Tief- und Tunnelbau

Bypass legen für die Kanalsanierung

Für die Sanierung von Kanälen und Rohrsystemen für Schmutz- und Abwasser gibt es von Tsurumi eine neue Pumpenlösung, die den Weiterbetrieb der Leitung während der Arbeiten sicherstellt.

DN200-Druckstutzen
Blick auf den zentrierten DN200-Druckstutzen. Fotos: Tsurumi

Die neu entwickelte KRSU 822 ist die neue leistungsstarke Kanalschachtpumpe, die aufgrund ihrer Bauweise prädestiniert ist für die Kanalsanierung. In Eisenhüttenstadt kam die schlanke Tauchpumpe bereits erfolgreich zum Einsatz. Dort betreibt der Trinkwasser- und Abwasserzweckverband (TAZV) Oderaue im Industriegebiet am Oder-Spree-Kanal eine Industriekläranlage. Der größte Einleiter ist eine Papierfabrik, die braunes Papier aus Altpapier herstellt. Zur Ableitung in den Grenzfluss Oder betreibt der TAZV Oderaue eine Abwasserleitung mit einer Länge von etwa 5.200 Metern. Durch die GFK-Rohre mit 800 mm Durchmesser pumpen die Betreiber eine Jahresabwassermenge von rund 3,3 Millionen Kubikmeter. Das Abwasser ist bei der Einleitung in die Oder noch etwa 30 Grad warm. Über das Altpapier der Papierfabrik gelangt Kalk in den Prozesswasserkreislauf, der ein besonderes Problem darstellt: Die Ausfällungen von Calciumcarbonat belasten nicht nur die Anlagenteile der Industrieanlage, sondern finden sich in der Abwasserfracht wieder.

Bauweise der Pumpe ideal für die Kanalsanierung

trockenlaufsichere KRSU
Die trockenlaufsichere KRSU, Tsurumis neueste und stärkste Kanalschachtpumpe, passt in die meisten deutschen Zugangsschächte.

Nach sieben Jahren kam die unterirdisch verlegte Pipeline durch Inkrustationen an ihre hydraulische Grenze. Sie musste gereinigt werden. Die gängigen Verfahren wie Hochdruckspülung, Fräsmaschinen und Sanierungsroboter brachten nicht das gewünschte Resultat, so dass man sich fürs Aufsprengen entschied.

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Um Betriebsausfälle zu vermeiden, erfolgten die Arbeiten sektionsweise. Pro Abschnitt von 200 Metern Länge wurden zwei Schächte für den Überpumpbetrieb genutzt. Im Kopfschacht platzierte man die KRSU: Über zwei DN100-Rohre überbrückte sie die zu reinigende Abwasserleitung, so dass dieser Bereich ohne Behinderung gereinigt werden konnte. Das Projekt ist auf 18 Monate ausgelegt.

Große Förderleistung bei geringem Durchmesser

Tsurumi hat die KRSU in schlanker Bauform speziell zur Überbrückung von Leitungsabschnitten konzipiert. Mit ihrem maximalen Durchmesser von 546 mm passt sie in die meisten Zugangsschächte, die etwa im öffentlichen Bereich überwiegend ein lichtes Maß von 625 mm aufweisen.

Das Besondere an der neuen Pumpe ist, dass sie völlig symmetrisch und kreisförmig gebaut ist und daher gut durch jeden Kanaldeckel passt, der genau die 625 mm Durchmesser aufweist. Bei dem „nur“ 1.486 mm hohen Aggregat mit 417 kg Trockengewicht hat der Hersteller den Druckabgang zentriert platziert, was zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt einen aufrecht sicheren Stand gewährleistet. Unter Volllast mit 22 kW fördert die KRSU 5700 l / min. Ihre maximale Förderhöhe ist mit 26,5 m angegeben. In Eisenhüttenstadt hat man einen Frequenzumformer vorgeschaltet, um einen sanften Anlauf ohne Druckstöße zu erzielen. Nicht zuletzt aber auch, um sie einfach materialschonend langsamer laufen zu lassen. Ein spezielles Laufrad mit hohen Flügeln ermöglicht verstopfungsfreies Pumpen bei einem freien Durchgang von 56 mm.

Aufgrund ihrer Bauart, dem widerstandsfähigem Gehäuse aus GG20-Grauguss und besonderer Komponenten wie dem zentrifugalen Ölverteiler, der von Tsurumi selbst entwickelt wurde, gilt die Pumpe als trockenlaufsicher. Somit lässt sie sich auch halbgetaucht oder im Schlürfbetrieb, wenn also kaum Wasser gefördert wird, noch sicher betreiben.

Björn Hoffmann

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