123erfasst über 2022
"Kreative Lösungen machen Mut"
Was erwartet die Branche 2022? Daniel Csillag, CEO von Nevaris Bausoftware und 123erfasst.de erklärt, was ihm Mut macht.
"Mit der Bildung des neuen Bauministeriums gewinnt die Baubranche an Relevanz bei politischen Entscheidungen. Die geplante enge Zusammenarbeit der Bundesregierung mit Experten aus Fachakademien, Ingenieur- und Architektenkammern und -verbänden sowie der Wohnbauwirtschaft lässt uns hoffen, Lösungen zu finden, die das Einleiten der erforderlichen Wende im Bau ermöglichen. Dies könnten zum Beispiel Entwicklungen zur Förderung von openBIM, übergreifende Digitalisierungsstrategien oder digitale Workflows zur Effizienzsteigerung in den Bauprozessen sein. Was uns trotz der vielen Verunsicherungen aufgrund von Corona-Schutzmaßnahmen oder Baumaterialengpässen Mut macht, sind die kreativen Lösungen, die dadurch entstanden sind. An vielen Stellen sind wichtige Fortschritte erzielt worden, die schon länger notwendig waren, und das stimmt uns sehr positiv. Alte und bequeme Pfade wurden verlassen und neue zukunftsweisende eingeschlagen.
Vieles, was vorher nie ins Augenmerk fiel, wird nun hinterfragt, zum Beispiel die dringende Notwendigkeit digitaler Dokumentations- und Projektsteuerungsmöglichkeiten für die räumlich unabhängige Zusammenarbeit. Corona, die globalen Lieferengpässe bei Rohstoffen und Halbteilen, der Wechsel in der Bundesregierung sowie die EU-Vorgaben zur Erreichung der Klimaziele stellen an jede Branche unterschiedliche Herausforderungen. Für Planungs- und Bauleistungen erwarten wir einen ungebrochenen Bedarf, der vermutlich sogar steigen wird – allein die geplanten Maßnahmen für eine Mobilitätswende und für die angekündigten Wohnbau- und Sanierungsoffensiven versprechen viele und umfangreiche Bauaufträge. Ausbremsen könnte dabei der erwartete anhaltenden Material- und Fachkräftemangel. Aber auch hier sehen wir Spielraum für die Unternehmen – mit der richtigen Digitalisierungsstrategie lassen sich Prozesse effizienter gestalten und Methoden optimieren. Das schafft Potenzial für bessere Planungen und schnellere Bauweisen wie zum Beispiel Modulbau.
Der Beitrag erschien in Baugewerbe 1-2/22.









