RFNBO-Wasserstoff für den Schwerverkehr:
Lhyfe beliefert künftig zwei Hyliko-Stationen
Lhyfe und Hyliko bauen ihre Zusammenarbeit aus und setzen auf RFNBO-zertifizierten Wasserstoff für den Schwerlastverkehr in Frankreich.
Die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs zählt zu den größten Herausforderungen der europäischen Transportbranche. Während batterieelektrische Lösungen je nach Einsatzprofil an Grenzen stoßen können, gewinnt erneuerbarer Wasserstoff insbesondere im Schwerlastverkehr zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund intensivieren Lhyfe und Hyliko ihre Zusammenarbeit und erweitern die Versorgung von Wasserstofftankstellen in der Region Paris.
Mit einem neuen mehrjährigen Vertrag setzen beide Unternehmen ihre bereits bestehende Partnerschaft fort. Nachdem Lhyfe bereits die Wasserstoffstation von Hyliko im französischen Villabé beliefert, wird das Unternehmen ab 2027 auch die zweite Station in Tremblay-en-France versorgen. Der Vertrag umfasst mehr als 200 Tonnen RFNBO-zertifizierten erneuerbaren Wasserstoff und soll den weiteren Ausbau emissionsarmer Transportlösungen unterstützen.
Zweite Wasserstoffstation stärkt Logistikstandort bei Paris
Die zweite Hyliko-Station entsteht in Tremblay-en-France im Norden von Paris. Der Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe des Logistikzentrums Roissy sowie der Autobahn A1 und soll den Güterverkehr in einer der bedeutendsten Logistikregionen Frankreichs unterstützen. Bereits Ende Oktober hatte Hyliko den Bau der neuen Anlage angekündigt.
Die erste Station in Villabé zeigt nach Unternehmensangaben bereits eine hohe Auslastung. Mit dem dort eingesetzten RFNBO-zertifizierten Wasserstoff konnten Lastkraftwagen bislang mehr als 342.000 Kilometer zurücklegen. Dadurch wurden rund 234 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden und nahezu 110.000 Liter Diesel eingespart.
RFNBO-Zertifizierung als Grundlage für regulatorische Anforderungen
Ein wesentlicher Bestandteil der Kooperation ist die Lieferung von RFNBO-zertifiziertem Wasserstoff. RFNBO ("Renewable Fuels of Non-Biological Origin") gilt als der anspruchsvollste Standard der Europäischen Union für erneuerbaren Wasserstoff und erfüllt die Anforderungen der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie.
Lhyfe liefert nach eigenen Angaben bereits RFNBO-zertifizierten Wasserstoff. Zwischen Mai und September 2025 wurden vier Produktionsstandorte des Unternehmens zertifiziert. Damit positioniert sich Lhyfe als europäischer Anbieter mit entsprechenden Produktions- und Lieferkapazitäten für erneuerbaren Wasserstoff aus Elektrolyse.
Vorbereitung auf das französische TIRUERT-System
Mit der Zusammenarbeit bereitet sich Hyliko zugleich auf die Einführung des französischen TIRUERT-Systems vor. Die Regulierungsmaßnahme soll den Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehrssektor fördern und ermöglicht künftig die Bewertung von RFNBO-zertifiziertem Wasserstoff über Zertifikate innerhalb eines selbstfinanzierenden Marktmechanismus.
Sobald das entsprechende Dekret veröffentlicht wird, könnte Hyliko Zertifikate für den vertriebenen Wasserstoff ausstellen und dadurch zusätzliche Einnahmen erzielen. Nach Unternehmensangaben könnte dieser Mechanismus den Preis für ein Kilogramm RFNBO-Wasserstoff an der Zapfsäule um etwa vier bis sechs Euro senken.
Langfristige Zusammenarbeit für den Wasserstoffhochlauf
Ovarith Troeung, Geschäftsführerin von Hyliko, betont die strategische Bedeutung der Partnerschaft:
"Die Erneuerung unserer Partnerschaft mit Lhyfe ist Teil einer langfristigen Zusammenarbeit, die darauf abzielt, den Zugang zu erneuerbarem Wasserstoff für Schwerverkehrsanwendungen zu sichern. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, ein Netzwerk von Stationen entsprechend den Marktbedürfnissen zu konsolidieren und den Inkrafttreten zukünftiger Vorschriften vorauszusehen, sodass wir unseren Transportkunden und deren Kunden sofort operative und wettbewerbsfähige Lösungen anbieten können."
Auch Matthieu Guesné, Gründer und CEO von Lhyfe, sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs:
"Wir sind sehr stolz darauf, unsere Beziehungen zu Hyliko, einem Pionier in diesem Sektor, zu stärken. Die Ergebnisse der Villabé-Station und die Entscheidung, eine zweite Anlage zu eröffnen, zeigen deutlich die Bedeutung der Wasserstoffmobilität für schwere Nutzfahrzeuge und die Nachfrage danach, um die Branche zu dekarbonisieren. Diese Dekarbonisierung ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Während einige noch über den Unterschied zwischen Elektrobatterien und Wasserstoff diskutieren oder sich über die technologische Reife und Nachhaltigkeit des Modells wundern, ergreifen wir mit Hyliko Maßnahmen und machen die Dekarbonisierung des Gütertransports zur Realität."
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