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Artikel und Hintergründe zum Thema

Holzbau Badenbau

Johannes Baumgärtner,

Holzbau im Maßstab Stadt

Freiburgs neuer Stadtteil Dietenbach zeigt, welches Potenzial der Baustoff Holz für klimaneutrale Quartiere hat.

Willi Sutter (Wohnbau Bogenständig eG) stellte mit dem Quartier „Dreikönig“ in Emmendingen ein genossenschaftlich realisiertes Projekt vor, das konsequent auf Holzbau setzt © Holzbau Baden

Wenn wir über klimaneutrale Stadtquartiere sprechen, müssen wir auch über die Bauweise sprechen." Mit diesem Gedanken eröffnete eine Fachveranstaltung von proHolz Schwarzwald und der Projektgruppe Dietenbach der Stadt Freiburg die Diskussion über den Baustoff Holz im neuen Freiburger Stadtteil. Schnell wurde deutlich: Dietenbach könnte zu einem wichtigen Referenzprojekt für den urbanen Holzbau werden.

Auf rund 107 Hektar entsteht im Westen Freiburgs eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Süddeutschlands. Geplant sind etwa 6900 Wohnungen für rund 16 000 Menschen. Rund die Hälfte davon ist als geförderter Wohnungsbau vorgesehen. Das Ziel: Der neue Stadtteil soll ohne fossile Energieträger auskommen und konsequent auf Klimaneutralität ausgerichtet werden.

Damit rückt neben der Energieversorgung auch die Baukonstruktion stärker in den Fokus. Ein erheblicher Anteil der Emissionen eines Gebäudes entsteht bereits in der Herstellungsphase durch die sogenannte graue Energie. Genau hier kann der Holzbau seine Stärken ausspielen. Holz speichert CO₂ und ermöglicht zugleich eine ressourcenschonende Bauweise. Gleichzeitig lässt sich der Baustoff gut mit seriellen Bauprozessen kombinieren, was insbesondere großmaßstäblichen Wohnungsbau Vorteile bietet.

Holzbau im Maßstab Stadt

Welche Rolle Holz in einem Stadtteil dieser Größenordnung spielen kann, war ein zentrales Thema der Veranstaltung. Untersuchungen zur regionalen Holzverfügbarkeit zeigen, dass die notwendigen Ressourcen grundsätzlich vorhanden sind. Analysen entlang der Wertschöpfungskette - von der Rundholzbereitstellung über die Verarbeitung bis zur Ausführung - machen deutlich, dass bereits ein kleiner Anteil von 5 Prozent der regionalen Einschlagsmenge ausreichen würde, um einen Stadtteil dieser Größenordnung weitgehend in Holzbauweise zu realisieren.

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Gleichzeitig wurde betont, dass ein solcher Ansatz nur funktioniert, wenn Planung und Umsetzung frühzeitig miteinander verzahnt werden. Forstwirtschaft, Holzindustrie, Planungsbüros und Bauunternehmen müssen entlang der gesamten Prozesskette eng zusammenarbeiten. Gerade bei größeren Quartiersentwicklungen spielt eine langfristige Planungsperspektive eine wichtige Rolle, um stabile Lieferketten und verlässliche Produktionskapazitäten zu sichern.

Auch technisch ist der mehrgeschossige Holzbau inzwischen ausgereift. Moderne Konstruktionen erfüllen Brand-, Schall- und Wärmeschutzanforderungen zuverlässig, wenn sie integrativ geplant werden. Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglicht zudem präzise Bauprozesse, kurze Bauzeiten und eine deutlich reduzierte Baustellenlogistik.

Gerade im urbanen Kontext kann dies entscheidende Vorteile bringen: kürzere Bauzeiten reduzieren Emissionen auf der Baustelle und verringern Belastungen für angrenzende Quartiere. Zudem erlaubt der modulare Aufbau vieler Holzbausysteme eine flexible Anpassung an unterschiedliche Gebäudetypologien.

Wirtschaftlichkeit im Blick

Neben ökologischen Vorteilen rückt zunehmend auch die wirtschaftliche Perspektive in den Fokus. Praxisbeispiele zeigen, dass holzbauorientierte Planung, kompakte Grundrisse und digitale Methoden wie Building Information Modeling wirtschaftlich tragfähige Lösungen ermöglichen. Wird der Baustoff Holz bereits frühzeitig in Planung und Entwurf integriert, entsteht ein kalkulierbares System, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Anforderungen miteinander verbinden kann. Quartiersentwicklungen wie Dietenbach könnten damit zu wichtigen Impulsgebern für eine stärker industrialisierte und gleichzeitig nachhaltige Bauweise werden.

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