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Artikel und Hintergründe zum Thema

Weiterbildung in Verwaltungen

Melanie Steinbeck,

Mit mehr Praxisnähe zu besseren Entscheidungen

Dieter Schnittjer, Vorstandsmitglied des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e.V. (VDBUM) und Geschäftsführer der VDBUM Service GmbH, fordert eine Weiterbildungskultur für Mitarbeiter:innen in Ministerien und Verwaltungen. Ziel sei es, eine praxisnähere Umsetzung politischer Beschlüsse sicherzustellen.

Politik und Verwaltung: Praxisferne Entscheidungen?

© VDBUM

„Alle Beschlüsse der Politik werden je nach ihrem Gewicht in der Öffentlichkeit diskutiert und nehmen somit Einfluss auf die weiteren Vorschriften. Dies wäre nicht schlimm, wenn Verwaltungen die Neuregelungen mit Blick auf Praxisnähe umsetzten“, erklärt Schnittjer. Verbände der Baubranche müssten daher intervenieren und positiv verstandene Lobbyarbeit leisten. Denn politische Entscheider:innen könnten angesichts begrenzten Fachwissens nicht alle Sachverhalte umfassend beurteilen.

Weiterbildung mit unzureichendem Budget

Schnittjer kritisiert insbesondere die geringe Budgetierung für Weiterbildung in Verwaltungen, die oft zwischen 150 und 350 Euro jährlich liege. „Wenn sich die digitalen und technischen Prozesse in den Unternehmen so weiterentwickeln, wie es aktuell der Fall ist, werden sich die Kompetenzen zunehmend verschieben und die Verwaltungen weiter abgehängt“, warnt er. Halbwissen reiche nicht aus, um Ausschreibungen zu erstellen oder Angebote zu beurteilen.

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Fachkräftemangel verschärft die Situation

Angesichts des demografischen Wandels und der wachsenden Herausforderungen durch den Fachkräftemangel sieht Schnittjer dringenden Handlungsbedarf: Erfahrene Verwaltungsfachleute gingen zunehmend in den Ruhestand, während junge Mitarbeitende die Erfahrungslücken nicht ausgleichen könnten.

Fachmessen als Weiterbildungschance

Eine Lösung sei der verstärkte Besuch von Fachmessen durch Verwaltungspersonal. „Warum sind etwa die Fachmessen kein Pflichtprogramm für die Verwaltung? Warum sollten nicht unterschiedliche Hersteller pro Produkt oder Dienstleistung auf einer Messe besucht werden müssen, um dem Vorwurf der Beeinflussung aus dem Weg zu gehen?“ fragt Schnittjer. Nur durch die Beschäftigung mit dem „Stand der Technik“ könne ein volkswirtschaftlicher Schaden vermieden werden.

Positives Beispiel: Engagierte Verwaltungsmitarbeitende

Positiv hebt er Verwaltungsmitarbeitende hervor, die Fachmessen wie die IFAT, GaLaBau oder NordBau besucht haben oder für 2025 einen Besuch der bauma oder RATL planen. Allerdings seien es noch zu wenige, um flächendeckend die Qualität von Ausschreibungen und Angebotsbeurteilungen zu verbessern.

VDBUM bleibt engagiert

Der VDBUM werde auch weiterhin fachpolitisch aktiv sein und sich für praxisnahe Lösungen einsetzen, verspricht Schnittjer.

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