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Artikel und Hintergründe zum Thema

Handarbeit unter der Stadt:

Kai Ingmar Link,

Katec setzt Bonns Kanalisation instand

Es ist ein Ort, den kaum jemand sieht – und doch ist er unverzichtbar für das tägliche Leben in der Stadt: die Kanalisation.

Die eingewachsenen Wurzeln wurden entfernt, und die Muffen mit einem speziell abgestimmten Mörtel abgedichtet. © Katec

Unter den Straßen Bonns verläuft ein weit verzweigtes Netz aus begehbaren Großkanälen, das die städtische Abwasserentsorgung trägt. Doch auch diese Infrastruktur altert – und mit ihr entstehen Risse, Ausbrüche und Undichtigkeiten. Im Frühjahr 2025 hat die Katec Kanaltechnik Müller & Wahl GmbH im Auftrag des Tiefbauamts Bonn genau hier angesetzt. Zwischen Februar und März wurden diverse Kanalabschnitte mit Durchmessern zwischen DN 800 und DN 3500 inspiziert und manuell instandgesetzt – mit höchstem technischem Sachverstand, umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und einem handwerklichen Verfahren, das heute zur Ausnahme geworden ist: der manuellen Mörtelsanierung.

Die Wirklichkeit unter der Straße

Wer einen begehbaren Kanal betritt, verlässt die gewohnte Welt. Hier ist es feucht, dunkel, die Luft steht. Die Wände aus Beton oder Kunststoff sind oft von Ablagerungen überzogen – Rückstände aus Jahrzehnten der Nutzung. Gerade ältere Abschnitte der Kanalisation weisen Korrosionsschäden, Wurzeleinwüchse oder brüchige Wandungen auf. In dieser Umgebung arbeiten nur Fachleute mit spezieller Ausrüstung. Für die Sanierung in Bonn setzte Katec auf das bewährte Prinzip der Begehung: Nur durch direkte Inaugenscheinnahme konnten die geschädigten Stellen präzise lokalisiert und nach Maß instandgesetzt werden.

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Die Katec Kanaltechnik Müller & Wahl GmbH setzte in Bonn begehbare Kanäle mit teilweise ausgebrochenen, korrodierten Rohrsohlen mittels manueller Ausbesserung mit Mörtel instand. © Katec

Die Herausforderungen lagen nicht nur in der engen Umgebung und der schwierigen Zugänglichkeit, sondern auch in der Koordination der Arbeiten über das gesamte Stadtgebiet hinweg. Vom Zentrum bis in die Außenbezirke mussten die Fachkräfte Abschnitte betreten, reinigen und sanieren – Abschnitt für Abschnitt, Meter für Meter.

Planung mit Weitblick: Sicherheit und Ablauf im Fokus

Nichts in diesem Projekt wurde dem Zufall überlassen. Jeder Handgriff folgte einem genau abgestimmten Ablauf. Der Einstieg in die Kanäle erfolgte erst nach umfassender Prüfung der Sicherheitslage. Gaswarnsysteme, Belüftung und persönliche Schutzausrüstung waren selbstverständlich. Erst nach Freimessung der Luft konnten die Arbeiten beginnen.

Um die Kanäle zu sanieren, reinigte Katec die Schadstellen vorab gründlich und führte notwendige Stemmarbeiten durch. © Katec

Um Reparaturen unter trockenen Bedingungen durchführen zu können, leitete das Katec-Team das Abwasser temporär mit Bypass-Pumpen um. Sandsäcke kamen zum Einsatz, um eindringendes Wasser fernzuhalten – eine Voraussetzung dafür, dass die Schadstellen zuverlässig saniert werden konnten. Die Kanäle wurden anschließend gereinigt, lose Materialien entfernt, beschädigte Bereiche freigelegt. Je nach Zustand erfolgte das Aufstemmen des Untergrunds, um eine tragfähige Basis zu schaffen. Vor der Applikation des Mörtels wurde der Haftgrund sorgfältig vorbereitet – durch Aufrauen und Vornässen, um dem Mörtel ausreichend Zeit zum Abbinden zu geben. Undichte Rohrverbindungen wurden bei Bedarf mit Injektionstechnologie vorbereitet, bevor die eigentliche Sanierung begann.

