Konjunkturausblick 2026
Leichtes Plus in unsicheren Zeiten
Steigende Genehmigungen und vorsichtige Aufbruchsstimmung treffen 2026 auf zahlreiche Hürden.
Experten erwarten für 2026 ein leichtes Wachstum, unter anderem getragen von steigenden Genehmigungen im Wohnungsbau. Wolf Christian Behrbom, Geschäftsführer Layher, gibt sich vorsichtig optimistisch:
"Ein Lichtstreifen am Horizont, das war gegen Jahresende das verhalten positive Resümee im Baugewerbe. Neben dem Gewerbehochbau wurde vor allem auch der Wohnungsbau genannt, bei dem die Talsohle durchschritten scheint. Hier kann der Bau-Turbo weitere Impulse geben. Auch Infrastrukturmaßnahmen wie Brückenbau und Brückensanierung stehen im Fokus." Laut Bundesverkehrsministerium stehen allein in einem ersten zehnjährigen Zeitraum 4.000 Brückenmodernisierungen an, weitere 4.000 sollen folgen. Doch die Lage bleibt angespannt: Die Wohnungsnot ist weiterhin akut, und viele Bauunternehmen kämpfen mit einem eklatanten Fachkräftemangel. René Wolf, CEO RIB Software, beschreibt die Situation so: "Als Softwareunternehmen sind wir ebenfalls einem Fachkräftemangel ausgesetzt. Dank unserer internationalen Aufstellung können wir diesbezüglich zwar recht gut agieren, aber es bleibt eine Herausforderung, die richtigen Talente am richtigen Ort‘ zu finden und für uns zu begeistern."
Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern wirkt auf zwei Weisen: Während die Modernisierung ungebremst voranschreitet, werden neue Technologien wie autonome Maschinen, modulare Bauweisen und serielle Prozesse noch nicht flächendeckend genutzt. "Die Herausforderungen – aber eben auch die Chancen – bleiben 2026 die gleichen: Wir müssen als spezialisierter Hersteller und Lieferant dem starken Kostendruck bei unseren Kunden begegnen und Produkte und Leistungen bieten, die ihnen und uns im Wettbewerb den entscheidenden und zählbaren Vorteil bringen", erläutert Hanns Marcus Renz, Business Director D-A-CH Kobelco.
Trotz der Herausforderungen zeichnen sich Lösungsansätze ab. Joachim Immerz, Geschäftsführer Vertrieb Doka Deutschland, mahnt: "Unsere Branche war immer von einem starken Gemeinschaftsgefühl geprägt. Genau diesen Spirit brauchen wir auch gesellschaftlich wieder, so dass aus dem Momentum der Zuversicht Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung wächst. Erfolgreiche Projekte entstehen dort, wo partnerschaftlich zusammengearbeitet wird, Herausforderungen offen angesprochen und gemeinsam Lösungen entwickelt werden."
Die Baukonjunktur 2026 zeigt vorsichtige Erholung. Wer Fachkräftemangel aktiv angeht, Digitalisierung vorantreibt und partnerschaftlich handelt, kann den Weg für eine nachhaltige und zukunftsfähige Bauwirtschaft ebnen.












