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Artikel und Hintergründe zum Thema

Aktion BauZukunft:

Dr. Sebastian Theopold / Kai Ingmar Link,

Europäischer Wohnbau: Spanien profitiert, Deutschland gehört zu den Absteigern

Fazit: Die Bedingungen für den Wohnbau unterscheiden sich in den einzelnen Ländern stark.

Der Neubau in Europa geht zurück. Die Anzahl der jährlich fertiggestellten Neubauten sinkt bis 2026 jährlich um fünf Prozent. © Munich Strategy

„Die europäischen Länder sind derzeit im Wohnbau in unterschiedlichen Phasen“, erklärt Dr. Sebastian Theopold, Studienautor und Bauexperte bei Munich Strategy. „Während Deutschland sich noch im beschleunigten Rückgang befindet, kann Spanien in den nächsten zwei Jahren weiteren Aufschwung erwarten.“

Der Neubau in Europa geht zurück

Die Anzahl der jährlich fertiggestellten Neubauten in Europa sinkt bis 2026 jährlich um fünf Prozent - von 1,5 Millionen im Jahr 2022 auf 1,2 Millionen im Jahr 2026. Der Bedarf an Wohnraum in Europa nimmt dagegen zu. In den neun größten europäischen Metropolen allein werden bis 2030 mehr als 1,2 Millionen Wohnungen fehlen. Die Experten von Munich Strategy rechnen frühestens ab 2025 mit einer leichten Erholung der Neubauzahlen.

In den meisten Ländern wird unter Bedarf gebaut

Dr. Sebastian Theopold, Studienautor und Bauexperte bei Munich Strategy © Munich Strategy

Schweden bildet mit einem Rückgang von 50 Prozent im Jahr 2023 das Schlusslicht in Europas Wohnungsneubau. Das Ziel der Regierung wurde um knapp 40 Tausend Wohnungen verfehlt. In Deutschland fehlten 2023 mehr als 100 Tausend Wohnungen, um das Ziel der Bundesregierung von jährlich 400 Tausend fertiggestellten Wohnungen zu erreichen. In Frankreich ist die Anzahl an Baugenehmigungen im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent gesunken. In Spanien wurden 2022 109 Tausend Wohnungen genehmigt und somit 150 Tausend weniger, als allein zur Deckung des Haushaltszuwachses benötigt würde.

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Spanien profitiert von niedrigeren Baupreisen und mehr Fachkräften

Spanien verzeichnete 2023 im Europavergleich den geringsten Anstieg der Baupreise gegenüber dem Basisjahr 2020. Die Bauzinsen lagen im Schnitt bei 3,6 Prozent. In Deutschland sind die Baupreise seit 2015 um 160 Prozent gestiegen und lag damit im gesamten Zeitraum über dem europäischen Durchschnitt. Die Bauzinsen schwanken seit Herbst 2022 zwischen etwa 3,5 und 4,5 Prozent pro Jahr. Spanien konnte in der Vergangenheit den Fachkräftemangel bremsen und zeigte leichte Zuwächse in den Beschäftigungszahlen im Baugewerbe. Die Berater von Munich Strategy prognostizieren eine weitere Zunahme der Fachkräfte im Bausektor bis 2026. Im Rest von Europa, insbesondere in Deutschland und Schweden, wird sich der Baufachkräftemangel im gleichen Zeitraum dagegen weiter verschärfen.

Hohe Inflation und mangelnde Förderung in Deutschland

Spanien profitiert von niedrigeren Baupreisen und mehr Fachkräften © Munich Strategy

Durch unterschiedliche Inflations- und Investitionsraten unterscheidet sich die länderspezifische Wohnbaunachfrage deutlich. Spanien zeigt sich als klarer Gewinner im Kampf gegen die Inflation und hat die Rate bereits 2023 auf 3,4 Prozent gesenkt. Die Kaufkraft der Haushalte bleibt verhältnismäßig hoch. In Deutschland dagegen schwächt die Inflationsrate von 6 Prozent die Kaufkraft. Auch durch seine Investitionstrends hebt sich Spanien im Wohnungsbausektor ab. Bis 2026 wird Anteil der staatlichen Investitionen in den Wohnbau am Bruttoinlandsprodukt konstant über 3 Prozent liegen, während die Investitionen in Deutschland, Frankreich und Schweden voraussichtlich leicht zurückgehen und nur rund 1 Prozent betragen.

