Ultra-Hochleistungs-Faserbeton
Hochleistungsbetonpaneele aus PVA von Holcim
Für seine Betonpaneel-Lösungen Ductal Cladding und Ductal Envelope verwendet Holcim eine Verstärkung mit Fasern aus Polyvinylalkohol-Harz.
Genauer gesagt setzt Holcim zur Armierung Kuralon-Fasern des Spezialchemieunternehmens Kuraray ein. Über 25 Jahre produziert Holcim moderne Technologien im Bereich Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB). Ductal steht für optimale Festigkeit, Duktilität und Dauerhaftigkeit. Dank jahrzehntelanger globaler Praxis, Forschung und Entwicklung verfügt Holcim über die Technologie und das Know-how, ehrgeizige Projekte zu verwirklichen. Ductal ist in mehreren Varianten erhältlich und kann spezifischen Anforderungen gerecht werden. Wird Ductal für tragende Anwendungen eingesetzt, dienen in der Regel Stahlfasern als Verstärkung. Für architektonische Anwendungen mit ästhetischem Anspruch – wie nicht tragende Fassadenplatten – setzt Holcim Fasern aus Polyvinylalkohol-Harz (PVA) ein. Ende der 1990er Jahre entdeckten die Ductal-Verantwortlichen als Alternative für die Armierung ihres Ultra-Hochleistungs-Faserbetons die synthetische Faser aus PVA. Ursprünglich diente sie als Ersatz für Asbest. Im Vergleich zu anderen Fasermaterialien wie Stahl, alkaliresistentem (AR-)Glas und Polypropylen verfügen die PVA-Fasern von Kuraray über einzigartige Eigenschaften.
Im besonderen Ductal-Anwendungsszenario – Betonverkleidung mit ästhetischem Anspruch – ließen sich weitere Armierungsvarianten erwägen. Nur haben sie Nachteile: von der nur wenig festen Polypropylenfaser bis zur alkaliresistenten Glasfaser (Glassfibre Reinforced Concrete, GRC), die schwerer zu verarbeiten und weniger langlebig ist. Simon Herbé, Ductal Worldwide Development Engineer bei Holcim, erklärt es so: "Der große Vorteil von Kuralon ist, dass die PVA-Fasern einfach in die benötigten Formen mit eingegossen werden. Ductal mit Kuralon ist selbstnivellierend. Das beschleunigt die Anwendung immens." Während die PVA-Fasern, die die Bewehrung für Ductal bilden, also einfach zusammen mit dem Zement gegossen werden, ist dies bei glasfaserverstärktem Beton (GRC) anders. Hier werden die Glasfasern hinterher aufgespritzt, denn sie sind thixotropisch, verändern ihre Viskosität also in Abhängigkeit von der Belastung.
In den vergangenen 15 Jahren wurden immer mehr Bauprojekte mit den innovativen UHFB-Fertigteil-Fassaden- und Dachelementen mit Kuralon-Fasern realisiert. Ein jüngeres Beispiel für den Einsatz einer Kuralon-bewehrten Ductal-Hülle ist die Lusail Plaza in Katar.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 10_2024.












