Baukrise 2025
Infrastruktur-Zukunftsgesetz kann zum Befreiungsschlag werden
Zum Ende Dezember 2025 Kabinettsbeschluss des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes äußert sich Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, wie folgt:
Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz will die Bundesregierung endlich auf die Überholspur und macht Tempo bei der Infrastrukturmodernisierung. So adressiert das Gesetz derzeitige Bremsen in der Realisierung von öffentlichen Bauvorhaben und ist damit ein wichtiges Signal für ein modernes Planungsrecht und schnellere Verfahren.
Besonders positiv zu bewerten ist die rechtliche Einstufung zentraler Verkehrsprojekte als Vorhaben des überragenden öffentlichen Interesses sowie mit Bedeutung für die öffentliche Sicherheit. Aber auch die Stärkung digitaler Verfahren, modellbasierte Arbeitsweisen sowie die Reduzierung von Doppelprüfungen sind dringend notwendige Schritte, um Infrastrukturprojekte schneller sowie State-of-the-Art umsetzen zu können.
Außerdem begrüßen wir ausdrücklich, dass die Bundesregierung ihren Weg der Flexibilisierung des Vergaberechts konsequent fortsetzt und weitere Ausnahmen zur Abweichung von der strikten Losvergabe da, wo es sinnvoll ist, vorsieht. So zeigt nicht zuletzt der Ersatzneubau der Rahmede Talbrücke auf der A45, der noch vor Weihnachten früher als geplant dem Verkehr freigegeben werden soll, zu welchen Leistungen der bauindustrielle Mittelstand fähig ist. Allerdings darf die Bundesregierung jetzt nicht auf halber Strecke stehen bleiben, sondern sollte auch kommunalen Auftraggebern ermöglichen, von der Leistungsfähigkeit unserer mittelständischen Bauunternehmen zu profitieren.
Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass zentrale Regelungsbedarfe im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes nicht mehr Teil des Gesetzes sind. Darunter Regelungen zur Erweiterung der Suchräume für Ausgleichsflächen sowie die Standardisierung des Artenschutzes insgesamt. Es ist unabdingbar, dass diese Maßnahmen bis Ende des ersten Quartals 2026 durch des Bundesumweltministerium angegangen werden. Denn Beschleunigung entsteht nicht dadurch, Umweltrecht auszusparen, sondern indem es konsequent auf Planungssicherheit fokussiert wird.
Neue Wege aus der Baukrise
Deutschland steht im Jahr 2025 vor einer seiner tiefgreifendsten wirtschaftlichen Herausforderungen: der anhaltenden Baukrise. Was sich schon in den Vorjahren abzeichnete, hat sich nun zu einem Flächenbrand entwickelt – mit dramatischen Folgen für Wohnungsbau, Infrastrukturprojekte und den sozialen Zusammenhalt. Bauunternehmen bremsen Investitionen, Projekte werden gestrichen, Mieter suchen vergeblich nach bezahlbarem Wohnraum. Die Krise ist nicht länger ein Problem einzelner Branchen – sie ist ein gesamtgesellschaftliches Thema geworden.
Chancen für die Bauwirtschaft
Die Baubranche durchlebt derzeit eine ungewöhnlich Krise, die viele Unternehmen mit Sorgen und Unsicherheit erfüllt. Die Ursachen sind vielfältig: Angefangen bei einer schwächelnden Konjunktur bis hin zu politischen Unsicherheiten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Mitarbeitenden zu sichern. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, den Unternehmen ein Forum zu bieten, um ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu kommunizieren.
Die Zukunft der Baubranche: Elektrische Antriebe und innovative Lösungen
Alternative Antriebe sind nur eine Initiative der Baubranche, trotz Krise neue Wege für eine nachhaltige Zukunft zu finden. Elektro-Motoren, Wasserstoffmotoren und Hybridantriebe werden immer mehr entwickelt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und CO2-Neutralität zu erreichen. Doch damit stößt der Innovationsgeist der Branche noch lange nicht am Ende.
Hinweis der Redaktion:
Wir möchten darauf hinweisen, dass die in Meinungsbeiträgen, Analysen und Kommentaren geäußerten Ansichten und Meinungen die individuellen Standpunkte der Autoren widerspiegeln. Diese spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion oder des Verlages wider. Wir fördern eine offene und vielfältige Diskussion und respektieren die Meinungsvielfalt unserer Leserinnen und Leser. Die Verantwortung für die Inhalte von Meinungsbeiträgen liegt bei den jeweiligen Autoren, und sie repräsentieren nicht zwangsläufig die offizielle Position des Magazins oder seines Herausgebers. Wir schätzen die Meinungsfreiheit und ermutigen zu einem respektvollen Austausch unterschiedlicher Standpunkte.












