Straßenbau mit Weitblick:
Berding Beton erneuert Durchlass unter A27 mit innovativen Fertigteilen
Die A27 ist eine der Lebensadern Norddeutschlands. Zwischen Nordholz und Altenwalde rollen täglich rund 13.000 Fahrzeuge über die Fahrbahn – darunter etwa 1.000 schwere Lkw.
Dass ein solches Verkehrsaufkommen höchste Anforderungen an die Infrastruktur stellt, zeigte sich zuletzt an einem neuralgischen Punkt unterhalb der Fahrbahn: einem Durchlass für den Altenbrucher Kanal, der seit 1978 aus einem Wellstahlprofil bestand und im Laufe der Jahrzehnte massiv korrodierte. Eine Erneuerung war unausweichlich, nicht nur aus Gründen der Betriebssicherheit, sondern auch im Hinblick auf ökologische Standards und moderne Bauverfahren.
Stahlbeton für moderne Verkehrswege
Die Autobahn GmbH des Bundes entschied sich bei der Umsetzung für eine Lösung mit vorgefertigten Stahlbetonelementen. Den Zuschlag für die Produktion erhielt Berding Beton, ein Spezialist für Betonfertigteile im Straßenbau. Insgesamt 21 Rahmenbauteile mit den Abmessungen 3,80 x 2,85 Meter und einem Gewicht von je 31 Tonnen wurden gefertigt und zur Baustelle geliefert. Begleitet wurde das Projekt von der F. Winkler GmbH & Co. KG aus Bremen, die für die Ausführung verantwortlich zeichnete.
Der Bau unter laufendem Verkehr stellte dabei eine zusätzliche Herausforderung dar. Damit die Maßnahme ohne komplette Sperrung auskam, wurden Enddeckel in die Elemente integriert. Diese erlaubten einen kontrollierten Umschluss der Arbeiten zwischen den beiden Fahrtrichtungen.
Auch zwei speziell gefertigte Endrahmen mit Kopfbalken gehörten zum Lieferumfang. Sie sichern den Ein- und Auslauf des Grabendurchlasses und sorgen für eine dauerhafte und widerstandsfähige Lösung.
Ein Durchlass mit tiergerechter Innovation
Eine technische Raffinesse stellte der sogenannte „tierische Clou“ dar: die Otterberme. Diese künstliche Uferlinie innerhalb des Durchlasses wurde von Berding Beton in die Bauteile integriert. Sie erlaubt es Wildtieren wie Fischottern, Füchsen oder Mäusen, die A27 sicher unterirdisch zu queren – trocken, geschützt und ohne Risiko für Mensch und Tier. Die 60 Zentimeter breite und 100 Zentimeter hohe Erhebung bleibt auch bei normalen Wasserständen oberhalb der Fließlinie und ist damit jederzeit nutzbar.
Logistische Präzision auf der Baustelle
Der Einbau der massiven Fertigteile erfolgte unter komplexen logistischen Bedingungen. Nach dem Ausbau des alten Durchlasses und dem Einbau einer neuen Stahlbetonsohle hob ein Autokran die Elemente in die vorbereitete Baugrube. In die Rahmenbauteile waren Hebeanker eingelassen, die den Einsatz von Transportankern mit Kugelkopf ermöglichten – ein Vorteil nicht nur beim Heben, sondern auch beim millimetergenauen Zusammenziehen der Elemente mit einem Flaschenzug. Die umlaufenden Dichtungen zwischen den Fertigteilen erforderten dabei erhebliche Präzision und Kraft.
Nach erfolgreichem Einbau wurden Tragschicht und Asphaltdecke beidseitig erneuert. Die Maßnahme, die von August 2024 bis März 2025 dauerte, wurde planmäßig abgeschlossen.
Teamarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Michael Wendt, Sprecher der Autobahn GmbH, zog ein positives Fazit: „Die Abläufe waren gut geplant, die Materiallieferungen erfolgten termingerecht und der Einbau hat reibungslos funktioniert.“ Auch Jens Stehmeier, Bauleiter bei F. Winkler, hob die enge Zusammenarbeit hervor:
„Die erfolgreiche Projektabwicklung war vor allem der professionellen Zusammenarbeit und Leistungsstärke aller Beteiligten zu verdanken. Ein großer Vorteil war außerdem, dass die beiden Berding Beton-Mitarbeiter Stefan Müller und Christian Waltersdorf nicht nur im Vorfeld die hohe Materialqualität sichergestellt haben, sondern auch auf der Baustelle vor Ort waren, um den Einbau zu begleiten. Das bedeutete für uns eine bestmögliche Unterstützung und die Möglichkeit, Fragen schnell zu klären.“
Baustoffe mit Verantwortung
Die Erneuerung des Durchlasses unter der A27 zeigt exemplarisch, wie moderne Baustoffe, intelligente Fertigung und ökologisches Bewusstsein im Straßenbau zusammenwirken können. Berding Beton beweist mit diesem Projekt nicht nur technische Kompetenz, sondern auch ein Gespür für zeitgemäße Anforderungen an Infrastrukturprojekte.
Straßenbau endet heute nicht mehr bei Asphalt und Traglasten – sondern beginnt bei nachhaltigen Lösungen, die Mensch, Umwelt und Tier gleichermaßen im Blick haben.
Ein nachhaltiges Projekt also, dass hilft, die Infrastruktur für die Anforderungen der Zukunft fit zu machen.




