2 Prozent mehr Neubauten in Spanien, 12 Prozent Minus in Deutschland

Der Vergleich der vier zentralen Faktoren Baupreise, Fachkräftemangel, Inflationsrate und staatlichen Investitionen ergibt deutliche Auf- und Absteiger. In Spanien wird bis 2026 ein Anstieg der fertiggestellten Neubauten um +2 Prozent jährlich erwartet. In Deutschland dagegen ist im gleichen Zeitraum mit einem Rückgang um -12 Prozent jährlich zu rechnen. Schweden bildet das Schlusslicht in Europas Wohnungsneubau, während sich Frankreich im Mittelfeld befindet. Die „Europäische Wohnbau-Uhr“ zeigt: Die Länder befinden sich derzeit in vier unterschiedlichen Phasen. Während Deutschland und Schweden noch in der Phase des beschleunigten Rückgangs verharren, ist Frankreich bereits im verlangsamten Rückgang und Spanien kann in der Phase des beschleunigten Wachstums weiteren Aufschwung erwarten.

Unternehmen müssen Maßnahmen länderspezifisch anpassen

Durch unterschiedliche Inflations- und Investitionsraten unterscheidet sich die länderspezifische Wohnbaunachfrage deutlich. © Munich Strategy

Je nach regionalem Fokus ergeben sich Munich Strategy zufolge unterschiedliche Prämissen für den kurz- und mittelfristigen Erfolg von Unternehmen der Bauindustrie. Es bedarf angepasster strategischer Maßnahmen, um regionale Herausforderungen zu bewältigen und vorhandene Chancen zu nutzen. Für Länder in der Wachstumsphase empfehlen die Berater beispielsweise das Optimieren der Vertriebsprozesse für Effektivität und Effizienz, die Transformation von Vertriebspartnern und Distributoren und das Einführen neuer Servicemodelle. Wer in Ländern des Rückgangs aktiv ist, sollte sich auf die Sicherung des Ertragsniveaus konzentrieren und den Vertriebsfokus auf kurz- und mittelfristig zu realisierende Absätze legen.

Das komplette Whitepaper „Der europäische Wohnungsmarkt 2024” kann hier bestellt werden:
https://www.munich-strategy.com/europaeischer-wohnungsmarkt-2024-2026/


Die Herausforderungen der Bauindustrie: Eine Analyse der aktuellen Baukrise

Unternehmen müssen Maßnahmen länderspezifisch anpassen © Munich Strategy

Das Baugewerbe sieht sich gegenwärtig mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als "Baukrise" bezeichnet werden müssen. Diese Krise hat weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Baubranche, angefangen bei der Materialbeschaffung bis hin zur Fertigstellung von Bauprojekten. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf die Ursachen, Auswirkungen und potenziellen Lösungsansätze für die aktuelle Baukrise.

Ein Zeichen in der Baukrise: die Aktion BauZukunft

Die Baubranche durchlebt derzeit eine ungewöhnlich Krise, die viele Unternehmen mit Sorgen und Unsicherheit erfüllt. Die Ursachen sind vielfältig: Angefangen bei einer schwächelnden Konjunktur bis hin zu politischen Unsicherheiten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Mitarbeitenden zu sichern. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, den Unternehmen ein Forum zu bieten, um ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu kommunizieren.

Je nach regionalem Fokus ergeben sich Munich Strategy zufolge unterschiedliche Prämissen für den kurz- und mittelfristigen Erfolg von Unternehmen der Bauindustrie. © Munich Strategy


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