Bauherrenbefragung:
Verzögerungen und Qualitätsmängel als Hauptursachen für Baukonflikte
Eine aktuelle Umfrage von Prof. Dr. Andreas Koenen, einem renommierten Bauanwalt und Experten für Bau- und Immobilienrecht, in Zusammenarbeit mit YouGov, hat die zentralen Ursachen für Baukonflikte aufgedeckt. Vom 16. bis 22. September 2024 befragte das Marktforschungsinstitut 310 Privatpersonen, die in den letzten fünf Jahren ein Bauvorhaben realisiert haben.
Konflikte am Bau: Keine Seltenheit
Die Ergebnisse zeigen, dass 38 Prozent der befragten Bauherren während ihres Bauvorhabens Konflikte hatten. Obwohl 57 Prozent konfliktfrei blieben, unterstreichen die Zahlen, dass Baukonflikte keine Ausnahme sind. Prof. Dr. Koenen erklärt: "Auch wenn die Mehrheit keine Konflikte hatte, zeigt die Umfrage, dass Konflikte am Bau keine Seltenheit sind. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Bauherren nicht ausreichend über ihre Rechte und Pflichten informiert sind oder dass präventive Maßnahmen zur Konfliktvermeidung nicht in ausreichendem Maße ergriffen werden."
Häufige Streitpunkte: Verzögerungen und Qualitätsmängel
Von den Befragten, die Konflikte hatten, nannten 37 Prozent Bauverzögerungen als Hauptursache. Diese sind laut Koenen häufig auf mangelhafte Planung und Kommunikation zurückzuführen: "Verzögerungen entstehen häufig durch mangelhafte Planung und unzureichende Kommunikation. Eine detaillierte Vertragsgestaltung mit klaren Verantwortlichkeiten und Fristen kann solchen Problemen vorbeugen."
An zweiter Stelle folgen Qualitätsmängel, die von 35 Prozent der Betroffenen genannt werden. Die Ursachen liegen häufig in einer unzureichenden Bauüberwachung oder einer mangelhaften Planung. Koenen rät: "Qualitätsprobleme sind oft die Folge unzureichender Bauüberwachung oder mangelhafter Planung. Bauherren sollten darauf achten, dass sie qualifizierte Fachleute beauftragen und regelmäßige Kontrollen durchführen."
Weitere Konfliktursachen
Weitere genannte Ursachen für Konflikte sind ungewollte Vertragsänderungen (32 Prozent), gewollte Änderungen (29 Prozent), Kostenüberschreitungen (25 Prozent) und Zahlungsstreitigkeiten (24 Prozent). Schlechte Projektkoordination (23 Prozent), Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Normen (21 Prozent) und unklare Vertragsauslegungen (19 Prozent) trugen ebenfalls zu Konflikten bei.
Unrealistische Erwartungen an die Architekten
Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Umfrage ist die Erwartungshaltung vieler Bauherren gegenüber Architekten. 60 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Architekten sie auch rechtlich beraten, insbesondere bei der Vertragsgestaltung. "Die Annahme, dass Architekten umfassende Rechtsberatung leisten können, ist rechtlich problematisch. Architekten sind in ihrer Ausbildung nur begrenzt mit baurechtlichen Fragen vertraut. Fehler in der Rechtsberatung können für Bauherren gravierende Folgen haben, und Architekten sind in solchen Fällen nicht versichert," warnt Prof. Dr. Koenen.
Die Zufriedenheit mit der Rechtsberatung durch Architekten fällt unterschiedlich aus: 61 Prozent der Bauherren waren (sehr) zufrieden, während 15 Prozent (sehr) unzufrieden waren. 17 Prozent äußerten sich neutral und nur 5 Prozent verzichteten ganz auf die Zusammenarbeit mit einem Architekten.
Beratung durch Experten unverzichtbar
Die Untersuchung von Prof. Dr. Andreas Koenen zeigt, dass Bauprojekte nach wie vor konfliktträchtig sind, insbesondere durch Verzögerungen und Qualitätsmängel. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, wie wichtig eine professionelle Rechtsberatung ist - nicht nur zur Konfliktvermeidung, sondern auch für eine realistische Planung und Umsetzung. Bauherren sollten von Anfang an einen Bauanwalt hinzuziehen, um rechtliche Fallstricke zu vermeiden und ihre Projekte erfolgreich abzuschließen.
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 16. und 22.09.2024 insgesamt 310 Personen befragt, die in den letzten 5 Jahren privat ein Haus gebaut haben.
















