Baustelle
Bauer Resources hebt Baugrube für neue Schlammfaulungsanlage aus
Auf dem Gelände der Stadtentwässerung Frankfurt am Main (SEF) entsteht eine neue Schlammfaulungsanlage, die die Abwasserbehandlung der Stadt langfristig modernisiert und leistungsfähiger macht. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine komplexe Baugrube, die in enger Zusammenarbeit zwischen W. Schmidt-Diehler GmbH, Bauer Resources und Bauer Spezialtiefbau realisiert wurde.
Die Anforderungen an das Projekt waren hoch: eine präzise ausgeführte Baugrube auf rund 5.800 m² Fläche, anspruchsvolle geologische Randbedingungen sowie ein konsequent nachhaltiger Umgang mit den anfallenden Materialien.
Nachhaltiger Umgang mit gewachsenem und aufgefülltem Boden
Eine besondere Herausforderung zeigte sich bereits zu Beginn der Arbeiten. Das Baufeld in Frankfurt war in den 1960er-Jahren mit unterschiedlichen Materialien bis zu vier Meter hoch aufgefüllt worden. Für die Bauausführung bedeutete das eine klare Trennung zwischen Auffüllmaterial und gewachsenem Kies.
Der gewonnene Kies wurde gezielt aufbereitet und wiederverwendet, etwa als Zuschlagstoff für Beton. Dieser Ansatz der Kreislaufwirtschaft spielte eine zentrale Rolle im Projektverständnis von Bauer Resources, bei dem der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen im Vordergrund steht. Insgesamt wurden rund 45.000 m³ Boden bewegt und technisch aufbereitet – eine Größenordnung, die die Komplexität der Baugrube unterstreicht.

Prof. Dr. Peter Bömelburg übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz der Bauer AG
Mit Prof. Dr. Peter Bömelburg an der Spitze des Aufsichtsrats stellt sich die Bauer AG strategisch neu auf.
Bauphasen zwischen Spezialtiefbau und digital gesteuerter Präzision
Die Realisierung der Baugrube erfolgte in mehreren aufeinander abgestimmten Bauphasen. Zunächst wurde das Auffüllmaterial abgetragen und ein tragfähiges Bohrplanum hergestellt. Auf rund 6.700 m² Fläche wurde dieses mittels Bodenkonditionierung durch Kalk-Zement-Einfräsen stabilisiert, um die Grundlage für den anschließenden Spezialtiefbau zu schaffen.
Im nächsten Schritt kamen unterschiedliche Verfahren des Spezialtiefbaus zum Einsatz. Mit einer Bauer BG 30 wurden Schneckenortbetonpfähle hergestellt, während die Spundwand im U-Jagged-Verfahren durch Bauer Spezialtiefbau mit einer RG 19 T von RTG eingebracht wurde. Dieses Verfahren sorgt für eine erhöhte Steifigkeit der Konstruktion und machte in weiten Teilen der Baugrube eine Rückverankerung überflüssig.
Ergänzend wurden in Teilbereichen GEWI-Anker eingesetzt, um die Standsicherheit gezielt zu optimieren. Parallel dazu erfolgte die Sondierung von Kampfmittelverdachtsflächen, während der Endaushub bereits in Teilabschnitten voranschritt.
Besonders präzise zeigte sich der Einsatz digitaler Baustellensteuerung: Ein halbautonom arbeitender Semi-GPS-3D-Bagger ermöglichte in Kombination mit Roverstab- und Drohnenvermessung eine millimetergenaue Ausführung. Die Zielgenauigkeit von bis zu wenigen Zentimetern verdeutlicht den technologischen Fortschritt im modernen Erdbau.
Endaushub, Feinplanum und Übergabe der schlüsselfertigen Baugrube
In der finalen Bauphase wurde die Baugrube vollständig ausgehoben und das Feinplanum hergestellt. Ergänzend wurden Drainagen und Sickerpackungen eingebaut sowie eine Schottertragschicht als Unterbau für die zukünftigen Faulbehälter hergestellt.
Mit dem Abschluss der Arbeiten Ende September 2025 konnte die Baugrube schlüsselfertig an den Hochbau übergeben werden. Damit ist die Grundlage für den nächsten Schritt geschaffen: den Bau der neuen Schlammfaulungsanlage, die künftig eine zentrale Rolle in der Klärschlammbehandlung der Stadt Frankfurt übernehmen wird.
Zusammenspiel aus Technik, Erfahrung und Spezialtiefbaukompetenz
Das Projekt in Frankfurt zeigt exemplarisch, wie moderner Spezialtiefbau heute funktioniert: als präzise abgestimmtes Zusammenspiel aus Bauverfahren, digitaler Steuerung und nachhaltiger Materialbewirtschaftung. Besonders die Kooperation zwischen Bauer Resources und Bauer Spezialtiefbau verdeutlicht, wie komplexe Baugruben unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen effizient und ressourcenschonend umgesetzt werden können.
Für Fachpublikationen wie buildingnet.de und das Baugewerbe Magazin liefert das Projekt damit ein praxisnahes Beispiel dafür, wie Baugruben im urbanen Umfeld zunehmend durch Technologie, Nachhaltigkeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit geprägt werden.










