Wiederverwertung
Staatssekretär Dr. Andre Baumann und MdL Saskia Frank im Storz-Kieswerk Kohler
Bei einem Besuch im Storz-Kieswerk Kohler in Engen-Welschingen haben sich der Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium, Dr. Andre Baumann MdL, und die Landtagsabgeordnete Saskia Frank MdL (beide Bündnis 90 / Die Grünen) für eine konsequente Wiederverwertung mineralischer Rohstoffe sowie den Ausbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ausgesprochen. Im Fokus des Besuchs stand die moderne Boden- und Recyclingwaschanlage des Werks, die als eine der fortschrittlichsten in Deutschland gilt.
Das Kieswerk Kohler GmbH sowie die Betonwerk Kohler GmbH gehören seit Anfang 2025 zur Storz-Unternehmensgruppe mit Sitz in Tuttlingen.
„Recycling von Kies muss zur neuen Normalität werden“, erklärte Staatssekretär Dr. Andre Baumann im Rahmen seines Rundgangs durch das Werk. Er hob hervor, dass die dort gereinigten Bodenmassen in ihrer Qualität neuen Materialien in nichts nachstehen: „Diesen Materialien sieht man nicht an, dass sie schon einmal verwendet worden sind. Sie tragen mit Ihrer großartigen Waschanlage zu einer neuen zirkulären Wirtschaft bei, die wir als Land Baden-Württemberg voranbringen wollen.“
Gemeinsam mit MdL Saskia Frank ließ sich Baumann die Wiederaufbereitungsanlage für Bodenmaterialien und Recyclingbaustoffe im Detail erläutern. Die Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Singen zeigte sich ebenfalls beeindruckt von der in der Anlage umgesetzten Kreislaufwirtschaft. Frank, die auch Mitglied im Kreistag des Landkreises Konstanz ist, betonte die Bedeutung solcher technologischen Lösungen im Sinne eines nachhaltigen Ressourcenmanagements.
Susanne Gräfin Kesselstatt, geschäftsführende Gesellschafterin der Storz-Gruppe, betonte die Einbindung der Waschanlage in die langfristige Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens: „Diese Boden- und Recyclingwaschanlage passt bestens in die Nachhaltigkeitsstrategie unserer Unternehmensgruppe.“ Sie bezeichnete die Einrichtung als „Leuchtturmprojekt beim Umwelt- und Ressourcenschutz“ und verwies auf die Endlichkeit mineralischer Rohstoffe. Die Unternehmensgruppe sehe sich in der Verantwortung, alternative und ressourcenschonende Verfahren weiterzuentwickeln. „Uns ist es wichtig, Transparenz zu schaffen und zu kommunizieren, was wir hier machen“, sagte Kesselstatt.
Christian Rebmann, Geschäftsführer von Storz Baustoffe, erläuterte die technische Funktionsweise der Anlage. Diese ermöglicht es, Bodenmaterialien zu waschen, von potenziellen Schadstoffen zu reinigen und in unterschiedliche Bestandteile zu separieren. „Am Ende dieses Prozesses gewinnen wir Sande und Kiese in verschiedensten Korngrößen, also beste Produkte, die unbelastet sind und wieder zum Bau eingesetzt werden können“, so Rebmann.
Ein weiteres Merkmal der Anlage ist die integrierte Kammerfilterpresse, die anfallende Schlämme vom Wasser trennt. Damit entfällt die Notwendigkeit zur Bewirtschaftung herkömmlicher Schlammweiher. Der entstehende Filterkuchen kann – je nach Zusammensetzung – deponiert oder als Sekundärrohstoff genutzt werden. Dieser Prozess findet in einem geschlossenen Wasserkreislauf statt, wie Rebmann betonte.
Mit Blick auf aktuelle Infrastrukturprojekte wies er darauf hin, dass bei großen Baumaßnahmen, wie etwa dem Straßen- und Tunnelbau entlang der B33 am Bodensee, erhebliche Mengen an Bodenaushub entstehen. Dieses Material müsse hochwertig aufbereitet und erneut genutzt werden.
Staatssekretär Baumann betonte abschließend die Bedeutung eines neuen Verständnisses von Ressourcen: „Wir müssen unsere Rohstoffe wieder als Bodenschätze begreifen. Dazu gehört auch, bislang noch vorhandene politische und technische Widerstände zu überwinden, um geschlossene Recycling-Kreisläufe zu ermöglichen. Dies alles jedoch ohne Rabatte bei Genehmigungsverfahren – Grundwasserschutz muss auf jeden Fall gewährleistet sein.“ In diesem Kontext würdigte er die Arbeit der Storz-Gruppe: „Vor diesem Hintergrund leistet Storz hier Pionierarbeit. Mineralische Rohstoffe wird man nämlich auch in Zukunft benötigen. Brücken oder Windräder baut man schließlich nicht aus Holz.“
Am Besuch im Storz-Kieswerk Kohler nahmen auch Engens Stadtbaumeister Matthias Distler sowie Tilo Herbster, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Konstanz, teil.












