Fachkräftesicherung
Zech Bau übernimmt Mitarbeitende von Karrié
Zech Bau integriert nach der Insolvenz der Karrié-Unternehmen rund 320 Mitarbeitende und setzt auf den Erhalt von Standorten und Projekten.
Strukturierte Übernahme nach Insolvenz
Nach der Insolvenz der Karrié Baugesellschaften ist eine Lösung für den Erhalt der operativen Einheiten gefunden worden. Zwei Gesellschaften der Zech Group SE, die ZECH Bau SE sowie die Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, übernehmen im Rahmen eines Asset Deals die rund 320 Beschäftigten sowie das bewegliche Anlagevermögen der betroffenen Unternehmen Karrié Baugesellschaft und Karrié Bauwerkserhaltung. Ziel der Transaktion ist es, die fachlichen Ressourcen der Belegschaften zu sichern und laufende Bauprojekte in neuen organisatorischen Strukturen fortzuführen.
Die Wirksamkeit der Verträge ist an die formale Eröffnung der jeweiligen Insolvenzverfahren gekoppelt. Für die Karrié Bauwerkserhaltung ist dieser Schritt Anfang Januar erfolgt. Die Übernahme der Karrié Bau GmbH soll mit der vorgesehenen Insolvenzeröffnung Anfang Februar rechtskräftig abgeschlossen werden, vorbehaltlich der Zustimmung des zuständigen Gläubigerausschusses.
Fortführung während des Verfahrens
Seit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung wurden beide Karrié-Unternehmen operativ weitergeführt. Bestehende Bauaufträge blieben in Bearbeitung, zudem konnten neue Projekte angebahnt werden. Diese Fortführung ermöglichte es, die Leistungsfähigkeit der Betriebe während des Verfahrens zu erhalten und eine geordnete Übertragung von Personal und Sachmitteln vorzubereiten.
Die Karrié Bau GmbH ist ein inhabergeführtes Bauunternehmen mit Sitz in Mainz. Die Karrié Bauwerkserhaltung verfügt über mehrere Standorte in Deutschland, darunter München, Stuttgart, Hamburg und Erfurt. Im letzten Geschäftsjahr erzielten beide Gesellschaften gemeinsam einen Umsatz von rund 77 Millionen Euro.
Strategische Bedeutung für Zech Bau
Mit der Übernahme der Mitarbeitenden aus den Karrié-Unternehmen baut Zech Bau seine Kapazitäten im Hochbau und in der Bauwerkserhaltung gezielt aus. Gleichzeitig wird die regionale Präsenz des Konzerns erweitert. Die Integration erfolgt nicht über den Erwerb der Gesellschaften selbst, sondern über die Übernahme von Vermögenswerten und Fachpersonal, was eine flexible Eingliederung in bestehende Konzernstrukturen erlaubt.
Die Zech Group ist als strategische Management-Holding organisiert und bündelt ihre operativen Aktivitäten in mehreren Geschäftsbereichen rund um Planung, Bau und Betrieb von Immobilien. Innerhalb dieses Rahmens dient die Übernahme der Karrié-Einheiten der Stärkung technischer Kompetenzen und der Absicherung personeller Ressourcen.
Signalwirkung für die Bauwirtschaft
Der Fall Karrié verdeutlicht, dass Insolvenzverfahren im Bauwesen zunehmend als Instrument zur strukturierten Neuordnung genutzt werden. Für Beschäftigte bedeutet dies in vielen Fällen den Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze, während aufnehmende Unternehmen gezielt Know-how und regionale Marktpositionen übernehmen können. Für Auftraggeber entsteht zusätzliche Stabilität, da Projekte nicht abrupt abgebrochen, sondern in neuen Unternehmenskonstellationen fortgeführt werden.












