Natürliche oder künstliche Intelligenz?
Digitalisierung. Fluch oder Segen?
Die Baubranche steht vor der Herausforderung Digitalisierung. Trotz zunehmender technologischer Entwicklungen ist die Umsetzung noch nicht flächendeckend etabliert.
Dieses Thema griffen die Professoren Dr.-Ing. Gerd Maurer und Dr. jur. Günther Schalk von der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) auf und stellten es in den Mittelpunkt ihres Bau- und Umweltsymposiums. Der Josef-Rädlinger-Hörsaal B 004 wurde zur Plattform für den Austausch zwischen Fachleuten aus Baufirmen, Architektur, Bauverwaltung und Gutachterwesen. Die Veranstaltung bot Fachvorträge, eine Podiumsdiskussion sowie den bayerischen Bauminister Christian Bernreiter als prominenten Gast.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die Bauindustrie. Anwendungen wie ChatGPT oder spezialisierte KI-Systeme können Bauprozesse effizienter gestalten, stoßen jedoch auf Skepsis: "Wir möchten diese Gratwanderung bewusst aufgreifen. Ohne eine zunehmende Digitalisierung wird es am Bau künftig nicht mehr reibungslos laufen. Doch KI sollte nicht als universelle Lösung für alle Baustellenprobleme betrachtet werden", erklären die THD-Professoren Maurer und Schalk. Ihr Symposium hat sich als Forum und Kontaktbörse für Studierende und Praktiker etabliert.
Eine provokante Frage stellten die Organisatoren an den bayerischen Bauminister Christian Bernreiter: "Öffentliche Verwaltung – natürliche oder künstliche Intelligenz?" Bernreiter trat erneut als Referent auf und stelle sich einer offenen Fragerunde. Weitere Experten, darunter die Start-up-Gründer Sebastian Kaluza und Sharique Husain, diskutierten die Möglichkeiten, die KI in der Bauindustrie bietet. Die THD-Masterabsolventin Gertraud Wolf beleuchtete speziell die Auswirkungen auf die Haustechnik.
Mit Blick auf die Weiterentwicklung der KI wagte Prof. Glauner von der Fakultät Angewandte Informatik der THD eine Prognose zur künftigen Entwicklung künstlicher Intelligenz. So steigt auch im Baumanagement die Bedeutung der KI spürbar an. Eine Entwicklung, die Sebastian Schlecht in seinem Fachvortrag nachvollziehbar veranschaulichte. Gemeinsam mit Jonas Stamm, ebenfalls in einem Start-up tätig, probierte er mit den Teilnehmenden einen Live-Chat in "Bau-GPT" aus. Neben technischen und organisatorischen Fragestellungen sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen von Bedeutung. Dr. jur. Andreas Höckmayr, Lehrbeauftragter an der Fakultät Bauingenieurwesen und Umwelttechnik, analysierte die Chancen und Risiken der KI im Vertragsrecht.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 04_2025 des Baugewerbe Magazins.