Präzision mit Kelle und Know-how

Im Mittelpunkt der Sanierung stand ein Werkstoff, der seine Leistungsfähigkeit in vielen Jahrzehnten Tiefbau bewiesen hat: Mörtel. Doch bei den Arbeiten in Bonn kam kein herkömmliches Produkt zum Einsatz, sondern ein kunststoffmodifizierter Spezialmörtel der Hermes Technologie aus Schwerte – abgestimmt auf die besonderen chemischen und mechanischen Anforderungen in der Kanalisation.

Das Ergebnis ist eine reprofilierte Rohrsohle nach der Instandsetzung. © Katec

Das Team von Katec trug den Mörtel in präziser Handarbeit auf die geschädigten Stellen auf. Tiefer liegende Schäden wurden schichtweise saniert, bis die ursprüngliche Profilierung wiederhergestellt war. Die frisch aufgetragenen Flächen wurden geglättet, sodass eine hydraulisch optimierte Oberfläche entstand. Auch nach dem Aushärten endete die Arbeit nicht: Eine sorgfältige Endkontrolle durch das Katec-Team stellte sicher, dass die Reparaturen den Anforderungen an Dichtheit, Festigkeit und Langlebigkeit entsprachen.

Arbeiten am Limit: Sicherheit unter extremen Bedingungen

Sanierungen im begehbaren Kanal sind körperlich fordernd und sicherheitstechnisch hochkomplex. Schon der Einstieg bedeutet: volle PSA, regelmäßige Freimessungen, durchgehende Kommunikation mit der Oberfläche. Gase wie Schwefelwasserstoff oder Methan können jederzeit auftreten – ohne permanente Überwachung ist ein Einsatz nicht möglich.

Die Katec-Mitarbeitenden sind speziell für solche Einsätze geschult. Regelmäßige Fortbildungen sorgen dafür, dass alle Beteiligten mit den geltenden Sicherheitsstandards vertraut sind – vom richtigen Verhalten bei Zwischenfällen bis zur Anwendung moderner Messtechnik. Nur durch diese hohe Kompetenz im Bereich Arbeitsschutz lassen sich anspruchsvolle Maßnahmen in der Tiefe sicher realisieren.

Ein Beitrag zur Zukunftssicherheit Bonns

In den Muffenbereichen war starker Wurzeleinwuchs zu erkennen, der die Rohrverbindungen durchdrungen und die Dichtheit der Leitung erheblich beeinträchtigt hatte. Altersbedingte Abnutzung verstärkte das Schadensbild zusätzlich. © Katec

Mit der erfolgreichen Sanierung begehbarer Großkanäle hat Katec einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Funktionsfähigkeit der Bonner Abwasserinfrastruktur geleistet. Die manuelle Instandsetzung mit Mörteltechnik verlängert die Lebensdauer der betroffenen Abschnitte deutlich, schützt vor weiteren Schäden und erhält die hydraulische Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems.

Gleichzeitig zeigt dieses Projekt, dass moderner Tiefbau mehr ist als Maschinenleistung – er ist oft Handwerk im besten Sinne. Präzise, verantwortungsvoll, sicherheitsbewusst. Im Zusammenspiel aus Ingenieurwissen, Materialkompetenz und Teamarbeit gelang es Katec, unter schwierigen Bedingungen ein Ergebnis zu erzielen, das dauerhaft trägt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Kanäle wurden erfolgreich mit Mörtel saniert, wodurch ihre Dichtigkeit und strukturelle Integrität wiederhergestellt und ihre Funktionsfähigkeit langfristig gesichert wurde. © Katec

Ob Kanalsanierung, Tunnelbau oder andere Aufgaben im Tiefbau: Wo Erfahrung, Technik und Sicherheitskultur aufeinandertreffen, entstehen Lösungen, die auch in den verborgensten Teilen einer Stadt wirken – und die Grundlage für eine funktionierende urbane Zukunft schaffen.

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