/Markus Kornexl

Die Montage im Dom war ebenfalls eine Herausforderung. Aufgrund der beengten Verhältnisse war es notwendig, den Kran mithilfe von Schwerlastrollen an seinen Platz zu bewegen. Dies musste vorsichtig und millimetergenau erfolgen, da der Dom bereits von einem Gerüstkomplex eingenommen wurde. Benjamin Grillmeier, Leiter Hochbau bei Beutlhauser, erklärt: "Die gesamte Aktion war wirklich alles andere als alltäglich für uns!" Trotz der Herausforderungen wurde der Kran erfolgreich in den Dom gebracht und einsatzbereit gemacht. Der Kran wird später vor Heiligabend demontiert, um die Weihnachtsfeierlichkeiten im Dom nicht zu stören. Die Aktion wurde in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Beteiligten, darunter Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek und Architekt Zdenek Svarc, durchgeführt und verdient Anerkennung für ihr Engagement und ihre Lösungsorientierung.

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