Wirtschaft & Verbände
5,9 % mehr Lohn am Bau gefordert
Die IG BAU fordert für die rund 700 000 Beschäftigten am Bau deutlich mehr Geld. Der ZDB kritisiert die geforderte Lohnerhöhung der Gewerkschaft als zu hoch, da sie nicht den tatsächlichen Entwicklungen am Markt entspricht.
"Die IG Bauen-Agrar-Umwelt bewegt sich mit ihrer Lohnforderung von 5,9 % im Bereich dessen, was auch in anderen Branchen gefordert wurde. Allerdings haben die übrigen Branchen im vergangenen Jahr deutlich höhere Umsatzzuwächse erzielt, als dieses am Bau der Fall war", erklärte der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Frank Dupré, zu der veröffentlichten Lohnforderung der Gewerkschaft.
"Nach zwei schwierigen Jahren konnte die Branche in 2010 zwar geringe Umsatzsteigerungen verzeichnen, diese rechtfertigen jedoch nicht derart hohe Lohnforderungen", sagte er weiter. Die Konjunkturpakete hätten zwar die Bauwirtschaft insgesamt stimuliert, ein Großteil der Mittel sei jedoch in den Bereich der Gebäudesanierung geflossen. Diese Maßnahmen kamen somit in erster Linie den im Ausbau tätigen Unternehmen zu Gute, und nicht denen im Bauhauptgewerbe.
Darüber hinaus erinnerte Frank Dupré die Gewerkschaft daran, dass zum 1. Mai 2011 die Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit wie auch der Dienstleistungsfreiheit im Hinblick auf die MOE-Staaten komplett aufgehoben würden, so dass ein entsprechender Wanderungsdruck auf den deutschen Bauarbeitsmarkt zu erwarten sei. "Vor diesem Hintergrund darf die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Baubetriebe, gerade im Interesse ihrer Beschäftigten, nicht gefährdet werden, sonst stehen einmal mehr heimische Arbeitsplätze auf dem Spiel", betonte er.
Unmissverständlich setzte er sich für veränderte Entgeltstrukturen ein. Diese seien zwingend notwendig, da die Baubetriebe mit Handwerkszweigen konkurrieren würden, die gänzlich andere Entgeltstrukturen sowie deutlich niedrigere Mindestlöhne haben würden.
"Nur wenn es uns in der Tarifrunde 2011 gelingt, neue zukunftsorientierte Entgeltstrukturen zu etablieren, können wir uns eine realistische Anpassung der Löhne vorstellen", betonte er abschließend.








