Baukrise 2024

Kai Ingmar Link,

Branchenumfrage: 6 Prozent weniger Wohnungsbauaufträge - Auftragsmangel verfestigt sich

Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zu den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe sowie die Ergebnisse der Verbandsumfrage kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, wie folgt:

Die aktuelle Geschäftslage wird insgesamt nur noch von 51 Prozent der Unternehmen mit „gut“ oder „befriedigend“ bewertet. © ZDB

"Mit Blick auf die Baufertigstellungszahlen 2023 kann von einer stabilen Lage am Bau keine Rede sein. Der Wohnungsbau, der wichtigste Impulsgeber für das Bauhauptgewerbe, leidet unter einer eklatanten Nachfrageschwäche. In den letzten beiden Jahren haben wir im Wohnungsbau vor allem Auftragsbestände abgebaut. Neue Aufträge kommen in zu geringem Umfang hinzu. Bereits im vergangenen Jahr mussten unsere Wohnungsbauunternehmen real fast 20 Prozent weniger Aufträge verkraften als 2022. Im ersten Quartal 2024 verzeichnen wir nun einen weiteren Rückgang um real 6 Prozent auf das niedrige Vorquartalsniveau."

Branchenumfrage bestätigt negative Lage im Wohnungsbau
"Unsere gerade abgeschlossene Konjunkturumfrage zeigt deutlich: Die aktuelle Geschäftslage wird insgesamt nur noch von 51 Prozent der Unternehmen mit „gut“ oder „befriedigend“ bewertet. Fast die Hälfte der Unternehmen votiert mit „schlecht“. Im Vorjahr war es noch ein Drittel. Vor allem der Wohnungsbau drückt auf die Stimmung. Im Frühjahr 2023 hatten 40 Prozent der Wohnungsbauunternehmen ein negatives Urteil abgegeben, im Herbst 2023 waren es 55 Prozent, jetzt sind es über 60 Prozent, die mit „Schlecht“ votieren.

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Auch die Lagebeurteilung im Wirtschaftsbau hat sich verschlechtert. Hier sieht nur noch knapp die Hälfte der Unternehmen eine gute oder zumindest befriedigende Lage. Vor einem Jahr waren es noch zwei Drittel der Unternehmen, die sich positiv äußerten. Lichtblicke gibt es nur im Tiefbau. Hier ist der Saldo der Rückmeldungen zur Geschäftslage nahezu ausgeglichen. Mit „gut“ stimmen bundesweit rund 26 Prozent der Unternehmen ab, mit „schlecht“ rund 28 Prozent. Immerhin knapp die Hälfte der hier tätigen Unternehmen bewertet die Lage mit „Befriedigend“.

Seit dem Vorjahr steht der Mangel an Aufträgen an erster Stelle der Gründe, die den Bau behindern. 60 Prozent der Unternehmen geben dies an. Der Fachkräftemangel hat sich im Zuge der Nachfrageschwäche nur leicht abgeschwächt. Nach wie vor berichtet die Hälfte der Unternehmen von einem Fachkräftemangel. Offensichtlich wollen die Unternehmen gerüstet sein, wenn die Nachfrage wieder anzieht. Diese Zeit zu überbrücken, wird gerade für die Wohnungswirtschaft zu einer immer größeren betriebswirtschaftlichen Herausforderung."

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe © ZDB

Forderungen an Politik und Wohnungswirtschaft
"Die Wohnungsbauzahlen zeigen: Bauherren und Investoren warten dringend auf den Start der angekündigten neuen Förderprogramme. Politische Ankündigungen reichen nicht aus, eine Umsetzung in der zweiten Jahreshälfte kommt zu spät. Ebenso wichtig ist es, zum einen die Zinsen in den KfW-Programmen zu senken. Zum anderen müssen wir die energetischen und technischen Anforderungen senken. Sie sind der Hauptgrund dafür, dass die Baukosten in den letzten vier Jahren um über 40 Prozent gestiegen sind. Hier liegt ein enormes Potenzial für einen Wohnungsbauboom", so Pakleppa abschließend.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zur konjunkturellen Entwicklung in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten erreichte der Umsatz im Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2024 rund 20,2 Milliarden Euro, was einem nominalen Rückgang von mehr als 3 Prozent entspricht. Im Hochbau wurde ein Umsatz von rund 11,1 Milliarden Euro erzielt, ein Rückgang von rund 9,5 Prozent. Der Umsatz im Wohnungsbau erreichte ca. 4,7 Mrd. Euro, ein Rückgang von ca. 14 Prozent. Die Baukonjunktur wird weiterhin durch Projekte der Energie- und Mobilitätswende gestützt. Im Tiefbau wurde mit einem Umsatz von 9,1 Mrd. Euro nominal ein Plus von gut 5 Prozent erzielt.

Hintergrund Konjunkturumfrage
An der Konjunkturumfrage des ZDB im Frühjahr 2024 haben rund 1.350 Unternehmen teilgenommen. Die Struktur der teilnehmenden Unternehmen und die Verteilung ihrer Wirtschaftszweige hat sich im Vergleich zu früheren Umfragen kaum verändert. Da auch die Fragenstruktur gleich geblieben ist, können die Ergebnisse mit denen früherer Umfragen verglichen werden.

Seit 2023 belegen fehlende Aufträge den Spitzenplatz unter den Baubehinderungsgründen. © ZDB

Die Herausforderungen der Bauindustrie: Eine Analyse der aktuellen Baukrise
Das Baugewerbe sieht sich gegenwärtig mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als "Baukrise" bezeichnet werden müssen. Diese Krise hat weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Baubranche, angefangen bei der Materialbeschaffung bis hin zur Fertigstellung von Bauprojekten. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf die Ursachen, Auswirkungen und potenziellen Lösungsansätze für die aktuelle Baukrise.

Ein Zeichen in der Baukrise: die Aktion BauZukunft
Die Baubranche durchlebt derzeit eine ungewöhnlich Krise, die viele Unternehmen mit Sorgen und Unsicherheit erfüllt. Die Ursachen sind vielfältig: Angefangen bei einer schwächelnden Konjunktur bis hin zu politischen Unsicherheiten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Mitarbeitenden zu sichern. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, den Unternehmen ein Forum zu bieten, um ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu kommunizieren.

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